Indikator: Umweltfreundlicher Personenverkehr

Ein Diagramm zeigt den Anteil von Fahrradverkehr, Fußverkehr, Eisenbahnverkehr und öffentlichem Straßenpersonenverkehr an der gesamten Personenverkehrsleistung. Abgebildet werden die Jahre 2003 bis 2019. In diesem Zeitraum gab es einen Methodenbruch.zum Vergrößern anklicken
Anteil Fuß-, Fahrrad-, Eisenbahn- und Öffentlicher Straßenpersonenverkehr am Personenverkehrsaufwand
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil des umweltfreundlichen Personenverkehrs blieb seit 2003 annähernd konstant und erhöhte sich nur leicht, 2019 lag der Anteil bei 20,6 %.
  • Um die Umweltbelastung des Personenverkehrs niedrig zu halten, sollte der Anteil des Umweltverbunds an der gesamten ⁠Personenverkehrsleistung⁠ möglichst hoch ausfallen.
  • Mit dem „Nationalen Radverkehrsplan“ will der Bund den Radverkehr stärken; eine Strategie des Bundes für den Fußverkehr befindet sich in der Entwicklung.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Personenverkehr ist seit Langem durch das Auto geprägt, den sogenannten „Motorisierten Individualverkehr“ (MIV). Der Anteil des MIV lag im Jahr 2019 bei rund 74 %, seine ⁠Verkehrsleistung⁠ nahm über die letzten Jahre (bis 2016) stark zu und sank danach etwas ab, was jedoch methodisch begründet ist: ab 2017 wurde eine Neuberechnung der Fahrleistungs- und Verbrauchsrechnung und des Personenverkehrsmodells vorgenommen.

Der Autoverkehr belastet die Umwelt in vielerlei Hinsicht: durch den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen und durch Lärm. Zudem nimmt der fließende und ruhende Pkw-Verkehr Flächen in Anspruch. Insgesamt schneiden bis auf das Flugzeug alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Klimabilanz deutlich besser ab als ein durchschnittlich ausgelasteter Pkw. Bus, Bahn, Fußwege und Fahrradverkehr werden zusammen auch als „Umweltverbund“ bezeichnet. Der ⁠Indikator⁠ gibt den Anteil des Umweltverbundes an den zurückgelegten Personenkilometern wieder. Um die Umweltbelastung durch den Personenverkehr niedrig zu halten, sollte dieser Anteil möglichst gesteigert werden.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Wir werden immer mobiler: Zwischen den Jahren 1976 und 2019 hat sich der Personenverkehr in Deutschland auf zuletzt rund 1.246 Milliarden ⁠Personenkilometer⁠ fast verdoppelt. Der Anteil des Umweltverbundes lag 1976 noch bei rund 24 %, danach sank er bis zum Jahr 2019 auf 20,6 % ab.

Im Zeitraum seit 2003 blieb die Entwicklung annähernd konstant und stieg dann in den letzten beiden Jahren leicht an. Dabei gingen der Fußverkehr und der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Straße zurück. Mit dem Fahrrad werden hingegen anteilig mehr Personenkilometer zurückgelegt.

2010 hat sich die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch im Verkehr bis 2020 um 10 % und bis 2050 um 40 % zu reduzieren (BMWi, ⁠BMU⁠ 2010). Dies wird nur gelingen, wenn der umweltfreundliche Personenverkehr stärker gefördert wird. Zur Förderung des Radverkehrs wurde der „Nationale Radverkehrsplan 2020“ (NRVP 2.0) entwickelt, der neue NRVP 3.0 wurde im Jahr 2021 vorgestellt. Vor allem für die Stärkung der Sicherheit und der Attraktivität des Fußverkehrs erarbeitet das BMDV aktuell eine Strategie für den Bund.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die amtliche Statistik des Statistischen Bundesamtes erfasst weder den motorisierten Individualverkehr, noch den Fuß- und Radverkehr. Diese Zahlen nähert das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ (DIW) durch ein Personenverkehrsmodell an. In dieses Modell fließen unter anderem die Befragungsergebnisse von „Mobilität in Deutschland“ (⁠BMVI⁠ 2018) sowie der Mikrozensus 2011 ein. Eine ausführlichere Beschreibung der Vorgehensweise ist in der jährlich erscheinenden Publikation „Verkehr in Zahlen“ zu finden (BMDV 2021).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel Fahrleistungen, Verkehrsleistung und "Modal Split".