Öffentliche Wasserversorgung

Die öffentliche Wasserversorgung versorgt fast die gesamte Bevölkerung mit Trinkwasser. Im Jahr 2013 benötigte jede Person täglich 121 Liter. Das sind 23 Liter weniger als 1991. Dieser Rückgang zeigt ein hohes Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit Wasser in der Bevölkerung und senkt somit die Wasserentnahmen aus natürlichen Ressourcen. Das Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserressoure.

Inhaltsverzeichnis

 

Grundwasser ist wichtigste Trinkwasserressource

Mehr als 99 Prozent (%) der Bevölkerung waren im Jahr 2013 an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. 5.948 Unternehmen versorgten die Menschen in Deutschland mit Trinkwasser. Um dieses zu ermöglichen, entnahmen die Unternehmen im Jahr 2013 etwas mehr als 5 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³) Rohwasser. Fast 70 % des Wassers stammte aus Grund- und Quellwasser. Das waren gut 3,5 Mrd. m³. Der Rest des Wasserbedarfs wurde aus Oberflächenwasser und Uferfiltrat gedeckt (siehe Abb. „Wassergewinnung nach Wasserarten 2013“).

Die Wasserversorger gewannen im Jahr 2013 das Trinkwasser zu 61 Prozent aus Grundwasser, zu 8,4 Prozent aus Quellwasser, zu 8,6 Prozent aus Uferfiltrat, zu 12,2 Prozent aus See- und Talsperrenwasser sowie 8,8 Prozent aus angereichertem Grundwasser.
Wassergewinnung nach Wasserarten 2013
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

4,5 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser

Von den 5 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³) Rohwasser stellten die Unternehmen den Letzterbrauchern – also etwa Privathaushalten, Kindergärten, Krankenhäusern und Gewerbebetrieben – im Jahr 2013 etwas weniger als 4,5 Mrd. Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung. Davon gingen knapp 80 Prozent (%) –das entspricht 3,5 Mrd. m³ – an private Haushalte und Kleingewerbe, zum Beispiel an Bäckereien, Metzgereien, Arztpraxen und Anwaltskanzleien. Informationen, wofür das Wasser in den privaten Haushalten verwendet wird, finden Sie im Artikel „Wassernutzung privater Haushalte“.

Die verbleibende Menge von zirka 927 Mio. m³ lieferten die Wasserversorgungsunternehmen an Schulen, Behörden, Krankenhäuser und an größere gewerbliche Unternehmen. Einen geringen Teil des Trinkwassers benötigten die Wasserversorger selbst oder er ging durch Rohrbrüche oder Havarien verloren (siehe Tab. „Wasserabgabe der öffentlichen Wasserversorgung an Letztverbraucher“).

Die Wasserversorger senkten zwischen den Jahren 1991 und 2013 ihre Wasserverluste um fast 38 Prozent und ihre Trinkwasserlieferungen um mehr als 22 Prozent. Der individuelle Tagesverbrauch an Trinkwasser sank im selben Zeitraum von 144 auf 121 Liter.
Tab: Wasserabgabe der öffentlichen Wasserversorgung an Letztverbraucher
Quelle: Statistisches Bundesamt Tabelle als PDF
 

Sinkender Trinkwasserverbrauch, geringere Verluste

Über die Zeit betrachtet gibt es eine positive Entwicklung. Die Wasserversorgungsunternehmen brauchten in den Jahren 1991 bis 2013 stetig weniger Wasser, um den Trinkwasserbedarf zu decken. Gegenüber den 5 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³) im Jahr 2013 waren es 1991 noch mehr als 6,5 Mrd. m³. Das ist ein Rückgang um gut 22 Prozent (%) (siehe Tab. „Wassergewinnung der öffentlichen Wasserversorgung nach Wasserarten“).

Diese Wassereinsparung wurde aus zwei Gründen möglich: Den Wasserversorgungsunternehmen gelang es einmal, die Wasserverluste etwa durch Rohrbrüche und Undichtigkeiten spürbar zu senken: Im Jahr 1991 gingen auf diese Weise noch 758 Mio. m³ verloren, im Jahr 2013 noch 471 Mio. m³. Das ist im europäischen Vergleich eine sehr geringe Verlustrate. Den Hauptanteil an der Einsparung hatte jedoch der gesunkene individuelle Wasserverbrauch. Lag der tägliche Wasserverbrauch 1991 noch bei 144 Litern pro Einwohner sind heute 121 Liter (l) ausreichend (siehe Abb. „Öffentliche Wasserversorgung - Wasserabgabe an Haushalte“). Dieser Durchschnittswert verteilt sich jedoch recht breit zwischen den einzelnen Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bayern und Schleswig-Holstein nutzte eine Person im Schnitt 130 l und mehr täglich, in Sachsen nur 86 l (siehe Abb. „Wasserabgabe zum Letztgebrauch an Haushalte und Kleingewerbe nach Bundesländern 2013“).

<>