Indikator: Umweltkosten von Energie und Straßenverkehr

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der Umweltkosten durch Energieerzeugung und Verkehr von 2014 bis 2017. 2014 waren es 202,1 Milliarden Euro, 2017 betrugen die Kosten 207,9 Milliarden Euro.zum Vergrößern anklicken
Umweltkosten durch Treibhausgase und Luftschadstoffe für Strom- und Wärmeerzeugung ...
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Verkehrsaktivitäten belasten die Umwelt u.a. durch den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen.
  • Dadurch entstehen hohe Folgekosten für die Gesellschaft, etwa durch umweltbedingte Erkrankungen, Schäden an Ökosystemen oder auch an Gebäuden.
  • Für Deutschland schätzt man die Höhe dieser Umweltkosten auf knapp 208 Milliarden Euro im Jahr 2017, das ist ein Anstieg um 3 Prozent gegenüber 2014.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Umweltkosten sind ökonomisch höchst relevant. Das zeigte etwa der Ökonom Sir Nicholas Stern in seinem „Review on the Economics of Climate Change“ im Jahr 2006 (Stern 2006). Er bezifferte in dem so genannten „Stern Report“ die allein durch den Klimawandel entstehenden Kosten auf jährlich bis zu 20 % des globalen Bruttoinlandprodukts.

Die Nutzung und Umwandlung von Energierohstoffen zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie für den Straßenverkehr belastet die Umwelt durch die Emission von Treibhausgasen und Luftschadstoffen wie Feinstaub und Stickoxiden. Die freiwerdenden Luftschadstoffe verursachen eine Zunahme von Erkrankungen, Schäden an Gebäuden sowie Denkmälern (Fassadenverschmutzung) und belasten die Ökosysteme (siehe Indikatoren „Belastung der Bevölkerung durch Feinstaub“ und „Eutrophierung durch Stickstoff“). Die ausgestoßenen Treibhausgase tragen zum Klimawandel bei. Die Folgen des Klimawandels wie zunehmender Starkregen, Unwetter oder Überschwemmungen verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Damit sind auch wirtschaftliche Kosten verbunden, etwa Aufwendungen für die Beseitigung von Unwetterschäden. Für diese Kosten müssen die Betroffenen oder die Allgemeinheit aufkommen, wogegen die Verursacher der Emissionen in der Regel damit nicht – oder nicht in vollem Umfang - belastet werden.

Neben den Umweltschäden durch Treibhausgase und Luftschadstoffe verursachen Energieerzeugung und Straßenverkehr weitere Beeinträchtigungen der Umwelt, beispielsweise in Form von Flächenverbrauch, Lärmbelastung und Wasserverschmutzung. Diese werden vom Indikator derzeit noch nicht erfasst, da uns dazu keine gesamtwirtschaftlichen Kostenschätzungen vorliegen.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Umweltkosten durch Energieerzeugung und Verkehr stiegen von 202,1 Milliarden (Mrd.) Euro im Jahr 2014 auf 207,6 Mrd. Euro in 2017. Das entspricht einem Anstieg von 3 %. Am meisten nahmen die die Umweltkosten für die Wärmebereitstellung zu (+13 %). Der Trend zu mehr 1-2 Personenhaushalten und größeren Wohnflächen pro Kopf leistet dazu den entscheidenden Beitrag.

Die Umweltkosten durch die Stromerzeugung  sanken von 2014 bis 2017 um rund 6 %. Hier machte sich der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien bemerkbar. Deren Nutzung verursacht deutlich weniger Umweltschäden durch Luftschadstoffe und Treibhausgase als die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas. Die Umweltkosten des Verkehrs stiegen um 7%. Daran konnte auch die Entwicklung effizienterer Antriebe nichts ändern. Die Zunahme des Straßenverkehrs und der Trend zu PS-stärkeren Kraftfahrzeugen sind verantwortlich für diese Entwicklung.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Berechnung der Umweltschäden erfolgt auf Basis der „Methodenkonvention zur Schätzung von Umweltkosten 3.0“ des Umweltbundesamtes (UBA 2018). Mit Unterstützung von Forschungsprojekten wurden die Kosten für die Nutzung der Umwelt nach einheitlichen und transparenten Kriterien und nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ermittelt.

Die Methodenkonvention umfasst unter anderem Kostensätze für Umweltkosten durch Treibhausgase, Luftschadstoffe und Lärm sowie pro erzeugter Kilowattstunde Strom und Wärme und pro gefahrenem Kilometer (UBA 2019). Auf Grundlage der Kostensätze lassen sich die Umweltkosten schätzen, die bei der Strom- und Wärmeerzeugung sowie im Verkehrsbereich entstehen.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Gesellschaftliche Kosten von Umweltbelastungen".