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Feinstaub

Über verschneiten Dächern qualmen etliche Schornsteine
Besonders im Winter tragen Holz- und Kohlefeuerungen zu Feinstaubbelastung bei.
Quelle: Grzegorz Polak / Fotolia.com

FAQ

Was kann jede*r Einzelne zur Verringerung der Feinstaubbelastung beitragen?

Jede*r Einzelne kann etwas zur Verringerung der Feinstaubbelastung beitragen, zum Beispiel: Bei der Mobilität: Fahrten mit dem eigenen Pkw verringern, Fahrgemeinschaften nutzen öffentliche Verkehrsmittel (Bus & Bahn) benutzen kurze Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen Fahrgeschwindigkeit bei Pkw-Fahrten reduzieren, generell vorausschauend fahren sowie auf unnötig starkes Bremsen und…

Was wird getan, um die Feinstaubbelastung in Europa zu verringern?

Innerhalb der Europäischen Union (EU) stehen die Maßnahmen zur Senkung der Feinstaubbelastung auf drei Säulen. Die erste Säule beruht auf der Richtlinie 2008/50/EG und einer weiteren Richtlinie (2004/107/EG), die durch die 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung in nationales Recht übernommen wurden. Darin werden Grenzwerte für Feinstaub (PM10 und PM2,5) in der Umgebungsluft festgelegt. Die zweite…

Ist die Feinstaubbelastung in den letzten Jahren größer oder geringer geworden?

Einhergehend mit großräumigen Minderungen der Feinstaub-Emissionen zeigt die Feinstaubbelastung seit 1990 eine deutlich Abnahme. Erstmalig seit Inkrafttreten des Feinstaubgrenzwertes (PM10) für das Tagesmittel im Jahre 2005 wurde dieser im Jahr 2019 an keiner deutschen Messstation mehr überschritten, d. h. keine der rund 380 Stationen registrierte PM10-Tagesmittelwerte über 50 µg/m³ an mehr als 35…

Wo kann ich erfahren, wie hoch die Feinstaubwerte sind?

An rund 450 Messstationen in Deutschland wird die Feinstaubkonzentration in der Luft gemessen und von den zuständigen Behörden der Länder aktuell im Internet veröffentlicht. Das Umweltbundesamt (UBA ) veröffentlicht aktuelle Feinstaubdaten für ganz Deutschland in Kartenform und als Tabellen. Zudem stellt die UBA-App „Luftqualität“ jederzeit aktuelle PM10-Tageswerte und Warnmeldungen bereit: www…

Was bringt die Umweltzone an Feinstaubreduktion?

Die Umweltzone ist eine Maßnahme, die den Benutzer*innen weniger umweltbelastender Fahrzeuge insofern Vorteile verschafft, als nur diese das abgegrenzte Gebiet – die Umweltzone – befahren dürfen. Die ersten Umweltzonen wurden 2008 eingerichtet. Fahrzeuge mit hohen Feinstaubemissionen werden aus den Umweltzonen ausgeschlossen. Da es heute nur noch wenige Fahrzeuge gibt, die die Anforderungen an…

Wie und auf welcher rechtlichen Grundlage wird die Höhe der PM10-Feinstaubkonzentration bewertet?

Mit der 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz vom 02.08.2010 sind die seit dem 1.1.2005 europaweit geltenden Grenzwerte für Feinstaub (PM10) in deutsches Recht übernommen worden. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit legt die Verordnung folgende Grenzwerte fest: Der PM10-Jahesmittelwert darf 40 µg/m³ (Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter Luft) nicht überschreiten. Der PM10-Tagesmittelwert…

Warum ist Feinstaub schädlich für den Menschen?

Es ist erwiesen, dass sich Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen auswirkt. Dies ist nicht nur dann der Fall, wenn sich an der Oberfläche von Stäuben gefährliche Stoffe wie Schwermetalle oder Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) anlagern. Auch die Staubpartikel selbst stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Je nach Größe der Staubpartikel können sich…

Wo treten die höchsten und die niedrigsten Feinstaubwerte auf?

Die Spitzenwerte der Feinstaubbelastung in der Außenluft treten an Orten auf, die entweder durch ein hohes Verkehrsaufkommen - insbesondere bei hoher Bebauung in so genannten Straßenschluchten - oder industriell geprägt sind. Dies ist vor allem in städtischen Ballungsräumen und am Rande von Industriegebieten der Fall. Niedrige Feinstaubwerte werden in ländlichen Räumen fernab von Emissionsquellen…

Aus welchen Quellen stammt Feinstaub?

Feinstaub kann natürlichen Ursprungs sein oder durch menschliches Handeln erzeugt werden. Stammen die Staubpartikel direkt aus der Quelle - zum Beispiel durch einen Verbrennungsprozess -, nennt man es primärer Feinstaub. Als sekundären Feinstaub bezeichnet man hingegen Partikel, die durch komplexe chemische Reaktionen in der Atmosphäre erst aus gasförmigen Substanzen, wie Schwefel- und…

Was ist Feinstaub?

