Erarbeitung eines integrierten Klimaanpassungskonzeptes im Landkreis Göppingen
Ausgehend von einer Klimaanalyse für den Landkreis und elf seiner Kommunen wurden die Betroffenheiten analysiert und anschließend lokalspezifische Maßnahmen entwickelt. Neben den kommunalen Steckbriefen wurden Maßnahmen für die Kreisverwaltung erarbeitet.
Das Klimaanpassungskonzept für den Landkreis umfasst insgesamt 74 Maßnahmen, die dabei helfen sollen, sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und die Risiken zu minimieren. Deren Wirksamkeit wird zukünftig mittels eines kontinuierlichen Controllings überprüft.
Der Kreistag stimmte mehrheitlich zu.
Die Klimaanpassungskonzepte der Kommunen, die lokalspezifische Maßnahmen entwickelt haben, umfassen im Schnitt 27 Maßnahmen. Sie dienen der zukünftigen lokalen Ausrichtung der Klimaanpassung vor Ort und liegen den Gemeinderäten zur Beschlussfassung vor beziehungsweise wurden bereits beschlossen.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Landratsamt Göppingen, Stabsbereich Klimaschutz und Klimawandelanpassung im Umweltschutzamt des Landratsamtes Göppingen https://www.team-klima.de/start/teamklima/klimawandelanpassung.html
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Dauer der Umsetzung
- Zeitraum der Förderphase 01.01.2023 – 28.02.2025, Zeitraum der Konzepterstellung 15.09.2023 – 31.12.2025.
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- 120.000€
- Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
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- Bund
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Konzepterstellung: circa 120.000€, ohne die Kosten für die Personalstelle der Klimaanpassungsmanager*in.
Das Projekt wurde gefördert im Rahmen des Förderprogramms: Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Im Rahmen des o.g. Förderprogramms wird auch das Folgeprojekt: Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzeptes für den Landkreis Göppingen gefördert (Laufzeit:1.3.25-29.2.28).
Weiterführende Links
- Links zur Maßnahme
Beteiligung
- Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
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- Öffentliche Verwaltung/Politik
- Sonstige
- Die Entwicklung des Maßnahmenkatalogs für die Kreisverwaltung fand im Rahmen von zwei ämterübergreifenden Workshops statt. Des Weiteren wurde der Klimaschutzbeirat (Gremium mit Akteur*innen der Kreispolitik und Vertreter*innen aus Verbänden) um die Belange der Klimaanpassung erweitert und die Maßnahmenvorschläge dort vorgestellt.
- Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
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- Aufbau von Netzwerken
- Bereitstellung von Informationsmaterialien
- Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
- Online-Befragung / -Dialog
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
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Durch die Erarbeitung des Konzeptes hat eine weitere Sensibilisierung für die Folgen des Klimawandels und mögliche Anpassungsmaßnahmen innerhalb der Kreisverwaltung und der Kommunen stattgefunden. Erstmalig wurden zu erwartende Entwicklungen und sich daraus ergebende Betroffenheiten systematisch erfasst und aufbereitet.
Dank der entwickelten Maßnahmenkataloge liegt jetzt dem Landkreis ein Fahrplan vor, der ein gezieltes und engagiertes Vorgehen ermöglicht. Er bündelt die Maßnahmen und legt Zuständigkeiten fest. Sein Erstellungsprozess half, zusätzliche Handlungsbedarfe zu identifizieren und die Klimaanpassung im Landkreis und seinen Kommunen zu optimieren.
Die insgesamt elf kommunenscharfen Steckbriefe bieten einen echten Mehrwert für die Kommunen und erleichtern ihnen den Einstieg erheblich, eigene Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen, um sich damit auch auf zukünftige gesetzliche Anforderungen vorzubereiten.
- Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
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- Analyse (z.B. Soll-Ist-Abgleiche, Meilensteinabgleich, Medienanalyse)
- Monitoring (z.B. Messung, Erfassung von Daten, TN-Zahlen, Webseitenklicks)
- Erläuterung
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Dokumentation der Maßnahmen und durchgeführten Umsetzungsschritte sowie die Überprüfung der Zielerreichung, um bei Bedarf nachsteuern und das Klimaanpassungskonzept mit seinem Maßnahmenkatalog fortentwickeln zu können.
Über die geplante Plattform des Verbands Region Stuttgart und den Klimaatlas Baden-Württemberg werden Impact Indikatoren zu den Entwicklungen des Klimawandels abgerufen werden können. Die Erfolgsindikatoren werden näher im 11. Kapitel des Klimaanpassungskonzeptes beschrieben.
- Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
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Die Weiterführung des Klimaanpassungsmanagements läuft bereits im Rahmen der zweiten Phase (A2) der Förderung. Gleichzeitig soll das Beratungsangebot für Kommunen und Bürger*innen im Landkreis zu den Themen Starkregen und Hitzeschutz ausgebaut werden.
Begleitet wird die Beratung durch Öffentlichkeitsarbeit. Es wurde ein Hitzeknigge erarbeitet, welcher für die Kommunen individualisierbar ist. Außerdem werden thematische Führungen zu Hitze in der Stadt angeboten. Kommunen werden bei der Einführung des Flutinformations- und Warnsystems unterstützt. Gemeinsam mit der Energieagentur Landkreis Göppingen soll eine ganzheitliche Beratung und Begleitung zu Themen der Klimaanpassung für Privatpersonen und Kommunen aufgebaut werden mit Fokus auf die Vernetzung der Akteur*innen untereinander und das Weitergeben von Erfahrungswerten. Weiterhin werden Leitlinien zur klimaangepassten Bauweise für Architekt*innen oder Bauwillige und für die Kommunen zur Bauleitplanung zur Verfügung gestellt.
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- Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
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- Ja, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz: z. B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
- Ja, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
- Betont wurde die Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes als Grundlage von gelingenden Klimaanpassungsmaßnahmen, beispielsweise die positiven Nebeneffekte der Biotopverbundplanung für die Klimaanpassung oder die klimaangepasste Perspektive auf Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der Eingriffsregelungen in der Bauleitplanung.
Die Entwicklung der Maßnahmen hat durch die fachliche Zusammenarbeit darüber hinaus die Netzwerke innerhalb der Kreisverwaltung mit den Kommunen gestärkt .
Hindernisse
- Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
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Die anfangs eingeschränkte Verfügbarkeit von regionalen Klimadaten konnte durch eine Abänderung der Methodik verbessert werden. Dies gelang durch eine Umstellung einer Analyse anhand repräsentativer Konzentrationspfade (RCP-Modell) hin zur Betrachtung des Erwärmungslevels. Es wurden die jeweiligen projizierten Änderungen der Kennwerte für eine globale Erwärmung um 2°C dargestellt. Die nicht eindeutig als Pflichtaufgabe definierte Klimaanpassung könnte die geplante Maßnahmenumsetzung erschweren.
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- Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
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- Nein
Kontaktdaten
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Moritz PaulLandratsamt Göppingen - UmweltschutzamtLorcherstraße 673033 Landkreis GöppingenDeutschland
- Abteilung
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m.paul@lkgp.de
- Telefonnummer
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071612022288
- Faxnummer
Ort der Umsetzung
Lorcherstraße, 6
73033 Göppingen
Deutschland