Durch ihre Fähigkeit hormonelle Vorgänge zu beeinflussen, werden ED als eine mögliche Ursache für das vermehrte Auftreten von hormonabhängigen Tumoren (Prostata-, Hoden- und Brustkrebs), von Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Adipositas) sowie von Verhaltensauffälligkeiten (Autismus, Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)-Syndrom (AD(H)S)) und neurologischen Erkrankungen (Alzheimer, Demenz) diskutiert. Des Weiteren scheinen sie ein früheres Einsetzen der Pubertätsentwicklung, das Auftreten von Fehlbildungen der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane sowie eine abnehmende Fertilität durch eine sinkende Spermienqualität zu begünstigen.
Ergebnisse aus Tierstudien und Beobachtungen beim Menschen zeigen, dass diese sich abzeichnenden Trends zumindest teilweise durch die Wirkung von Umwelthormonen, also Umweltchemikalien, die das menschliche Hormonsystem stören, hervorgerufen sein könnten. Diese Chemikalien werden verdächtigt, in die Entwicklung des Menschen vor der Geburt und in der frühen Kindheit einzugreifen, diese zu stören und somit im späteren Leben zu einer Krankheitsentstehung beizutragen.