Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse beispielsweise mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie HIER.
Vorbeugen ist einfacher als heilen: Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.
- Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).
- Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.
- Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.
- Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.
- Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, pH-Wert und Bodenstruktur gerecht zu werden.
- Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.
- Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.
- Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen.
- Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.
- Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.
- Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.
- Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.
- Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.
Ärgernisse im Ziergarten
Beachten Sie auch unsere Artikel zu Blattläusen, Schnecken und Unkräutern.
Rose – Königin der Blumen: Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das ADR-Gütezeichen, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.
Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges Wetter. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. Pflanzenstärkungsmittel mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.
Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden
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