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Indikator: Umweltkosten von Energie und Straßenverkehr

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der Umweltkosten durch Energieerzeugung und Straßenverkehr von 2020 bis 2024. 2017 waren es 311,4 Milliarden Euro, 2024 betrugen die Kosten 284,7 Milliarden Euro.
Umweltkosten durch Treibhausgase und Luftschadstoffe für Strom-, Wärmeerzeugung und Straßenverkehr
Quelle: Umweltbundesamt

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Fakten

  • Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Verkehrsaktivitäten belasten die Umwelt u.a. durch den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen stark.
  • Dadurch entstehen hohe Folgekosten für die Gesellschaft, etwa durch umweltbedingte Erkrankungen, Schäden an Ökosystemen oder auch an Gebäuden und die Zunahme von Extremwetterereignissen.
  • Für Deutschland schätzen wir die Höhe dieser Umweltkosten im Jahr 2024 auf knapp 285 Milliarden Euro. Das ist eine Abnahme von rund 9 % im Vergleich zu 2020.

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Nutzung und Umwandlung von Energierohstoffen zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie für den Straßenverkehr belasten die Umwelt durch die Emission von Treibhausgasen und Luftschadstoffen wie Feinstaub und Stickoxide. Diese verursachen eine Zunahme von Erkrankungen, Schäden an Gebäuden sowie Denkmälern (Fassadenverschmutzung), belasten die Ökosysteme (siehe Indikatoren „Belastung der Bevölkerung durch Feinstaub“ und „Eutrophierung durch Stickstoff“) und tragen zum Klimawandel bei. Die Folgen des Klimawandels wie zunehmender Starkregen, Unwetter oder Überschwemmungen bedrohen Menschenleben und verursachen schwere Schäden.

Damit sind auch wirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe verbunden, etwa Aufwendungen für die Beseitigung von Unwetterschäden. Auch fünfzehn Jahre nach Erscheinen des „Stern Reviews“, bekräftigt der Ökonom Nicholas Stern, dass die Kosten des Nichthandelns die Kosten des Klimaschutzes um ein Vielfaches übersteigen und ruft erneut zu entschiedenem Handeln im Kampf gegen den Klimawandel auf (Stern 2006 und Stern 2021).

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Nachdem die Umweltkosten aus Energie und Straßenverkehr von 2020 auf 2021 um fast 7 % anstiegen, sanken diese zwischen 2021 und 2024 um fast 15 % und lagen im Jahr 2024 bei 284,7 Mrd. Euro. Diese Entwicklung ergibt sich aus einem Rückgang um 36,2 % bei der Stromerzeugung sowie um 8,4 % bei der Wärmeerzeugung. Diesem rückläufigen Trend bei der Wärme- und Stromerzeugung steht eine Zunahme um 9,4 % bei den Umweltkosten des Straßenverkehrs gegenüber. Im Saldo ergibt sich damit ein Minus von rund 9 % bei den Gesamt-Umweltkosten aus Energie- und Straßenverkehr. 

Der Rückgang der Umweltkosten, insbesondere im Bereich der Stromerzeugung, ist auf die abnehmende Nutzung von fossilen Energieträgern sowie auf einen allgemeinen Rückgang der Stromerzeugung in Deutschland zwischen 2020 und 2024 zurückzuführen.

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Berechnungen erfolgen auf Basis der Arbeiten zum „Handbuch Umweltkosten – Methodenkonvention 4.0“. 

Die Schätzungen zu den Umweltkosten von Treibhausgasemissionen basieren auf dem Greenhouse Gas Impact Value Estimator (GIVE) Modell, welches durch Treibhausgasemissionen verursachte Schäden modelliert. Beim GIVE Modell handelt es sich um ein integriertes Bewertungsmodell (Integrated Assessment Model) mit welchem neben Schadenskostensätzen für die Emission von Kohlendioxid auch Kostensätze für die Treibhausgase Methan und Lachgas ermittelt werden können. 

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Gesellschaftliche Kosten von Umweltbelastungen".

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