Aussehen und Vorkommen
Der Gemeine oder Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum) gehört zur Familie der Nagekäfer (Ptinidae), zu der als weiterer relevanter Holzschädling auch der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) gehört. Aber auch Vorratsschädlinge, wie zum Beispiel der Brotkäfer und der Tabakkäfer gehören zur Familie der Nagekäfer. Im Freien ist der Gewöhnliche Nagekäfer eher selten und nur in kühlen und feuchten Regionen anzutreffen. Bevorzugt werden trockene Laub- und Nadelhölzer. In der Natur übernimmt der Gewöhnliche Nagekäfer eine wichtige Rolle bei der Zersetzung abgestorbener Bäume. Überwiegend tritt er aber synanthrop, also in der Nähe des Menschen, auf. Durch Warenhandel wurde die ursprünglich aus Europa stammende Art weltweit verbreitet.
Die erwachsenen Käfer sind 3 bis 5 mm lang, dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt und haben eine gedrungene Körperform. Der Halsschild überdeckt, typisch für Nagekäfer, den Kopf kapuzenartig. Auf den Flügeldecken sind parallele Punktreihen zu sehen. Das erste Larvenstadium ist aktiv und auch auf der Holzoberfläche zu sehen. Ab dem zweiten Larvenstadium ähneln die Larven Engerlingen und fressen nur noch im Holz („Holzwurm“). Die Larven sind weiß bis gelblich und bis zu 7 mm lang.
Die Eiablage erfolgt an der Holzoberfläche in alte Schlupflöcher oder andere geeignete Stellen. Die Weibchen sterben anschließend ab und verbleiben oftmals im Holz. Da die Käfer sehr standorttreu sind, ist es nicht selten, dass sich mehrere Generationen an einer Stelle entwickeln. Die Dauer der Larvenentwicklung ist abhängig vom Nährstoffgehalt des Holzes, der Holzfeuchte und der Temperatur und beträgt im Mittel 2 Jahre. Wird altes, nährstoffarmes Holz befallen, kann die Entwicklung aber auch bis zu 10 Jahre dauern. Die Larven benötigen für ihre Entwicklung eine Holzfeuchte von mindestens 10 bis 12% bzw. eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 60% und haben ein Temperaturoptimum von 22 bis 23°C. Bevorzugt werden kühle, ungeheizte Räume beziehungsweise Gebäude mit gleichmäßig niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchte, zum Beispiel alte Kirchen, Scheunen, Keller und Museen. Räume mit Zentralheizung oder sonnenbeschienene Dachböden sind dagegen im Regelfall zu trocken.
Eine Ausbreitung der Käfer erfolgt über befallenes Holz oder durch Zuflug.