Leuchtturmprojekt 2015: Mehr Durchblick im Siegel-Dschungel

Ob private Konsumenten, öffentliche Auftraggeber oder Unternehmen: Jeder kann mit seiner Kaufentscheidung einen Beitrag zu nachhaltiger Produktion weltweit leisten. Das Portal Siegelklarheit.de hilft zu erkennen, was sich hinter den einzelnen Siegeln verbirgt. Der "Qualitätscheck Nachhaltigkeitsstandards" der Bundesregierung wurde nun als Leuchtturmprojekt 2015 ausgezeichnet.

Die Verbraucher haben es in der Hand: "Wir alle nehmen als Konsumenten Einfluss darauf, unter welchen Bedingungen Produkte erzeugt oder Dienstleitungen erbracht werden, inwieweit Ressourcen und Energie hierfür benötigt werden", sagt Bundesminister Peter Altmaier, "Wir dürfen mit unserem Konsum nicht die Möglichkeiten künftiger Generationen gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen." Diese ist eine Forderung in der Sitzung des Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung am 1. Juni 2015 in Berlin.
Mit einer Reihe von Vorhaben beabsichtigt die Bundesregierung, den nachhaltigen Konsum in der Praxis zu stärken. So hat sie es in der Koalitionsvereinbarung vorgesehen. Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung hat nun das Projekt "Qualitätscheck Nachhaltigkeitsstandards" als Leuchtturmprojekt 2015 ausgezeichnet. Es ist Teil der Gesamtstrategie zur ⁠Nachhaltigkeit⁠ der Bundesregierung.
Der Fortschrittbericht 2012 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sieht jährlich ein sogenanntes Leuchtturmprojekt zur nachhaltigen Entwicklung vor. Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung würdigt mit der Auszeichnung Regierungsprojekte, welche die Ziele und Methoden der Nachhaltigkeit praktisch umsetzen. Innovative Projekte sollen so mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Vielzahl der Siegel schafft Verwirrung


Siegel informieren nicht nur über Eigenschaften sondern auch über die Produktionsbedingungen einer Ware. Inzwischen gibt es eine große Anzahl von Umwelt- und Sozialsiegeln. Produkte werden damit beworben. Gerade diese Menge an Siegeln verunsichert Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die Bundesregierung hat deshalb das Internetportal www.siegelklarheit.de ins Leben gerufen. Mit dazu gehört eine App für Smart-Phones die es möglich macht, Siegel direkt im Laden zu erkennen. Das Portal bietet Informationen über den Inhalt eines Siegels, über die damit verbundenen Standards sowie den Stand der Umsetzung und Überprüfung dieser Standards. Der schnelle Überblick über bestehende Systeme verschafft privaten Konsumenten, aber auch öffentlichen Auftraggebern und Unternehmen die notwendigen Informationen für ihre Entscheidungen.

Bewertungskriterien


Die Umwelt- und Sozialsiegel werden im Projekt vor allem auf Basis der Nachhaltigkeitskriterien untersucht. Dazu gehören die drei großen Bereiche: Umweltfreundlichkeit, Sozialverträglichkeit und Glaubwürdigkeit. Innerhalb dieser Gruppen wird weiter nach Themen unterteilt. So ist der Bereich Umwelt bei der Textilproduktion untergliedert in die Themen Wasser, Chemikalien, Materialeinsatz, Qualität, Energie, Abfall und Luftverschmutzung und Umweltmanagement.
Die Siegel werden nach diesem umfangreichen Kriterienkatalog in einem mehrstufigen Verfahren geprüft und über ein Punktesystem bewertet. Das Portal ist mit der Bewertung von Umwelt- und Sozialsiegeln im Textilbereich gestartet; weitere verbraucherrelevante Sektoren wie Papier und Informationstechnik werden folgen.

 

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