Computer (PC, Laptop)

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Verbrauchertipps für den PC-Kauf
Quelle: Array

Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  • Nutzen Sie Ihren Rechner möglichst lange.
  • Prüfen Sie vor einem Neukauf, ob sich Ihr Computer reparieren oder nachrüsten lässt.
  • Kaufen Sie nach Möglichkeit gebrauchte Geräte.
  • Achten Sie bei einem Neukauf auf die Energieeffizienz und den Energieverbrauch.
  • Nutzen Sie die Energiesparfunktionen. Schalten Sie den Rechner nach Gebrauch richtig aus.
  • Wenn er nicht mehr reparierbar ist: Entsorgen Sie Ihre Altgeräte bei der kommunalen Sammelstelle oder den Rücknahmestellen im Handel.
 

Gewusst wie

 

Vor allem die Herstellung von Computern ist mit einem hohen Ressourcenaufwand verbunden. Darüber hinaus enthalten die Geräte wertvolle Rohstoffe wie Edelmetalle, deren Gewinnung für die Umwelt und teilweise auch für die Arbeiterinnen und Arbeiter sehr belastend ist. Mit einigen Tipps zu Nutzung und Kauf können Sie Kosten sparen und die Umwelt entlasten.

Lange nutzen statt neu kaufen: Damit ein alter Computer wieder schneller wird, können Sie drei Dinge tun:

  • Entfernen Sie „Datenmüll“ und nutzen Sie Software-Tools, die Ihr System effizienter machen. Sie erkennen Schwachstellen, sorgen für einen schnelleren Start, entfernen überflüssige Einträge in der „Registerkarte“ und helfen dabei, das Betriebssystem optimal zu nutzen.
  • Erhöhen Sie die Leistung Ihres Computers durch den gezielten Austausch einzelner Bauteile. Erweitert man den Arbeitsspeicher und die Festplatte, können Sie Ihr Gerät zum kleinen Preis noch weitere Jahre nutzen. Weitere Nachrüstungsmöglichkeiten bieten sich in Form von externen Laufwerken, beispielsweise externen Festplatten oder SD-Kartenlesern, an.
  • Wechseln Sie auf ein Open-Source-Betriebssystem: Das Nachrüsten eines Computers beschränkt sich nicht allein auf die Hardware. Im Internet stehen sparsame Linux-Betriebssysteme zum Download zur Verfügung. Der Vorteil gegenüber einem Neukauf: Mit nur wenigen Klicks ist der Computer ohne nur einen Cent Zusatzkosten wieder voll einsetzbar. Denn die kostenlosen Open-Source-Betriebssysteme wie Linux kommen gut mit älteren Geräten aus und stellen zugleich aktuelle Softwarepakete bereit.

Geringen Energieverbrauch einkaufen:
Wenn Sie ein neues Gerät brauchen, kaufen Sie den passenden PC oder den passenden Laptop für Ihren Bedarf. Für überdimensionierte Rechner zahlen Sie doppelt: beim Kauf und bei den Stromkosten. Je leistungsstärker ein Computer ist, desto höher ist in der Regel auch sein Stromverbrauch. Es lohnt sich deshalb, vor dem Kauf genau zu überlegen, welche Prozessorleistung und Bildschirmdimension den Bedürfnissen auch der nächsten Jahre entsprechen. Neben den traditionellen Desktop-PCs gibt es die sogenannten „Kompakten Desktop-PCs“ sowie Notebooks.

  • Desktop-PCs haben bei einigen Anwendungen die leistungsfähigeren Komponenten, insbesondere bei Grafikverarbeitung und Computerspielen. Sie bieten eine lange technische Lebensdauer, da sie leicht aufzurüsten und reparierbar sind. Allerdings benötigen sie durch das Gehäuse mehr Platz und weisen einen höheren Energieverbrauch auf, da die Komponenten nicht auf Akkubetrieb optimiert sind.
  • Kompakte Desktop-PCs (auch Mini-PCs genannt) sparen Platz und Energiekosten, da sie mit effizienter Notebook-Technologie ausgestattet sind. Im Gegensatz zu Desktop-PCs können sie jedoch nicht so leicht aufgerüstet und repariert werden. Und auch der Leistungsumfang ist geringer, so haben Mini-PCs oft weniger externe Schnittstellen.
  • Notebooks sind hardware- und softwareseitig auf lange Akkuzeiten optimiert, was sie besonders energieeffizient macht. Die Kompaktheit des Geräts erlaubt mobiles Arbeiten. Arbeitet man länger am Computer, ist allerdings wegen der Ergonomie ein separater (zusätzlicher) Bildschirm, Tastatur und Maus zu empfehlen, wie es am Arbeitsplatz aus Arbeitsschutzgründen ohnehin vorgeschrieben ist. Außerdem ist die technische Lebensdauer in der Regel kürzer als bei Dekstop-PCs. Wir empfehlen, ein Notebook dann anzuschaffen, wenn es tatsächlich mobil genutzt werden soll.

