Indikator: Umweltfreundlicher Güterverkehr

Ein Diagramm zeigt die Anteile des Schienenverkehrs und der Binnenschifffahrt an der Güterverkehrsleistung 1999 bis 2020. Der Anteil des Schienenverkehrs stieg zunächst und stagniert seit einigen Jahren. Der Anteil der Binnenschifffahrt geht zurück.zum Vergrößern anklicken
Anteile des Schienenverkehrs und der Binnenschifffahrt an der Güterverkehrsleistung
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil des Schienenverkehrs am Gütertransport pendelte in den letzten Jahren zwischen 18 % und 19 %.
  • Der Anteil der Binnenschifffahrt sank seit 1999 fast kontinuierlich von 13,5 % auf zuletzt 6,9 %.
  • Laut Bundesregierung sollte der Anteil des Schienenverkehrs im Jahr 2015 bei 25 % liegen, der Anteil der Binnenschifffahrt sollte bei 14 % liegen. Diese Ziele wurden deutlich verfehlt.
  • Die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie 2016 ersetzte diese Einzelziele durch ein übergreifendes Ziel zur Minderung des Energieverbrauchs im Verkehr.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Etwas mehr als zwei Drittel des Gütertransports in Deutschland werden auf der Straße erbracht. Die Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Transportmittel wie Schiff und Güterzug ist aber Voraussetzung für einen nachhaltigeren Gütertransport.

Zwar bestehen bei Zug- und Schiffsverkehr ebenfalls Umweltherausforderungen: Der Zugverkehr verursacht Lärm. Binnenschiffe erfordern gut ausgebaute Wasserstraßen, deren Ausbau häufig die Gewässerqualität verschlechtert und die Natur belastet. Aber der Energieverbrauch pro ⁠Tonnenkilometer⁠ ist im Bahn- und Schiffsverkehr im Durchschnitt insgesamt deutlich geringer als mit dem Lkw. Gleiches gilt für die Treibhausgas-Emissionen.

In der Distanz unter 50 Kilometern ist der Gütertransport mittels Lkw in der Regel konkurrenzlos. Eine flächenhafte Verteilung mittels Zug und Schiff ist hier nicht möglich. Deshalb wurde beim ⁠Indikator⁠ nur der Güterverkehr auf längeren Strecken ab 50 Kilometern betrachtet. Für den Nah- und Verteilerverkehr sind unter anderem Lastenräder eine umweltfreundliche Alternative.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Gütertransport auf der Schiene entwickelte sich langfristig positiv: Er stieg zwischen 1999 und 2019 an und sank leicht im Jahr 2020. Der ⁠Trend⁠ bei der Binnenschifffahrt ist eindeutig negativ: Zwischen 1999 und 2020 sank ihr Marktanteil am Güterverkehr fast kontinuierlich. Insgesamt hat aufgrund des starken Wachstums des Straßengüterverkehrs der Anteil des Gütertransports durch Bahn und Binnenschiffe an der gesamten Güterverkehrsleistung leicht abgenommen.

In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie setzte sich die Bundesregierung 2002 das Ziel, den Anteil der Eisenbahn an der Güterbeförderungsleistung bis 2015 auf 25 % und den der Binnenschifffahrt auf 14 % zu erhöhen. Diese Ziele wurden deutlich verfehlt. In der jüngsten Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie (BReg 2016) wurden die Einzelziele durch ein übergreifendes Ziel zur Minderung des Energieverbrauchs im Güterverkehr ersetzt (siehe ⁠Indikator⁠ „Endenergieverbrauch des Verkehrs“).

Die Maßnahmen der Bundesregierung konnten nicht verhindern, dass die Dominanz des Straßengüterverkehrs weiter zugenommen hat. Die Anstrengungen müssen deutlich verstärkt werden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Güterverkehr aus Umweltsicht auch insgesamt reduziert werden sollte. Derzeit ist jedoch weiterhin mit einem Anstieg zu rechnen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die diesem ⁠Indikator⁠ zugrundeliegenden Zahlen werden jährlich vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr in der Reihe „Verkehr in Zahlen“ veröffentlicht (BMDV 2022). Sie basieren zum großen Teil auf Daten, die das Statistische Bundesamt in der Publikation „Verkehr aktuell“ veröffentlicht (Destatis 2022). Beschreibungen zur Vorgehensweise finden sich in den Qualitätsberichten des Statistischen Bundesamtes (Destatis o. J.). Die Zahlen zum Straßengüterverkehr basieren auf Erhebungen des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel Fahrleistungen, Verkehrsleistung und "Modal Split".

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