Umwelt- und Kostenentlastung durch umweltverträgliche Beschaffung

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Umweltfreundliche öffentliche Beschaffung entlastet die Umwelt und spart Kosten.
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Eine umweltverträgliche Beschaffung hat doppelten Nutzen für die Umwelt und die öffentlichen Kassen. Gemäß einer Studie des Öko-Institut e.V. im Auftrag des Landes Berlin sind Einsparungen von 355.000 Tonnen CO2e und eine Kostenentlastung von 38 Mio. Euro im Jahr in Berlin möglich.

Nach § 7 Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG) sowie der Berliner Verwaltungsvorschrift "Beschaffung und Umwelt" (VwVBU) sind öffentliche Auftraggeber in Berlin dazu verpflichtet, bei der Vergabe von Aufträgen ökologische Kriterien zu berücksichtigen. Doch welchen Effekt hat die umweltfreundliche Beschaffung auf die Klimabilanz des Landes Berlin? Und wie wirkt sich der Einkauf von ökologischen Spitzenprodukten finanziell aus? Um diese Fragen zu beantworten, wurde das Öko-Institut e.V. mit einer Studie beauftragt, in der die Umwelt- und Kostenauswirkungen einer umweltverträglichen Beschaffung gegenüber einer konventionellen Beschaffung untersucht wurden.

Innerhalb der Studie wurden 15 Produktgruppen und Dienstleistungen betrachtet, die bei der öffentlichen Hand häufig und in größeren Mengen beschafft werden. Die Beschaffungsgüter kommen aus den Bereichen Bürogeräte, Verbrauchsmaterialien, Beleuchtung, Gebäude, Abfallentsorgung und Verkehr. Für diese Produktgruppen und Dienstleistungen wurden die Kosten und Umweltwirkungen der Beschaffung eines konventionellen Produktes mit denen eines umweltverträglichen (beispielsweise eines energieeffizienten) Produktes verglichen.

In der Studie wurde ermittelt, dass die umweltverträglichen Beschaffungsvarianten in 10 von 15 Produktgruppen und Dienstleistungen in ihren Lebenszykluskosten günstiger sind, als die konventionellen Beschaffungsvarianten. Zu Kostenentlastungen führen insbesondere die umweltverträgliche Beschaffung von PKW, Büroleuchten, Straßenbeleuchtung, Bodenbelägen, Gebäuden, Multifunktionsgeräten, Computer, Kühl- und Gefriergeräten, Kopierpapier und Reinigungsmitteln. Trotz des teilweise höheren Anschaffungspreises werden bei diesen Produktgruppen über die geringeren verbrauchsbedingten Ausgaben insgesamt Kosten eingespart.

Eine weitere Studie hat das Land Berlin zur Evaluierung der VwVBU durchführen lassen. Mit Hilfe einer sogenannten SWOT-Analyse erfolgte eine systematische Auswertung hinsichtlich der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Darauf aufbauend wurden konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, die zur verstärkten Nutzung der VwVBU beitragen sollen.