Krieg in der Ukraine, Energiekrise in Deutschland
2022 marschiert Russland völkerrechtswidrig in die Ukraine ein. Deutschland stoppt daraufhin die geplante Inbetriebnahme der bereits gebauten neuen Erdgaspipeline aus Russland „Nord Stream 2“. Die Erdgaslieferung durch die Pipeline „Nord Stream 1“ unterbricht der russische Staatskonzern Gazprom zunächst mit Verweis auf Wartungsarbeiten und stellt sie schließlich vollständig ein. Kurz darauf werden durch einen Sprengstoffanschlag drei der vier Stränge der Pipelines in der Ostsee beschädigt. Methan mit einer Klimawirkung von etwa einem Prozent der deutschen Jahres-Gesamtemissionen strömt unkontrolliert in die Atmosphäre, wie das UBA berechnet. Der Stopp der Erdgaslieferung führt in Deutschland zu einer bedrohlichen Mangellage und zu einer Preisexplosion für Wirtschaft und private Haushalte.
Das UBA informiert zu schnell umsetzbaren Energiesparmaßnahmen in Privathaushalten, aber auch zu deren Grenzen, um etwa Schimmel in zu kalten Wohnungen zu vermeiden. Im Frühsommer 2022 gründet das UBA eine Taskforce zu den Folgen des Krieges in der Ukraine für die Nachhaltigkeits- und Umweltpolitik. Noch im selben Jahr erscheinen fünf Analysen und Politikempfehlungen, um gemeinsam die Krise zu überwinden. Darunter Empfehlung für mehr Effizienz und Suffizienz und die Dekarbonisierung der Wirtschaft, um unabhängiger von fossilen Energiequellen zu werden. Fünf aus der Ukraine geflüchteten Menschen bietet das UBA als Gastwissenschaftler*in eine mindestens vorübergehende berufliche Perspektive.