mit dieser Ausgabe feiern wir gleich mehrere besondere Meilensteine:
Unser Newsletter erscheint zum 100. Mal – ein Moment, der uns mit großer Dankbarkeit erfüllt. Seit Beginn begleitet uns eine stetig wachsende Community und im Frühjahr 2025 durften wir erstmals die Marke von 10.000 Abonnements überschreiten – Tendenz weiter steigend. Dieses Vertrauen und Interesse sind für uns Ansporn und Motivation zugleich.
Außerdem feiern wir 10 Jahre Bundespreis „Blauer Kompass“, der seit Jahren wegweisende Projekte im Bereich Klimaanpassung sichtbar macht. In unserem Schwerpunktartikel erfahren Sie mehr zur Entstehung, Entwicklung und aktuellen Runde des Bundespreises. Bewerben Sie sich jetzt!
Gemeinsam mit Ihnen blicken wir stolz zurück – und mit Zuversicht nach vorn. Vielen Dank, dass Sie Teil dieser Reise sind!
Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt
Schwerpunktartikel
Zehn Jahre „Blauer Kompass“ – Bundespreis für Klimaanpassung startet in neue Runde
10 Jahre "Blauer Kompass"
Quelle: Umweltbundesamt / BMUKN
Der bundesweite Wettbewerb der besten Klimaanpassungsprojekte „Bundespreis Blauer Kompass“ feiert in diesem Jahr Jubiläum: Seit zehn Jahren zeichnet er Akteure aus, die zeigen, wie Klimaanpassung in der Praxis gelingt. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und das Umweltbundesamt (UBA) rufen auch in der aktuellen Runde wieder dazu auf, sich zu bewerben.
Bis zum 20. März 2026 können sich Kommunen, private und kommunale Unternehmen, Schulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Vereine, Verbände und Stiftungen mit ihren Beiträgen zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels um den Preis bewerben. Im Jubiläumsjahr bekommt der Preis eine Neuerung: Schulprojekte können sich in einer eigenen Kategorie bewerben. Der Preis ist in jeder Kategorie mit 25.000 Euro dotiert. Dazu kommt ein verdientes Maß an Aufmerksamkeit – für alle, die ganz praktisch zeigen, wie Klimaanpassung geht.
100 Ausgaben dieses Newsletters: Eine Chronik des Reifeprozesses der Klimaanpassung in Deutschland
Seit 2007 informiert der Newsletter „Klimafolgen und Anpassung“ über die Klimaanpassung in Deutschland – und hat in dieser Zeit selbst eine inhaltliche Transformation durchlaufen. In den ersten Jahren nach Verabschiedung der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) im Jahr 2008 stand der Aufbau eines gemeinsamen Grundlagenverständnisses im Mittelpunkt. Was bedeutet Anpassung? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen vor? Wie kann für Klimarisiken sensibilisiert werden?
Mit zunehmendem Verständnis verschob sich der Fokus zur Handlungsebene. Kommunale Praxis, sektorspezifische Strategien und konkrete Maßnahmen rückten in den Vordergrund. Der Newsletter widmete sich verstärkt Planungsinstrumenten, Datengrundlagen und ersten Tools. Querschnittsthemen wie Finanzierung und Kapazitätsaufbau kamen hinzu.
Heute liegt der Schwerpunkt auf Umsetzung und Operationalisierung. Wie kann Klimaanpassung in bestehende Politikfelder integriert werden? Wie können erfolgreiche Ansätze skaliert werden? Welche Governance-Strukturen und Finanzierungsmodelle braucht es?
