Digital und umweltfreundlich

Binärcodezum Vergrößern anklicken
Das Forschungsgebiet "Nachhaltige Software" steht noch am Anfang
Quelle: wechselbalg / Fotolia.com

Wie intelligent programmierte Software hilft, Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen

Was hat Software mit Nachhaltigkeit zu tun? 

Wenn man über "Green IT" redet, geht es oft nur um den Stromverbrauch in der Nutzung und zunehmend auch um die Umweltauswirkungen bei der Herstellung der Hardware. Aber wofür braucht man Computer und wofür brauchen Computer Strom? Um Software zu betreiben. Die Frage klingt trivial, aber die Antwort hat es in sich. Mit geschickter Programmierung braucht ein System weniger Strom. Und wenn die neue Software oder die neue App auch auf dem älteren Computer oder Smartphone läuft, muss keine neue Hardware hergestellt werden. Das entlastet die Umwelt – nicht zuletzt, weil es natürliche Ressourcen schont. 

Wie kann man die Nachhaltigkeit von Software messen? 

Das Forschungsgebiet steht noch am Anfang, und viele Fragen sind offen. Einige wird ein Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes beantworten, das noch bis September 2017 läuft. Das Öko-Institut, das Institut für Softwaresysteme in Wirtschaft, Umwelt und Verwaltung (ISS) der Hochschule Trier und das Institut für Informatik der Uni Zürich untersuchen, wie man die Ressourceneffizienz von Software bewerten kann. 

Wie soll nachhaltige Software sein? 

Auch wenn noch viele Fragen offen sind – einige Anhaltspunkte gibt es bereits jetzt: 

  • Software sollte abwärtskompatibel sein – das heißt, sie sollte auch auf Computern laufen, die schon einige Jahre alt sind; eventuell in einer "abgespeckten" Version. 
  • Software sollte so aufgebaut sein, dass man ihre Komponenten nach Bedarf installieren und deinstallieren kann und dass nur die Komponenten in den Arbeitsspeicher geladen werden, die tatsächlich erforderlich sind. Das senkt den Energieverbrauch und erleichtert den Betrieb auf älterer Hardware. 
  • Software sollte nicht die Energiespar-Einstellungen behindern. 
  • Lokale Software sollte auch offline funktionieren. 
  • Software sollte die übertragene Datenmenge gering halten, besonders über Mobilfunk. 
  • Software sollte den Speicher effizient nutzen und nach der Nutzung freigeben. 
  • Die Standard-Konfiguration von Software sollte möglichst sparsam mit Energie und Hardware umgehen.