Feinstaub ist ein Teil des Schwebstaubs. Als Schwebstaub oder englisch "Particulate Matter" (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Je nach Korngröße der Staubpartikel wird der Schwebstaub in verschiedene Fraktionen unterteilt: Unter PM10 versteht man vereinfacht alle Staubpartikel, deren aerodynamischer…

Feinstaub besteht aus einem komplexen Gemisch fester und flüssiger Partikel und wird abhängig von deren Größe in unterschiedliche Fraktionen eingeteilt. Unterschieden werden PM10 (PM, particulate matter) mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (µm), PM2,5 und ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm.

Inhaltsverzeichnis

Unter dem Begriff Feinstaub werden der primär emittierte und sekundär gebildete Feinstaub zusammengefasst. Primärer Feinstaub wird unmittelbar an der Quelle freigesetzt, zum Beispiel bei Verbrennungsprozessen. Entstehen die Partikel durch gasförmige Vorläufersubstanzen wie Schwefel- und Stickoxide und Ammoniak, so werden sie als sekundärer Feinstaub bezeichnet.

Emittenten

Feinstaub wird vor allem durch menschliches Handeln erzeugt: Primärer Feinstaub entsteht durch Emissionen aus Kraftfahrzeugen, Kraft- und Fernheizwerken, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, bei der Metall- und Stahlerzeugung oder auch beim Umschlagen von Schüttgütern. Er kann aber auch natürlichen Ursprungs sein (beispielsweise als Folge von Bodenerosion). In Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die dominierende Staubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren – vorrangig aus Dieselmotoren – in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes von der Straßenoberfläche. Eine weitere wichtige Quelle ist die Landwirtschaft: Die Emissionen gasförmiger Vorläuferstoffe, insbesondere die Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung, tragen zur sekundären Feinstaubbildung bei.

Gesundheitsrisiken

Der Mensch atmet Feinstaub über die Lunge ein. Je nach Größe und Eindringtiefe der Partikel unterscheiden sich die gesundheitlichen Wirkungen: PM10 gelangt vor allem in die Nasenhöhle und die oberen Atemwege. PM2,5 kann tiefer in die Atemwege eindringen - bis in die Bronchien und Lungenbläschen (Alveolen), während ultrafeine Partikel sogar die Blut-Luft-Schranke überwinden und in den Blutkreislauf gelangen können oder auch ins Lungengewebe eindringen können. Es gibt zudem Hypothesen, dass ultrafeine Partikel über den Riechnerv in der Nase direkt das Gehirn erreichen können – und damit die Blut-Hirn-Schranke umgehen.

Die Partikel gelangen so teilweise in Bereiche, aus denen sie beim Ausatmen nicht wieder ausgeschieden werden. Dort können sie im Körper verbleiben und gesundheitliche Prozesse in Gang setzen. Die Hauptwirkung von Feinstaub besteht darin, Entzündungen und oxidativen Stress im Körper auszulösen. Diese Prozesse können Zellen und Gewebe schädigen – nicht nur an der Stelle, an der die Partikel eindringen, sondern im gesamten Körper.

Die gesundheitlichen Folgen von Feinstaub – insbesondere von PM2.5, zu dem die meisten Studien vorliegen – reichen von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen in den Atemwegen bis hin zu schwerwiegenderen Auswirkungen wie verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen, erhöhter Thromboseneigung sowie Störungen in der Regulation des vegetativen Nervensystems, etwa einer verminderten Herzfrequenzvariabilität.

Langfristige Feinstaubbelastung kann das Herz-Kreislauf-System erheblich beeinträchtigen und Krankheiten wie Arteriosklerose, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes begünstigen. Zudem erhöht sie die Sterblichkeit durch Lungenkrebs, chronische Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen. Bei Schwangeren, die hohen Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt sind, steigt das Risiko für Frühgeburten sowie für Neugeborene mit geringem Geburtsgewicht.

Grenzwerte

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten seit dem 1. Januar 2005 europaweit Grenzwerte für die Feinstaubfraktion PM10. Der Tagesgrenzwert beträgt 50 µg/m3 und darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden. Der zulässige Jahresmittelwert beträgt 40 µg/m3. Für die noch kleineren Partikel PM2,5 gilt seit 2008 europaweit ein Zielwert von 25 µg/m3 im Jahresmittel, der bereits seit dem 1. Januar 2010 eingehalten werden soll. Seit 1. Januar 2015 ist dieser Wert verbindlich einzuhalten.

Es gibt derzeit keine eigenständigen Richtwerte für ultrafeine Partikel, da die wissenschaftliche Datenlage noch nicht ausreicht, um Richtwerte abzuleiten.

Feinstaub - Jahresmittelwerte

PM10: Für die Jahre ab 2002 finden Sie hier die stationsweisen Auswertungen (Jahresbilanzen).

PM2,5: Für die Jahre ab 2010 finden Sie hier die stationsweisen Auswertungen (Jahresbilanzen).

Stationsweise Jahresbilanzen Stationsweise Jahresbilanzen

Im Portal Luft finden Sie für 12 Luftschadstoffe die Jahresbilanzen (Auswertung), untergliedert nach Stationen.

Quelle: Umweltbundesamt

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