Mit über 11.250 Abonnements ist der Newsletter heute ein zentrales Medium für die Klimaanpassungscommunity in Deutschland. Zum Jubiläum möchten wir vier beliebte Artikel aus den letzten Jahren erneut hervorheben, deren Lektüre sich heute noch lohnt:
Einmal wöchentlich bieten die Spotlights des Zentrums KlimaAnpassung (ZKA) Raum und Gelegenheit, Fragen zu einem Schwerpunktthema der Klimaanpassung online zu diskutieren und sich mit anderen zu vernetzen. Bei zwei Terminen in den nächsten Wochen ist das UBA zu Gast:
18. Februar 2026: Deutsches Klimavorsorgeportal – Dienste für Kommunikation, Öffentlichkeits- und Pressearbeit: Das UBA-KomPass-Team stellt vor, was das KLiVO-Portal bietet und wie erfolgreiche Kommunikation für naturbasierte Klimaanpassung gelingt. Auch geht es um die Frage, wie Kommunen Öffentlichkeits- und Pressearbeit nutzen können, um naturbasierte Anpassung zu kommunizieren.
4. März 2026: Bundespreis Blauer Kompass 2026: Fragen und Antworten rund um Ihre Bewerbung: Bei diesem Termin stellt das UBA-KomPass-Team gemeinsam mit co2online vor, wer sich für den Preis bewerben kann, was sich in dieser Wettbewerbsrunde verändert und welche Kriterien bei der Bewertung herangezogen werden.
Erfolgreicher Start des BlueGreen City Coachings (BGCC)
Das Projekt BGCC unterstützt mittelgroße Städte, um klimaangepasste und wassersensible Stadtentwicklung durch den Einsatz blau-grüner Infrastrukturen (BGI) voranzutreiben. Es wird gemeinsam vom Umweltforschungszentrum (UFZ), dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und Fresh Thoughts durchgeführt und unter dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz vom BMUKN finanziert. Das UBA begleitet das Projekt eng, um die Umsetzung blau-grüner Stadtentwicklung im Mehrebenensystem zu unterstützen. In einem offenen Bewerbungsverfahren haben sich 10 Städte erfolgreich qualifiziert: Aachen, Braunschweig, Darmstadt, Freiburg, Göttingen, Gütersloh, Herne, Magdeburg, Mainz und Regensburg. Den Startschuss ins Coaching bilden Workshops vor Ort zu Siedlungswasserwirtschaft, Governance, Recht und/oder sozioökonomischen Aspekten.
Anpassungspolitik – Neues aus Bund, Ländern und Kommunen
Neue BMFTR-Förderung: Innovative Methoden in der Klimamodellierung
In den vergangenen Jahren wurde in verschiedenen Anwendungsfeldern ein rasanter Fortschritt in der operationellen Nutzung von Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz erzielt. Wie kann dies die Klimamodellierung voranbringen? Diese Frage greift das Bundesforschungsministerium mit der neuen Bekanntmachung der Richtlinie zur Förderung von wissenschaftlichen „Nachwuchsgruppen Globaler Wandel: Innovative Methoden in der Klimamodellierung“ auf und sucht die innovativsten Ideen von Nachwuchsforschenden.
Ausblick des Landes Berlin auf 2026: Klimaanpassungsgesetz, Schwammstadt, Moorrenaturierung
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin informiert über ihre Pläne für das Jahr 2026: Im Mai soll eine umfassende Planung für die Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes vorgelegt werden und im November eine ganzheitliche Klimaanpassungsstrategie und ein umfassendes Klimaanpassungsprogramm für Berlin. Auch bei der Umgestaltung zur klimaangepassten Schwammstadt und bei der Moorrenaturierung plant das Land weiter voranzuschreiten.
Bis 31. März 2026 bewerben: Baden-Württemberg fördert überregionale Kooperationen der Bio-Musterregionen
Mit Fördermitteln in Höhe von 100.000 Euro stärkt das Land Baden-Württemberg erstmals die überregionale Zusammenarbeit der Bio-Musterregionen, um Wertschöpfungsketten auszubauen. In den Regionen werden Akteure aus Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Verarbeitung, Vermarktung und Gastronomie dabei unterstützt, gemeinsam Ideen und Maßnahmen für mehr Öko-Landbau entlang der Wertschöpfungskette zu entwickeln und umzusetzen. Ein besonderes Augenmerk bei den Projekten liegt auf dem Mehrwert für die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel.