Der Stromverbrauch eines Computers wird am meisten durch Prozessor, Grafikkarte, Bildschirm und Netzteil beeinflusst. Grundsätzlich sollten diese Komponenten daher den tatsächlichen Nutzungswünschen entsprechen und nicht überdimensioniert sein. Diese vorrauschauende Kaufstrategie senkt nicht nur langfristig den Energieverbrauch und die Kosten der Anschaffung, sondern begrenzt auch die Treibhausgase des Herstellungsaufwandes. 

Bildschirm in der richtigen Größe kaufen: Ein zu kleiner Bildschirm ist bei längerem Arbeiten anstrengend. Aber zu groß sollte er auch nicht sein. Bedenken Sie, dass der Energieverbrauch des Monitors häufig höher als der des Computers ist. Darüber hinaus wächst die Umweltbelastung bei seiner Herstellung mit der Größe. Im Elektronikmarkt wirken Bildschirme oft kleiner als zu Hause auf dem Schreibtisch. Tipps zur Auswahl eines sparsamen Monitors finden Sie auf EcoTopTen (siehe Links).

Auf Energieeffizienz-Label achten: Wenn Sie sich auf den für Sie passenden Gerätetyp entschieden haben, können Sie den Energieverbrauch und damit die Stromkosten weiter senken, wenn Sie einen besonders energieeffizienten Computer kaufen. Sie können sich dabei am Blauen Engel, dem Energy Star oder dem Gütesiegel TCO-certified orientieren. Weitere Kauftipps finden Sie bei EcoTopTen und bei der DENA (Deutschen Energie-Agentur).

Nutzen Sie die Energiesparfunktion: Jeder Computer und auch viele Monitore verfügen über Energiespar-Einstellungen, die Nutzerinnen und Nutzer aktivieren können. Dies reicht von der Regelung der Helligkeit des Monitors bis hin zum Energiespar-Modus des Computers, der das Gerät in Arbeitspausen automatisch in den Ruhezustand versetzt. Statt zum Beispiel 80 Watt im Betriebszustand braucht ein moderner PC inklusive Monitor dann nur noch ein Watt oder weniger. Die Einstellungen finden sich in der Regel in der Systemsteuerung und „Energieoptionen“ oder ähnlichen Begriffen. Mit ein paar Klicks nehmen Sie Einfluss auf den Energieverbrauch Ihres Computers und Monitors sowie auf Ihre Stromrechnung.

Rechner vom Netz trennen: Trennen Sie den Rechner vom Netz, da Computer in der Regel auch im ausgeschalteten Zustand Strom verbrauchen (Stand-by). Dies erfolgt am einfachsten über eine abschaltbare Steckdosenleiste.

Richtig entsorgen: Elektrogeräte sind am Ende ihrer Lebensdauer, insbesondere wegen der möglichen Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit sowie wegen der Rückgewinnung von Wertstoffen, getrennt zu entsorgen. Zur Erfüllung dieser gesetzlichen Pflicht können Verbraucherinnen und Verbraucher ihre ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen abgeben – zum Beispiel auf den Wertstoffhöfen oder beim Schadstoffmobil.

Ebenfalls sind Händler mit einer Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 Quadratmetern verpflichtet, kleine Altgeräte, deren Kantenlänge nicht größer ist als 25 Zentimeter, unentgeltlich zurückzunehmen (z. B. Rasierapparat, Uhren, Fernbedienung). Ist Ihr Elektro-Altgerät größer als 25 Zentimeter (z.B. Waschmaschine, Fernseher, Drucker), ist der Händler verpflichtet, dieses bei Neukauf eines Geräts der gleichen Geräteart unentgeltlich zurückzunehmen. Sofern Sie sich ein Neugerät (nach Hause) anliefern lassen und möchten, dass Ihr Altgerät im Gegenzug mitgenommen wird, müssen Sie dies dem Händler bereits bei Abschluss des Kaufvertrags mitteilen. Gleiches gilt auch für Versandhändler, die eine Lager- und Versandfläche von mindestens 400 Quadratmetern für Elektrogeräte besitzen. Diese können zum Beispiel kostenlose Rücksendemöglichkeiten anbieten oder mit dem stationären Handel kooperieren. Auch kleinere Einzelhändler oder Hersteller dürfen freiwillig Elektro-Altgeräte kostenfrei zurücknehmen – fragen Sie am besten nach. Informieren Sie sich im Internet gegebenenfalls über die nächstgelegenen Abgabestellen.

