BO-R-2: Dauergrünlandfläche

Das Bild zeigt ein gemähtes Dauergrünland, auf dem das frisch geschnittene Gras noch in Reihen liegt. zum Vergrößern anklicken
Grünlandnutzung kann die Böden vor vielen nachteiligen Folgen des Klimawandels gut schützen.
Quelle: goldbany / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

BO-R-2: Dauergrünlandfläche

Die Erhaltung von Dauergrünland dient dem Schutz von landwirtschaftlich genutzten Böden gegenüber den nachteiligen Folgen des Klimawandels. Die Grünlandfläche unterlag zwischen 1991 und 2013 einem kontinuierlichen und signifikanten Rückgangstrend. Seit 2013 steigen die Flächen und der Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche sehr langsam an. Dies spiegelt sich für die Grünlandfläche noch nicht im Ergebnis der statistischen Trendanalyse.

Ein Balkendiagramm stellt den Anteil des Dauergrünlands an der landwirtschaftlich genutzten Fläche dar. Dargestellt ist eine Zeitreihe von 1991 bis 2017, deren Werte kontinuierlich und signifikant abnehmen. Für 1991 liegt der Wert bei 31 Prozent, 2017 ist er auf 28 Prozent gesunken. Eine Linie stellt die Dauergrünlandfläche in Hektar dar. 1991 waren es 5.400.000 Hektar, 2017 rund 4.700.000. Der Trend ist quadratisch steigend, das heißt, der Rückgang konnte nach 2010 aufgehalten werden.
BO-R-2: Dauergrünlandfläche

Ein Balkendiagramm stellt den Anteil des Dauergrünlands an der landwirtschaftlich genutzten Fläche dar. Dargestellt ist eine Zeitreihe von 1991 bis 2017, deren Werte kontinuierlich und signifikant abnehmen. Für 1991 liegt der Wert bei 31 Prozent, 2017 ist er auf 28 Prozent gesunken. Eine Linie stellt die Dauergrünlandfläche in Hektar dar. 1991 waren es 5.400.000 Hektar, 2017 rund 4.700.000. Der Trend ist quadratisch steigend, das heißt, der Rückgang konnte nach 2010 aufgehalten werden.

Quelle: StBA (Bodennutzungshaupterhebung und Agrarstrukturerhebung)
 

Grünlanderhaltung – wichtig für den Bodenschutz

Dauergrünland ist eine landwirtschaftliche Nutzungsform, die aufgrund der permanenten Bodenbedeckung, der Humusanreicherung und der Artenvielfalt vor allem im Vergleich zur Ackernutzung viele günstige ökologische Wirkungen entfaltet und die Böden gegenüber den projizierten nachteiligen Folgen des Klimawandels vergleichsweise gut schützt. Sowohl die Gefahren einer Austrocknung als auch eines Bodenabtrags durch Wasser und Wind sind für Böden unter Grünland deutlich reduziert. Bei Starkniederschlägen kann das Niederschlagswasser in ständig bewachsene Grünlandböden besser eindringen. Dauergrünland zu erhalten oder auch auszuweiten, ist aus diesem Grunde insbesondere in empfindlichen Lagen wie landwirtschaftlich genutzten Hangbereichen oder Überschwemmungsgebieten eine geeignete Maßnahme zum Schutz des Bodens auch unter veränderten Klimabedingungen.

Der Verlust bzw. Umbruch von Grünland ist auch aus Gründen des Klimaschutzes sehr kritisch zu bewerten. Durch Grünlandumbruch wird ein erheblicher Teil des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs in Form von Treibhausgasen in die Atmosphäre freigesetzt. Dies gilt in besonderer Weise für Grünland auf organischen Böden, die besonders hohe Anteile organischer Substanz aufweisen. Die Erhaltung des Grünlands ist daher auch aus Klimaschutzsicht eine Maßnahme von hoher Relevanz. Außerdem hat Grünland große Bedeutung für den Artenschutz, die Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie den Boden- und Gewässerschutz.

Die Grünlandfläche in Deutschland hat sich zwischen 1991 und 2013 verringert und steigt seit 2014 leicht an. Der bundesweite Rückgang der Grünlandfläche hat sich dabei nahezu proportional entwickelt zum Rückgang der Landwirtschaftsfläche in Deutschland insgesamt. Seit 2014 nimmt auch der Anteil von Grünland an der Landwirtschaftsfläche wieder zu.
Die Daten zur Entwicklung der Dauergrünlandfläche lassen keine differenzierten Aussagen zur ökologischen Wertigkeit der verlorenen Grünlandflächen zu. Umgebrochen wurde Grünland grundsätzlich auf sämtlichen Grünlandstandorten, d. h. auch naturschutzfachlich und ökologisch besonders wertvolle und empfindliche Standorte der Halbtrockenrasen und Feuchtgrünländer waren betroffen. Der Umbruch auf nassen Böden und Moorböden ist dabei aus Klimaschutzsicht besonders bedenklich.

Seit 2015 ist das Dauergrünlanderhaltungsgebot im Rahmen des sogenannten „Greening“ in Kraft, mit dem positive Effekte für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie den Wasser-, Klima- und Bodenschutz in der Agrarlandschaft erreicht werden sollen. Demnach ist eine Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland grundsätzlich nur nach Genehmigung erlaubt und je nach Flächenlage und Alter des Dauergrünlands überwiegend nur noch möglich, wenn dafür an anderer Stelle neues Dauergrünland angelegt wird. In Gebieten, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiete) ausgewiesen sind, gilt für Dauergrünland sogar ein striktes Umbruch- und Umwandlungsverbot. Neu angelegtes Grünland hat allerdings nicht dieselbe Bedeutung für den Klimaschutz oder die Artenvielfalt, da dies in der Regel artenarm ist.24

24 - BfN – Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.) 2017: BfN-Agrarreport 2017 – Biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Bonn-Bad Godesberg, 61 S.
www.bfn.de/fileadmin/BfN/landwirtschaft/Dokumente/BfN-Agrar-Report_2017.pdf

 

Ziele

Förderung standortangepasster Landnutzungsstrategien (DAS, Kap. 3.2.4)

Unterlassen von Grünlandumbruch auf erosionsgefährdeten Hängen, in Überschwemmungsgebieten, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand sowie auf Moorstandorten (BNatSchG, § 5 (2) 5)