Klim-Up Rhein-Main: Neues Klimaanpassungsprojekt im BMWSB-Bundesprogramm RegioStrat
Mit „Regionen“ verbinden die meisten Menschen ihre Stadt, das Umland oder den Landkreis, in dem sie leben. Regionen sind aber auch Gegenstand nationaler und internationaler Politik. Hier geht es um strategische Ziele wie die Schaffung starker Wirtschaftsregionen, eine gute Gesundheitsversorgung und den Ausbau der Infrastruktur. Mit dem Programm „RegioStrat“ fördert das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen die strategische Regionalentwicklung. Das Programm läuft seit 2024 und fördert nun zwölf neue Projekte. Dazu zählt das Vorhaben „Klim-Up Rhein-Main – Regionale Klimaanpassungsstrategie“ des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main.
„Klimaanpassung am Fluss“: Ausstellung zur Renaturierung an Gewässern
Die Ausstellung „Klimaanpassung am Fluss“ in Düsseldorf zeigt anhand von 20 Fotografien die Renaturierung von Gewässern. Im Rahmen des Projekts „LIFE Green Heart“ der befreundeten Städte Toulouse (Südfrankreich) und Düsseldorf stellt die Ausstellung Fortschritte bei der Renaturierung an der Südlichen Düssel und auf der Toulouser Flussinsel „Île du Ramier“ dar. Auf 14 großformatigen Plakatbahnen werden die von zwei Jurys ausgewählten Fotografien aus dem öffentlichen Wettbewerb 2025 gezeigt.
Aufrufe zur Online-Beteiligung: Hattingen und Landkreis Wesermarsch
Bürgerbeteiligung bei der Klimaanpassung sichert die Akzeptanz und Wirksamkeit von Maßnahmen. Bürger*innen kennen lokale Gegebenheiten, Bedarfe und Verwundbarkeiten am besten. Wenn sie mitgestalten können, tragen sie Anpassungsmaßnahmen mit. Daher gehört die Beteiligung bei der kommunalen Entwicklung von Klimaanpassungskonzepten längst dazu. So auch in Hattingen (Nordrhein-Westfalen) und im Landkreis Wesermarsch (Niedersachsen). Beide setzen dabei u. a. auf eine interaktive Karte, auf der Bürger*innen Maßnahmenideen für konkrete Orte eintragen können.
Zell an der Mosel (RLP): Zuwendung aus dem regionalen Zukunftsprogramm der Landesregierung
Das regionale Zukunftsprogramm „Regional.Zukunft.Nachhaltig.“ unterstützt Kommunen in Rheinland-Pfalz mit besonderen strukturellen Herausforderungen gezielt bei der nachhaltigen Weiterentwicklung. Die Stadt Zell an der Mosel erhält eine Zuwendung von 2,5 Millionen Euro und finanziert damit unter anderem Maßnahmen zur Klimaanpassung wie die Entsiegelung eines Schulhofs oder den Bau von Trinkwasserspendern.
Software für Starkregenschutz erhält Bayerischen Klimaschutzpreis
Der Klimawandel lässt Starkregenereignisse häufiger und intensiver werden. Damit sich Kommunen vor den Wassermassen schützen und Bewältigungskonzepte erarbeiten können, haben Forschende der Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Technischen Universität München eine Starkregensoftware entwickelt. Sie ist in der Lage, innerhalb weniger Stunden Gefahrenkarten für ganze Städte anzulegen und potenzielle Vorsorgemaßnahmen wie Rückhaltebecken, Ableitungssysteme und Versickerungsmaßnahmen dabei zu berücksichtigen. Diese Entwicklung wurde mit dem Bayerischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Die Software soll nun kommerzialisiert und in die Breite gebracht werden.
