Klimaanpassung in der beruflichen Bildung
9:00 — 11:00
Integration von Kompetenzen für Klimaanpassung und Natürlichen Klimaschutz in die Berufsbildung
Erkenntnisse aus dem Projekt Solargründach-Weiterbildung im Dachdeckerhandwerk.
Online-Abschlussworkshop
Anhand des Projekts „Solargründach-Weiterbildung“ konnte aufzeigt werden, wie die Umsetzung einer train-the-trainer Weiterbildung im Dachdeckerhandwerk in der Praxis aussehen kann. So werden im Projekt Kompetenzen zum Thema Solargründach über eine Weiterbildung für Ausbilder/-innen von überbetrieblichen Bildungsstätten (ÜBS) des Dachdeckerhandwerks und Berufsschullehrer/-innen von kooperierenden Berufsschulen vermittelt. Durch den train-the-trainer-Ansatz sollen diese befähigt werden, die erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten an ihre Auszubildenden weiterzugeben. Eine begleitende Evaluation ermittelt die Wirksamkeit dieses Ansatzes. Das Projekt wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und dem Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) durchgeführt. Es wird durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert und vom Umweltbundesamt (UBA) ausgeführt.
Im Online-Fachworkshop wurden zunächst bisherige Forschungsergebnisse zu Kompetenzbedarfen für Klimaanpassung vorgestellt. Dabei wurde insbesondere darauf eingegangen, wie Klimaanpassungsmaßnahmen in den unterschiedlichen Branchen aussehen können, welche beruflichen Kompetenzen es für deren Umsetzung braucht und wie diese Kompetenzen im Rahmen der beruflichen Bildung bereits vermittelt werden oder zusätzlich verankert werden können.
In einer anschließenden Paneldiskussion berichteten verschiedene Akteure des Dachdeckerhandwerks, der Baubranche sowie des Garten- und Landschaftsbaus aus dem Blickwinkel von Verbänden, Betrieben sowie Bildungsstätten und -projekten über ihre Vorgehensweisen, Erfahrungen und Absichten hinsichtlich der Thematisierung von Klimaanpassung und Natürlichem Klimaschutz in der Berufsbildung. In der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmenden zeigte sich, dass technisch bereits vieles möglich ist und dass das Klimahandwerk eine wichtige Rolle in der Beratung der Kundinnen und Kunden spielt. Die Teilnehmenden sahen eine große Herausforderung in der zunehmenden Bedeutung von Schnittstellen insbesondere bei den Gewerkeübergängen. Diese Punkte müssten zunehmend bereits in der Ausbildung und Prüfungsanforderung berücksichtigt werden. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung der Teilnehmenden, dass Klimathemen eher auf Akzeptanz bei Fachkräften stoßen, wenn sie im Kontext von Zukunftsorientierung, Langlebigkeit, traditionellen Bautechniken in Verbindung mit praktischen Übungen behandelt werden.
Der Fachworkshop richtete sich an folgende Zielgruppen:
- Akteure aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung
- Arbeitgeber-/Arbeitnehmerorganisationen, Kammern, Branchen-/ Berufsverbände
- Erfahrungsträgerinnen und -träger in der Klimaanpassung/ natürlicher Klimaschutz sowie in der beruflichen Bildung aus Bund, Ländern und Kommunen
- Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen (Verbände, Vereine)
- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, insbesondere aus der Bildungsforschung und Forschung zu Klimaanpassung/ natürlichem Klimaschutz
- Aus- und Weiterbildungspersonal aus der beruflichen Bildung (z. B. Berufsschullehrerinnen und -lehrer, Lehrkräfte in überbetrieblichen Bildungszentren, Ausbilderinnen und Ausbilder)
Der Fachworkshop wurde vom Projektteam bestehend aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) mit Unterstützung des UBA und des BMUKN durchgeführt.
Link zur Projektwebsite: https://www.bibb.de/de/203586.php