Nachhaltigkeitsindikatoren im Verkehr

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Geschäfte für den täglichen Bedarf sollten gut zu Fuß erreichbar sein.
Quelle: Manuel Hundt / Umweltbundesamt

Indikatoren sind Kenngrößen, die konkret messbar, berechenbar oder zumindest beschreibbar machen, inwieweit es gelungen ist, festgelegten Zielen näher zu kommen. Sie stehen für bestimmte, bedeutsame Aspekte eines Qualitätsziels, wie z.B. nachhaltige Mobilität.

Mobilitätsindikatoren in der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie

Im Jahr 2002 beschloss die Bundesregierung die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“. Seitdem legt sie dem Parlament und der Öffentlichkeit regelmäßig Fortschrittsberichte vor. In Ergänzung erscheint zweijährig ein Bericht des Statistischen Bundesamtes. Darin wird die Entwicklung der gewählten Nachhaltigkeitsindikatoren (Indikatorenberichte) ausgewertet. 

Die Indikatoren zur nachhaltigen Mobilität waren bis 2016 die Gütertransportintensität (11a), die Personentransportintensität (11b) sowie der Anteil des Schienenverkehrs und der Binnenschifffahrt am Güterverkehrsaufwand (11c und d). Die Bewertung erfolgte sowohl hinsichtlich ihres Status' in Abhängigkeit vom Erfolg der bisherigen Entwicklung als auch in Bezug auf die Fortschreibung dieser Entwicklung bis zum Zieljahr. Die Indikatoren zur Güter- bzw. Personentransportintensität (11a und b) überprüften die Entwicklung der Entkopplung von Verkehrsleistung und Bruttoinlandsprodukt. Die beiden anderen Indikatoren (11c und d) maßen den Grad der Zielereichung der Erhöhung des Anteils von Schienen- und Binnenschifffahrtsverkehr am Modal Split. 

Die Indikatoren waren jedoch zum Teil nicht aussagekräftig genug. Beispielsweise bildete die Erhöhung des Anteils von Schienen- und Binnenschiffsverkehr am Modal Split nicht ab, dass der Straßengüterverkehr in den letzten Jahren besonders stark zugenommen hatte und die Gesamtentwicklung keineswegs in Richtung einer nachhaltigen Mobilität verlief.

Eine Studie im Auftrag des UBA zeigte auf, welche Indikatoren die Umweltwirkungen des Verkehrs besser und verständlicher darstellen könnten. Dabei wurden die umweltfreundliche Verkehrsgestaltung und die Sicherung der Mobilität als die wichtigsten Handlungsfelder einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung identifiziert.

Die oben genannten Indikatoren sind seit der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2016 nicht mehr enthalten. Die Bundesregierung hat in der Nachhaltigkeitsstrategie 2016 hingegen Minderungsziele für den Endenergieverbrauch des Güter- und des Personenverkehrs (11.2.a und 11.2.b) bis zum Jahr 2030 gesetzt (jeweils Minderung um 15 bis 20 % gegenüber 2005). Der Endenergieverbrauch wird hier dem jeweiligen Verkehrsaufwand gegenübergestellt. Als Datenbasis wird die Emissionsdatenbank TREMOD des Umweltbundesamtes genutzt, welche Energieverbräuche auf Grundlage der Verkehrsaufwände und spezifischen Energieverbrauchsfaktoren berechnet. 

Ergänzt wurde darüber hinaus der Indikator 11.2.c "Erreichbarkeit von Mittel- und Oberzentren mit öffentlichen Verkehrsmitteln", der die bevölkerungsgewichtete durchschnittliche Reisezeit in Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum nächsten Mittel- oder Oberzentrum ausweist. Berechnet wird der Indikator vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Berücksichtigt wird die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr, flexible Bedienformen (z.B. Anrufbusse) gehen jedoch nicht in die Berechnung ein.

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 Nachhaltigkeitsziele  Nachhaltige Mobilität  Kommunale Agenda 21