Rad fahren ist Mobilität ohne schädigende Klimagase. Es spart Platz und ist geräuscharm. Deutschland hat sich in seinem Klimaschutzgesetz verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen um bis 2030 um 65 % gegenüber dem Jahr 1990 zu mindern. Der Verkehr war mit Stand 2023 für über 22 % der bundesweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Um die Treibhausgas-Emissionen zu senken ist es daher sinnvoll, Fahrten des Pkw-Verkehrs auf den Umweltverbund zu verlagern. Der Verkehrsträgervergleich des Umweltbundesamtes zeigt, dass durch Rad- und Fußverkehr rund 166 g Treibhausgas-Emissionen pro Personenkilometer gegenüber dem Pkw eingespart werden können.
In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass eine Berufspendlerin oder Berufspendler, die oder der je 5 km mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fährt, durch Verzicht auf die Autonutzung im Jahr durchschnittlich rund 365 kg CO2-Emissionen einsparen kann. Der Radverkehr ist somit gemeinsam mit dem Fußverkehr die klimaschonendste Fortbewegungsart.
Pro Tag werden in Deutschland 257 Mio. Wege mit etwas über 3,2 Mrd. Personenkilometern zurückgelegt. Davon entfallen 11 % der Wege und 3 % der Personenkilometer auf die Fortbewegung mit dem Rad. Wenn man berücksichtigt, dass das Auto in mehr als 40 % aller Fälle für Fahrten genutzt wird, die kürzer als 5 km sind und genau auf diesen Distanzen das Rad ein ideales Alltagsverkehrsmittel darstellt, lässt sich ein deutliches Umstiegspotenzial erkennen. Darüber hinaus sind die CO2-Emissionen von Kraftfahrtzeugen im Kurzstreckenbetrieb besonders hoch, da der Motor im kalten Zustand überproportional viel Kraftstoff verbraucht.
Rad fahren ist Mobilität ohne gesundheitsschädigende Luftschadstoffe
Auch bei Luftschadstoffen wie Feinstaub (PM10), Stickoxiden (NOx) etc. gilt der Straßenverkehr als einer der Hauptverursacher. In Zusammenhang mit den von der EU 1996 und 1999 bestimmten Immissionsgrenzwerten für Luftschadstoffe müssen seit 2002 in Deutschland Luftreinhaltepläne aufgestellt werden, wenn die Grenzwerte einschließlich der definierten Toleranzmargen überschritten wurden. Eine Möglichkeit, die Luftschadstoffe zu verringern, ist neben der Verkehrsvermeidung die Verkehrsverlagerung vom motorisierten Individualverkehr hin zum Rad- und Fußverkehr.
Rad fahren spart Fläche
Einen weiteren umweltrelevanten Aspekt stellt der immer weiter wachsende Verkehrsflächenanteil in Deutschland dar, der zu einer zunehmenden Versiegelung der Böden führt, die dadurch ihre natürlichen Funktionen verlieren. Der größte Teil dieser Verkehrsflächen wird momentan vom motorisierten Straßenverkehr beansprucht.
Neben den Problemen, die durch den fließenden Autoverkehr verursacht werden, stellt auch der ruhende Verkehr in vielen Fällen einen kritischen Punkt für die Umwelt dar. Um die haltenden und parkenden Autos unterbringen zu können, müssen in Städten mit ihren begrenzten Platzverhältnissen noch zusätzlich Parkmöglichkeiten in Form von Parkplätzen oder Parkhäusern geschaffen werden. Der Flächenverbrauch von Fahrrädern ist in dieser Hinsicht um ein Vielfaches geringer, was dazu beiträgt die Umwelt zu schonen und damit auch die Lebensqualität der Menschen zu steigern, vor allem in den größeren Städten. Auf jedem einzelnen Autoparkplatz kann man gut acht Fahrräder abstellen.
Rad fahren ist geräuscharm
Ebenso beeinträchtigt der vom Verkehr erzeugte Lärm die Umwelt und die Menschen. Die jüngste Lärmkartierung (2022) für Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohner*innen in Deutschland ergab, dass allein an den untersuchten Straßen rund 10,2 Mio. Menschen von L DEN-Pegeln von über 55 Dezibel (dB(A)) betroffen sind. Als gute akustische Umwelt gelten LDEN-Werte um 50 dB(A), wobei für die Nacht Werte von 40 dB(A) und weniger als optimal angesehen werden. Ansonsten drohen gesundheitliche Schäden (z. B. steigendes Herzinfarktrisiko oder Schlafstörungen). Die in diesem Zusammenhang erstellten Lärmaktionspläne der Kommunen sollten daher auch die Förderung des Radverkehrs, beinhalten, denn der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad leistet einen deutlichen Beitrag, den durch den Personenverkehr verursachten Lärm zu verringern und so Umwelt und Mensch zu entlasten.