Deutscher Olympischer Sportbund widmet sich der Klimaanpassung
In seinem ersten Sustainability-Report behandelt der Deutsche Olympische Sportbund neben Themen wie Jugendbeteiligung, Bildung und Menschenrechten auch das Thema Klimaanpassung. Er zeigt auf, dass sich der Sport im Freien durch Hitze und Extremwetter bereits verändert hat, dass Schäden an der Infrastruktur zunehmen und dass der Erhalt und die Anpassung von Sportstätten zur finanziellen Belastung werden. Ein eigener Abschnitt in dem Report widmet sich der Klimaanpassung im Sport. In Pilotprojekten will der Sportbund gemeinsam mit den Spitzenverbänden sportartspezifische Konzepte und Maßnahmen zur Klimaanpassung entwickeln und umsetzen.
Extremwetter, Stromausfälle und andere Krisenlagen stellen Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Unter Zeitdruck und in oft unübersichtlichen Situationen müssen sie schnell, sicher und koordiniert handeln. Vor diesem Hintergrund hat ein Forschungsteam der Universität Duisburg-Essen ein organisationsübergreifendes Modell für Ausbildung und Training entwickelt. Das Modell strukturiert Kompetenzen entlang der Phasen Vorsorge, Einsatz und Nachsorge und beschreibt, was professionelles Handeln unter Bedingungen von Unsicherheit, Zeitdruck und in dynamischen wie vielschichtigen Einsatzsituationen ausmacht. Das frei verfügbare Modell richtet sich an Verantwortliche aus Einsatzpraxis, Ausbildung und Politik.
Nachhaltiger Stadtumbau: große Parkplätze umgestalten
Große Parkplätze können wichtig sein, um im Zuge der Klimaanpassung innerorts Flächen zu entsiegeln. Oft stark versiegelt und bislang monofunktional für den ruhenden Verkehr genutzt, stellen sie ein wichtiges Potenzial für die Stadtentwicklung dar. Wie das angegangen werden kann, zeigen zwei neue Studien im Forschungsprojekt „Transformationspotenziale großflächiger Parkplätze für den nachhaltigen Stadtumbau“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
Mehr Raum für Grün: Toolbox unterstützt Regionalparks in Stadtregionen
Wachsende Städte brauchen Platz – für Wohnungen, Verkehr, Energiegewinnung und Freizeit. Gerade in Stadtregionen, also im Zusammenspiel von Kernstadt und Umland, geraten Grün- und Freiflächen zunehmend unter Druck. Wie sich diese wertvollen Räume sichern und gestalten lassen, zeigt die „Toolbox Regionalparks“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die praxisorientierte Online-Plattform unterstützt Regionen, Kommunen und weitere Akteure bei der Entwicklung und Umsetzung von Regionalparks. Sie bündelt Strategien und konkrete Hilfen für Planung, Organisation, Management und Finanzierung und enthält zudem Praxisbeispiele, Karten, Abbildungen und Kurzfilme aus Fallstudien.
Horizont Europa: Arbeitsprogramm 2026-2027 für Cluster „Klima, Energie und Mobilität“ und Missionen veröffentlicht
Die Horizont-Europa-Arbeitsprogramme 2026-2027 für das Cluster „Klima, Energie und Mobilität“ sind seit Dezember auf dem Funding and Tenders Portal der EU-Kommission verfügbar. Die Calls im Bereich Klima umfassen etwa die Ökonomie des Klimawandels und Kosten der Untätigkeit, die Bekämpfung von Desinformation sowie effektive Kommunikation zum Thema Klimawandel und weiterhin die Förderung des Verständnisses, der Modellierung und Vorhersage von Extremwetterereignissen in einem sich wandelnden Klima. In mehreren thematischen Online-Informationsveranstaltungen präsentieren die beratenden Nationalen Kontaktstellen die zu erwartenden Themen für 2027. Am 10. März 2026 um 10 Uhr wird die Mission „Adaptation to Climate Change“ vorgestellt.
