Indikator: Umweltfreundlicher Güterverkehr

Diagramm: In Deutschland wurden im Jahr 2019 rund 75 Prozent mehr Tonnenkilometer im Güterverkehr aufgewandt als 1991, 71,1 Prozent davon mit Lkw. Zum Vergleich: Der Eisenbahngüterverkehr lag bei 18,9 Prozent und die Binnenschifffahrt bei 7,3 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Anteile des Schienenverkehrs und der Binnenschifffahrt an der Güterverkehrsleistung
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil des Schienenverkehrs am Gütertransport pendelte in den letzten Jahren zwischen 17 % und 19 %.
  • Der Anteil der Binnenschifffahrt sank seit 1999 fast kontinuierlich von 13,5 % auf 7,3 %.
  • Laut Bundesregierung sollte der Anteil des Schienenverkehrs im Jahr 2015 bei 25 % liegen, der Anteil der Binnenschifffahrt sollte bei 14 % liegen. Diese Ziele wurden deutlich verfehlt.
  • Die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie 2016 ersetzte diese Einzelziele durch ein übergreifendes Ziel zur Minderung des Energieverbrauchs im Verkehr.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Etwa drei Viertel des Gütertransports in Deutschland werden auf der Straße erbracht. Die Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Transportmittel wie Schiff und Bahn ist aber Voraussetzung für eine nachhaltige Mobilität.

Zwar bestehen bei Zug- und Schiffsverkehr ebenfalls Umweltherausforderungen: Der Zugverkehr verursacht Lärmbelastungen. Binnenschiffe erfordern gut ausgebaute Wasserstraßen, deren Ausbau häufig die Gewässerqualität verschlechtert und die Natur belastet. Aber der Energieverbrauch pro ⁠Tonnenkilometer⁠ ist im Eisenbahn- und Schiffsverkehr insgesamt deutlich geringer als mit dem Lkw. Gleiches gilt für die Treibhausgas-Emissionen.

In der Distanz unter 50 Kilometern ist der Gütertransport mittels Lkw konkurrenzlos. Eine flächenhafte Verteilung mittels Zug und Schiff ist hier nicht möglich. Deshalb wurde beim ⁠Indikator⁠ nur der Güterverkehr auf längeren Strecken ab 50 Kilometern betrachtet.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Gütertransport auf der Schiene entwickelte sich langfristig positiv: Er stieg zwischen 1999 und 2019 an. Der ⁠Trend⁠ bei der Binnenschifffahrt ist eindeutig negativ: Zwischen 1999 und 2019 sank ihr Marktanteil am Güterverkehr fast kontinuierlich. Insgesamt hat der Anteil des Gütertransports durch Bahn und Binnenschiffe, durch das starke Wachstum des Straßengüterverkehrs, am gesamten Güterverkehrsaufwand leicht abgenommen.

In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie setzte sich die Bundesregierung 2002 das Ziel, den Anteil der Eisenbahn am Güterbeförderungsaufwand bis 2015 auf 25 % und den der Binnenschifffahrt auf 14 % zu erhöhen. Diese Ziele wurden deutlich verfehlt. In der jüngsten Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie (BReg 2016) wurden die Einzelziele durch ein übergreifendes Ziel zur Minderung des Energieverbrauchs im Verkehr ersetzt (siehe ⁠Indikator⁠ „Endenergieverbrauch des Verkehrs“).

Die Maßnahmen der Bundesregierung konnten nicht verhindern, dass die Dominanz des Straßengüterverkehrs weiter zugenommen hat. Die Anstrengungen müssen deutlich verstärkt werden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Güterverkehr aus Umweltsicht auch insgesamt reduziert werden sollte. Derzeit ist jedoch weiterhin mit einem Anstieg zu rechnen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die diesem ⁠Indikator⁠ zugrundeliegenden Zahlen werden jährlich vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur in der Reihe „Verkehr in Zahlen“ veröffentlicht (BMVI 2020). Sie basieren zum großen Teil auf Daten, die das Statistische Bundesamt in der Publikation „Verkehr im Überblick“ veröffentlicht (Destatis 2020). Beschreibungen zur Vorgehensweise finden sich in den Qualitätsberichten des Statistischen Bundesamtes (Destatis o. J.). Die Zahlen zum Straßengüterverkehr basieren auf Erhebungen des Kraftfahrt- Bundesamtes.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel Fahrleistungen, Verkehrsleistung und "Modal Split".