Renaturierung der Ruhr in Arnsberg als Maßnahme zur Klimaanpassung

  • Fluss mit Siedlung im Hintergrund
    Alt-Arnsberg
  • Fluss mit Kiessandinseln
    Binnerfeld
  • Fluss mit Bauminseln
    Eichholz Alt-Arnsberg
  • Flussarm mit Bäumen und Überflutungsfläche
    Binnerfeld
  • Mäandrierender Fluss
    Binnerfeld
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Die Situation an den Gewässern ist oft ähnlich, begradigte Flussabschnitte, mit Steinpackungen befestigte Ufer, schnell abfließendes Wasser, keine Möglichkeit der eigendynamischen Entwicklung des Gewässers. Ziel der Maßnahmen ist es, die Eigendynamik des Gewässers zu fördern, den ökologischen Zustand und die Strukturvielfalt sowie den Hochwasserschutz zu verbessern. Die Renaturierungsmaßnahmen leisten aufgrund der Aufweitung des Abflussquerschnitts und der Abflachung der Ufer einen wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz und sind damit Maßnahmen der Klimaanpassung, insbesondere in den besiedelten Bereichen. Durch die Maßnahmen kann der Kontakt des Flusses zu umliegenden Auebereichen und zu den ökologisch sehr wichtigen und aktiven Übergangsbereichen zwischen Wasser und Land wieder hergestellt werden. Neben den ökologischen Verbesserungen und dem Hochwasserschutz spielt auch die Thematik „Erlebbarmachen des Flusses“ für die Bevölkerung (Naherholung) und ggf. Freizeitnutzung (Tourismus, RuhrTalRadweg) eine große Rolle. Die Ruhr wurde in Arnsberg abschnittsweise (auf Basis des Strah-Ursprungsprinzips) auf einer Länge von insgesamt rund 7 km renaturiert.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

MaßnahmenträgerStadt Arnsberg
http://www.arnsberg.de

Dauer und Finanzierung

Dauer

Beginn der Umsetzung
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?

für insgesamt derzeit ca. 7 km: 7, 2 Mio. €

80 % Landesförderung 20 % Eigenanteil der Stadt

Beteiligung

Welche weiteren Personengruppen wurden an der Planung oder Umsetzung der Maßnahme beteiligt?

Bevölkerung, Anlieger, ehrenamtlicher Naturschutz, Angelvereine

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

ErläuterungInformationsveranstaltungen, Abstimmungsgespräche

Erfolge

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Bei vergleichbaren Hochwasserereignissen in den letzten Jahren sind im Nahbereich der Renaturierungsmaßnahmen die Auswirkungen und Schäden wesentlich geringer ausgefallen. Das biologische Monitoring zeigt eine Verbesserung der Artenzusammensetzung und der Individuendichte. Die Bevölkerung hat die Ruhr als stadtbildprägendes Gewässer wieder entdeckt und nutzt sie zur Erholung.

Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?

Durch die Aufweitung des Abflussquerschnitts der Ruhr werden die Hochwassergefahr und die durch Hochwasser entstehenden Schäden minimiert. Der Wert der Grundstücke bleibt erhalten oder steigt. Es ergeben sich zusätzliche oder verbesserte Möglichkeiten des Versicherungsschutzes (Elementarversicherung).

Durch die Renaturierungen wird die Strukturvielfalt des Gewässers verbessert. Es ergeben sich stärker differenzierte Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten. Die angrenzenden Auebereiche werden vom Gewässer wieder stärker beeinflusst. Durch die Entfernung von Querbauwerken wird die Durchgängigkeit der Ruhr verbessert.

Die aufgeweiteten Bereiche sorgen für größere Wasserflächen und damit an heißen Tagen für stärkere Verdunstung und Kühlung im Nahbereich.

Die renaturierten Abschnitte wirken sich positiv auf das Stadtbild aus. Das Flusstal wird aufgrund seiner neuen Attraktivität stärker zur Naherholung genutzt. Die Menschen haben den Fluss wieder entdeckt. Auch im Rahmen des Tagestourismus (Ruhrtal-Radweg) ist eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen.

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?

Ver- und Entsorgungsleitungen im direkten Umfeld der Ruhr

Ansprechperson

Dr. Gotthard Scheja
Stadt Arnsberg
Rathausplatz 1
59759 Arnsberg
Deutschland
Abteilung Umweltbüro
Telefonnummer02932/ 201 1632

Ort der Umsetzung

Arnsberg
Deutschland

Hochsauerlandkreis

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