EEA: Briefing zu Investitionen in Klimaanpassung und Report zu Erfahrungen der Europäer*innen mit Klimawandelauswirkungen
In dem Briefing „Making agriculture, energy and transport climate resilient: how much money is required and what will it deliver?” beschreibt die Europäische Umweltagentur (EEA) die langfristigen Vorteile von Investitionen in Klimaresilienz. Sie stellt die Kosten für die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit in einigen der klimaschädlichsten Sektoren Europas dar – Landwirtschaft, Energie und Verkehr – und beschreibt die Vorteile für die Wirtschaft und Gesellschaft der EU.
In einem weiteren Bericht untersucht die EEA gemeinsam mit der European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions (Eurofound) die Erfahrungen der Europäer*innen mit klimabedingten Auswirkungen, die Besorgnis über die künftigen Auswirkungen und die ergriffenen Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit. Der Report zeigt auf, wie die Klimaresilienz zwischen Regionen und demografischen Gruppen variiert und er bietet den ersten europaweiten Überblick über umgesetzte Maßnahmen zur Klimaresilienz.
Zehn Jahre COPE: Neue Lernplattform und neues Buch zum Klimawandel für Kinder
COPE Disaster Champions ist eine globale Initiative, die sich seit zehn Jahren an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren richtet und kostenlose Kinderbücher über Katastrophenvorsorge veröffentlicht, etwa zu den Themen Überschwemmungen, Hitzewellen, Wirbelstürme und Erdbeben. COPE hat nun eine neue Lernplattform gestartet und ein neues Buch zum Klimawandel veröffentlicht. Damit sollen Kinder mit Wissen und Werkzeugen ausgestattet werden, um Klimawissenschaften, Umweltrisiken und die Bedeutung von Maßnahmen zu verstehen. COPE ist in 23 Sprachen verfügbar, darunter die sechs offiziellen UN-Sprachen, und arbeitet mit Partnern wie UNDRR, WMO und UNICEF zusammen, um Kinder weltweit zu bilden und zu stärken.
Meta-Studie zeigt, wie Tiere sich an den Klimawandel anpassen
Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf die Tierwelt. Ein internationales Forschungsteam aus mehr als 60 Forschungseinrichtungen analysierte in einer Meta-Studie gut 200 wissenschaftliche Untersuchungen an 73 Tierarten darauf, wie genau der Klimawandel mit der Phänologie, Morphologie und Bestandsentwicklungen zusammenhängt. In der Fachzeitschrift „Nature Communications“ zeigen die Forschenden, dass die jahreszeitlichen Entwicklungserscheinungen sehr sensibel auf Temperaturveränderungen reagieren und dies für viele Arten einen Mechanismus zur Bewältigung des Klimawandels darstellt.
Umweltbewusstseinsstudie 2024: Mehrheit in Deutschland spürt Klimawandel (DE)
Die Mehrheit der Menschen in Deutschland nimmt bereits konkrete Auswirkungen des Klimawandels wahr, insbesondere Extremwetterereignisse, Hitzeperioden, Dürren, Veränderungen natürlicher Lebensräume und Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit. Vulnerable Gruppen wie ältere Personen, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Schwerbehinderungen sowie Frauen spüren eine stärkere Belastung durch den Klimawandel. Diese Ergebnisse lieferte die Umweltbewusstseinsstudie 2024, eine repräsentative Befragung, die im Auftrag des Umweltbundesamts alle zwei Jahre durchgeführt wird. Ein wissenschaftlicher Report stellt nun vertiefende Analysen bereit.
Stadtgrün ist für die Lebensqualität unverzichtbar – Parks, Alleen, begrünte Dächer und Fassaden, Verkehrsinseln, Friedhöfe und Kleingärten sind wichtige Grünflächen, die für Abkühlung sorgen und die Lebensqualität in Städten erhöhen. Ein neues Erklärvideo in der Videoreihe des ZKA erklärt die Thematik anhand eines Klimaspaziergangs durch die fiktive Stadt Bemsfurt. Dabei wird deutlich: Grünflächen sind fühlbar kühler, spenden Schatten, speichern Wasser und bieten Lebensraum für Bienen, Vögel und Schmetterlinge. Sie fördern Gesundheit, Erholung und Begegnung.
Neues Buch: Adapting to Climate Change – Implications of Risk-Based Approaches (EN)
Dieses Buch bietet eine neuartige Sichtweise auf die Anpassung an den Klimawandel, indem es den Ansatz des Risikomanagements kritisch hinterfragt. Der Sammelband enthält sieben Kapitel und behandelt Themen wie die Relevanz risikobasierter Ansätze bei der Anpassung an den Klimawandel, die systemische Risikosteuerung für Katastrophenrisikomanagement oder die Entwicklung von Risikomanagementmodellen in der internationalen Steuerung der Klimaanpassung. Das von Claudia Morsut, Universität Stavanger, herausgegebene Buch ist im Open Access verfügbar.
Science Advances: Wie eine Hitzewelle im Jahr 2003 den Nordatlantik bis heute verändert
Extremereignisse verändern die Ökologie im Meer sprunghaft: Eine einzige marine Hitzewelle im Jahr 2003 hat die Artenzusammensetzung und Nahrungsnetz-Beziehungen im Nordatlantik so beeinflusst, dass die Folgen bis heute wirken. Das haben Forschende unter Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei in Bremerhaven nachgewiesen. Die Studie ist in Science Advances erschienen.
Co-designing soft climate adaptation – citizen centred solutions across four European pilots
Diese Studie untersucht einen stufenweisen Prozess für die Einbeziehung verschiedener Bevölkerungsgruppen in die Gestaltung von „sanften“ Anpassungsmaßnahmen, der in vier Pilotregionen (Aragón, Dresden, Malmö, Rom) durchgeführt wurde. Jugendliche, Berufstätige, multikulturelle Gemeinschaften und gefährdete Bürger*innen wurden einbezogen, um lokal relevante, realisierbare und gerechte Lösungen zu entwickeln. Die Studie zeigt, dass sich die Teilnehmenden auf vier Bereiche konzentrierten: erstens die inklusive, barrierefreie, mehrsprachige Risikokommunikation über vertrauenswürdige Vermittler und ohne Panikmache, zweitens die Einbettung von Klimarisikokompetenz in Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen, drittens Anpassungen am Arbeitsplatz sowie viertens zugängliche Kühl- und Warnservices.
Die Toolbox zur blau-grünen Straßenraumgestaltung richtet sich an alle, die in Kommunen, Straßenbehörden und Fachplanungsbüros etwa zu den Themen Straßenplanung, Wasserwirtschaft, Grün- oder Stadtplanung tätig sind. Sie unterstützt dabei, Straßenräume als multifunktionale, klimaresiliente Lebensräume zu gestalten, in denen Vegetation und Wassermanagement gezielt miteinander verknüpft werden. Sie enthält Planungshilfen, u. a. zur wassersensiblen Straßenplanung, zu Beteiligung, verwaltungsinterner Zusammenarbeit und Flächenumwidmung. Vertieft werden Themen wie die Weiterentwicklung vitaler Baumstandorte inklusive neuer Erkenntnisse zu Baumrigolen, Monitoring, Schadstoffeinträgen sowie Bau, Betrieb und Finanzierung.
Neu: Im KLiVO-Portal finden Sie jetzt viele weitere unterstützende Dienste für naturbasierte Klimaanpassung.
Europäische und bundespolitische Rahmenbedingungen der Klimaanpassung für Kommunen (WVO, KAnG und DAS 2024).
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REDAKTION Sophie Adam und Achim Daschkeit, UBA KomPass
UNTERSTÜTZENDE REDAKTION Richard Harnisch und Helena Schellig, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) (2025-2027)