Indikator: Endenergieverbrauch des Verkehrs

Ein Diagramm zeigt den Endenergieverbrauch im Güter- und Personenverkehr zwischen 2005 bis 2019 sowie die Ziele der Bundesregierung (2005 = 100) als Index dargestellt.zum Vergrößern anklicken
Endenergieverbrauch des Güter- und Personenverkehrs
Quelle: Umweltbundesamt / TREMOD Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die Bundesregierung will den ⁠Endenergieverbrauch⁠ des Güter- und Personenverkehrs bis 2030 um 15 bis 20 % gegenüber 2005 verringern.
  • Der Endenergieverbrauch des Verkehrs stagniert jedoch auf hohem Niveau mit in den letzten Jahren steigender Tendenz im Güterverkehr. Es wird schwierig, das Ziel in beiden Sektoren zu erreichen.
  • Güter- und Personenverkehr sind seit Anfang der 1990er zwar deutlich effizienter geworden, die gesteigerte ⁠Verkehrsleistung⁠ führte jedoch zur Zunahme bzw. Stagnation des Endenergieverbrauchs.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Verkehr benötigt Energie. Die Bereitstellung, Verteilung und Nutzung von Energie sind wesentlich für eine Reihe globaler Probleme verantwortlich.

Im Verkehr kommt vor allem Erdöl als Energieträger zum Einsatz. Dieses wird häufig in ökologisch sensiblen Gebieten gefördert oder durch sensible Gebiete transportiert. Auch die Aufbereitung des Erdöls zu Benzin, Diesel oder Kerosin in Raffinerien ist energieaufwändig. Schließlich werden bei der Verbrennung der Kraftstoffe Schadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub frei. Im besonderen Fokus stehen jedoch die bei der Verbrennung entstehenden Treibhausgase, die für den weltweiten ⁠Klimawandel⁠ verantwortlich sind.

Aus all diesen Gründen hat sich die Bundesregierung Ziele gesetzt, den Energieverbrauch zu reduzieren – insgesamt, aber auch für den Verkehrssektor.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der ⁠Endenergieverbrauch⁠ ist der Verbrauch, der zum Betrieb der Fahrzeuge erforderlich ist. Bislang zeigte die Entwicklung des Endenergieverbrauchs im gesamten Verkehr keine eindeutige Richtung: Bis 1999 stieg der Verbrauch zunächst an, ging dann zurück und steigt seit 2010 wieder. Von 2005 auf 2019 nahm der Endenergieverbrauch des Personenverkehrs um 1,6 % zu. Im Güterverkehr stieg er im gleichen Zeitraum hingegen um rund 7,1 %. Im gleichen Zeitraum stieg die Transportleistung im Verkehr stärker als der Energieverbrauch. Somit sind beide Verkehrsbereiche zwar energieeffizienter geworden, das Ziel der absoluten Energieeinsparung wurde jedoch nicht erreicht.

Die Bundesregierung setzte dem Verkehr 2010 in ihrem Energiekonzept ein Energiespar-Ziel: Bis 2020 soll der Endenergieverbrauch 10 % unter dem Wert von 2005 liegen, bis 2050 sogar 40 % (BMWi, ⁠BMU⁠ 2010). In der 2016 überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie setzt sich die Bundesregierung ein Zwischenziel für 2030: Bis dahin sollen sowohl der Energieverbrauch des Personen- als auch des Güterverkehrs um 15 bis 20 % sinken (BReg 2016).

Soll der Energieverbrauch des Verkehrs sinken, muss vor allem die Verkehrsnachfrage sinken oder sich verlangsamen, energieeffiziente Alternativen stärker gefördert werden oder sich die ⁠Verkehrsleistung⁠ auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel verlagern (siehe Indikatoren „Umweltfreundlicher Personenverkehr“ und „Umweltfreundlicher Güterverkehr“).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der ⁠Endenergieverbrauch⁠ des Verkehrs wird mit Hilfe des Modells TREMOD (Transport ⁠Emission⁠ Model) auf Basis von ⁠Fahrleistungen⁠, Verkehrsleistungen und spezifischen Energieverbräuchen berechnet. TREMOD wurde vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) im Auftrag des Umweltbundesamtes entwickelt. Methodische Hintergründe stellt das ifeu bereit.

Die Bundesregierung bestimmt den Endenergieverbrauch des Verkehrs für das Monitoring zur Energiewende auf Basis von Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), die auf der Erfassung des Kraftstoffabsatzes basieren. Die für den hier dargestellten ⁠Indikator⁠ verwendeten Daten auf Basis von TREMOD unterscheiden sich von denen der AGEB.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Endenergieverbrauch und Energieeffizienz des Verkehrs".