In einigen Fällen ist es schwierig zu beurteilen, ob es sich bei dem Produkt um ein Elektrogerät handelt (beispielsweise Pedelec, Gartenwerkzeuge, Massagesessel, Ladekabel, Taschenlampen, Druckerpatronen etc.). Daher sind die Hersteller von Elektrogeräten verpflichtet, ihre Produkte entsprechend zu kennzeichnen. Man erkennt Elektrogeräte an der durchgestrichenen Abfalltonne auf dem Produkt, der Verpackung oder der Gebrauchsanweisung. Bei batteriebetriebenen Geräten sollten die Batterien und Akkus – soweit möglich – vorher entnommen werden und anschließend zum Beispiel in den Batteriesammelboxen im Handel entsorgt werden. Funktionstüchtige Geräte können Sie über Gebrauchtwarenbörsen oder -häuser einer weiteren Nutzung zuführen und so helfen das Abfallaufkommen zu verringern.

Was Sie sonst noch tun können:

  • Eine leistungsstarke Grafikkarte verbraucht deutlich mehr Strom als die standardmäßig eingebauten Karten – Sie brauchen sie nur, wenn Sie 3D-Anwendungen wie zum Beispiel Spiele nutzen.
  • Denken Sie bereits bei der Auswahl daran, dass Ihr Gerät möglichst lang einsetzbar sein sollte. Achten Sie daher auf hohe Qualität, Robustheit und Austauschbarkeit der Komponenten.
  • Prüfen Sie, ob für Sie ein gebrauchter PC infrage kommt oder ob Sie Ihr altes Gerät aufrüsten können. Denn die Herstellung eines neuen Computers verursacht große Mengen an Klimagasen.
  • Achten Sie auf den  "Blauen Engel", wenn Sie einen Monitor oder eine Tastatur anschaffen.
  • Wenn Sie ein mobiles Gerät mit Akku und Ladegerät benutzen: Trennen Sie Netzteile nach dem Ladevorgang immer vom Netz (zum Beispiel mit Steckdosenleiste), da diese sonst weiterhin Strom verbrauchen können.
  • Wenn Sie Ihr mobiles Gerät auf dem heimischen Schreibtisch verwenden, dann können Sie den Akku schonen, indem Sie den Laptop nur dann ans Stromnetz hängen, wenn der Akku aufgeladen werden muss. Das lässt sich z. B. ebenfalls einfach mit einer ausschaltbaren Steckdosenleiste erledigen (siehe unsere Tipps zu Akkus).
  • Verzichten Sie auf Bildschirmschoner. Sie sind zwar hübsch, aber benötigen mehr Strom, als wenn der Bildschirm bei Inaktivität einfach abgeblendet wird.
  • Beachten Sie auch unsere Tipps zum „Surfen“.



 

 

 

 

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Hintergrund

Umweltsituation: Ein Blick auf den Lebenszyklus von Computern zeigt, dass insbesondere die Herstellung von neuen Computern für hohe Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich ist. Das Umweltbundesamt hat in einer Studie im Jahr 2012 den Lebenszyklus von Notebooks analysiert. Dabei wurde untersucht, welche Mengen an Treibhausgasen in den einzelnen Schritten von der Herstellung bis zur Entsorgung oder zum Recycling entstehen. Das Ergebnis zeigt, dass der größte Anteil der Treibhausgasemissionen bei der Herstellung entsteht (55 % von 387 kg CO2e, siehe Abbildung). Von diesem Wert können noch bis zu 7 kg abgezogen werden – als Gutschrift für die fachgerechte Verwertung.
Ein wichtiges Kriterium für eine klimafreundliche (und kosteneffiziente) Anschaffung eines Computers ist deshalb die Langlebigkeit und Haltbarkeit. Aus Umweltsicht ist hingegen ein Wechsel auf neuere und sparsamere Geräte erst sinnvoll, wenn die alten Computer nicht mehr funktionstüchtig sind.