Für das Erreichen der Klima- und Umweltschutzziele im Verkehrssektor und für lebenswertere öffentliche Räume ist Suffizienz unverzichtbar. Suffizienz – vereinfacht verstanden als Verhaltensänderung zugunsten einer nachhaltigeren Lebensweise – ist allein schon notwendig, um die Lücken der Nachhaltigkeitsstrategien „Effizienz“ und „Konsistenz“ zu schließen.
Trotz Effizienzsteigerungen (verringerter Ressourceneinsatz durch sparsamere Motoren) und der Förderung nachhaltiger Stoff- und Energieströme (= Konsistenz, es entstehen wenig oder keine Abfallprodukte und Emissionen, Verwendung natürlicher, nachwachsender Rohstoffe) konnten bisher im Verkehrssektor die absoluten Treibhausgasemissionen in Deutschland nicht in ausreichendem Maße reduziert werden. Durch den wachsenden Pkw-Bestand, die Anschaffung größerer, schwerer und leistungsstärkerer Pkw, verbunden mit einer – speziell im Güterverkehr – zunehmenden Verkehrsleistung bleibt der Energieverbrauch im Verkehr hoch. Der Verkehrssektor ist für rund ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich – Tendenz steigend.
Suffizienz wird im Verkehrssektor politisch bislang wenig thematisiert, da nachhaltigkeitsorientierte Veränderungen des Mobilitätsverhaltens häufig mit Einschränkungen („Verboten“) in Verbindung gesetzt werden und daher als konfliktträchtig und schwer umsetzbar gelten. Dies war der Ausgangspunkt für das UBA-Projekt „Erarbeitung einer Suffizienzstrategie für den Verkehrssektor und ihre erfolgreiche Kommunikation“. Kernfragen des Projekts lauten: Was genau bedeutet Suffizienz für den Bereich Mobilität, und wie kann es gelingen, diese in der Mitte der Gesellschaft zu verankern?