Marktdaten: Bereich Sonstige Konsumgüter

Textilien, Möbel, Papier oder Reinigungsmittel: In einem Haushalt wird eine Vielzahl von Produkten gebraucht, die allesamt die Umwelt belasten. Verlässliche ökologische Labels wie der Blaue Engel dienen hier als wichtige Orientierungshilfe, wobei ihre Relevanz je nach Produktkategorie sehr unterschiedlich ist.

Inhaltsverzeichnis

 

Ökologische Labels

Für umweltfreundliche Produkte aus dem Bereich Sonstige Konsumgüter gibt es kaum verlässliche Marktdaten. Lediglich bei Holzprodukten aus Baumärkten und bei Textilien lassen sich quantifizierte Aussagen treffen. In den anderen Produktbereichen, in denen es Umweltlabel gibt, sind nur vage Einschätzungen auf der Basis der Anzahl von Labelnehmern möglich (siehe Abb. „Anzahl Produkte mit dem Blauen Engel nach Produktkategorien“). Die Labels lassen sich dabei in Bezug auf ihre Marktrelevanz folgenden drei Kategorien zuordnen:

  • Weit verbreitete Labels mit langsamer Entwicklung: Dazu gehören FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certifikation Schemes) für Holz- und Papierprodukte sowie der Blaue Engel für Papierprodukte und Farben und Lacke. Die Labels verfügen in ihren Marktsegmenten über beträchtliche Marktanteile (mindestens 15 Prozent) und sind Teil des Massenmarktes geworden. Bei Holzprodukten aus Baumärkten haben FSC und PEFC zusammen sogar einen Marktanteil von über 90 Prozent (%). Größere Zuwächse wären vor allem bei Recyclingpapier noch möglich (Blauer Engel), allerdings nur mit Hilfe politischer Anstrengungen.
  • Nischenlabels mit geringen Wachstumsperspektiven: In diese Kategorie fällt das EU Ecolabel, dessen Marktanteile unter einem Prozent liegen und teilweise sogar rückläufig sind. Aufgrund der marginalen Bedeutung des EU Ecolabels als Kaufkriterium und der Dominanz des Blauen Engels in ähnlichen Produktgruppen ist nicht anzunehmen, dass sich das Label in Deutschland aus dem Nischendasein verabschiedet.
  • Junge, dynamische Nischenlabels: Dazu gehört das GOTS-Label für umwelt- und sozialverträgliche Textilien. Das Label ist durch typische Hindernisse für eine erfolgreiche Marktdurchdringung geprägt, wie etwa durch die Vielzahl konkurrierender Labels. Aufgrund der hohen Dynamik dürfte das Label künftig aber an Bedeutung zulegen (siehe Textilien).
Die größte Verbreitung des Blauen Engels findet sich bei Druckern und Multifunktionsgeräten mit 3.816, bei Papierprodukte mit 3.350 und bei Farben und Lacken mit 1.893 Produkten mit dem Blauen Engel.
Anzahl der Produkte mit dem Blauen Engel nach Produktkategorien
Quelle: Blauer Engel Diagramm als PDF
 

Textilien

Ökologisch produzierte Textilien sind nach wie vor ein Nischensegment. Der Marktanteil von Textilien und Bekleidung mit dem GOTS-Label (Global Organic Textile Standard) ist mit 0,05 Prozent verschwindend klein (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Bekleidung und Schuhen“) (Gesellschaft für Konsumforschung 2016: Marktdaten Ökolabel GOTS).

Gründe dafür dürften die beschränkte Auswahl an Bekleidung sein, welche ein Öko-Label trägt, sowie die verschiedenen konkurrierenden Labels im Textilbereich. Neben dem GOTS-Label sind für Textilien unter anderem auch das Europäische Umweltzeichen und das Label Textiles Vertrauen (nach Öko-Tex Standard 100, 100+ oder 1000) verbreitet, mit zum Teil sehr unterschiedlichen ökologischen Anforderungen. Hinzu kommt, dass große Handelsketten für ihre Öko-Textilien firmeneigene Standards verwenden oder verwendete Standards nicht auszeichnen, so dass sie durch die Marktforschung nicht als solche erkannt werden können.

Der Umsatz von GOTS-zertifizierten Textilien ist von 13 Millionen im Jahr 2009 auf 204 Millionen im Jahr 2014 gestiegen.
Umsatz und Marktanteil von Bekleidung und Schuhen (GOTS)
Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Diagramm als PDF
 

Entwicklung der konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen

Die Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf der sonstigen Konsumgüter und Dienstleistungen der Haushalte haben seit 2000 kaum abgenommen (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionen Sonstiger Konsumgüter“). Die Entwicklung ist für die einzelnen Produktgruppen zwar unterschiedlich. Aber lediglich im Textilbereich sind die Emissionen gesunken. In den anderen Produktgruppen sind sie konstant geblieben (Sonstige Waren und Dienstleistungen, Möbel, Schmuck, Musikinstrumente usw.) oder sogar gestiegen (Chemische Erzeugnisse etc. und Elektrische Ausrüstungen etc.).

Die Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf bei den Sonstigen Konsumgütern haben sich seit dem Jahr 2000 mit 1,62 Tonnen kaum verändert. Im Jahr 2012 lagen sie bei 1,56 Tonnen. Lediglich im Bereich Textilien und Bekleidung sind die Emissionen gesunken.
Kohlendioxid-Emissionen Sonstiger Konsumgüter
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF