EMAS-Awards 2019: Gewinner der nationalen Vorauswahl stehen fest

EMAS-Logo auf der Eingangstür des UBA-Dienstgebäudes in Dessau-Roßlauzum Vergrößern anklicken
Das UBA war 2001 die erste Bundesbehörde, die für ihr Umweltmanagement das EMAS-Zertifikat bekam
Quelle: Umweltbundesamt

Unter dem Motto "EMAS als Motor des Wandels" würdigt die EU-Kommission in diesem Jahr EMAS-Organisationen, die besonders nachhaltig wirtschaften. In der nationalen Vorauswahl konnten sich fünf Organisationen durchsetzen, die in ihren Bewerbungen eindrucksvoll zeigten, wie ihr Klima- und Umweltmanagement nachhaltige Veränderungen anstößt.

Deutsche Nominierte für den EU-EMAS-Award

Die EMAS-Awards werden in fünf Kategorien vergeben: drei Preise gehen an Unternehmen und zwei an Organisationen der öffentlichen Verwaltung, Schulen, Universitäten und kirchliche Einrichtungen. Eine Jury – bestehend aus Expertinnen und Experten des UBA, Bundesumweltministeriums (BMU), des Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK), der Deutschen Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter (DAU) und des Umweltgutachterausschusses (UGA) – haben folgende fünf Organisationen als Gewinner und damit als deutsche Nominierte für den europäischen EMAS-Award ausgewählt:

Kategorie: kleine Unternehmen 

Markus Glöckner Natursteine – ein Steinmetzbetrieb, der auf die Restauration und Verarbeitung von Natursteinen spezialisiert ist. Dem Leitgedanken „Altes erhalten – Neues gestalten“ folgend geht der saarländische Handwerksbetrieb neue Wege in einer Branche mit großen Nachhaltigkeitsherausforderungen. Er bezieht seine Natursteine überwiegend aus der Region. Damit stärkt der Betrieb die lokale Wertschöpfung, vermeidet Rohstoffgewinnung unter prekären Arbeitsbedingungen aus Asien und Afrika und weite Transportwege. 

Kategorie: mittelständische Unternehmen

Die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG ist ein Urgestein der Biobranche. Seit 1996 ist der Betrieb EMAS-registriert. In einer Vielzahl von Projekten und Kooperationen arbeitet der Getränkehersteller für den Erhalt biologischer Vielfalt und kleinbäuerlicher Kulturlandschaften. Mit einem eigenen Code of Conduct sowie einer Nachhaltigkeitsbewertung bindet das Unternehmen seine Rohstoff-Lieferanten aktiv in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess ein. Das Unternehmen stellt eine umfassende Klimabilanz auf und setzt sich ehrgeizige CO2-Reduktionsziele, damit auf lange Sicht das Ziel eines wirklich klimaneutralen Wirtschaftens erreicht wird.

Kategorie: große Unternehmen

Die hanseWasser Bremen GmbH ist als eines der zehn größten Abwasserunternehmen in Deutschland für ein Kanalnetz von 2.300 km Länge und zwei Großkläranlagen in und um die Stadt Bremen verantwortlich. Das Umweltmanagement ist vorbildlich in der Unternehmensstrategie verankert, das zeigt auch eine gelebte Klimaschutzkultur der Mitarbeitenden. Im Kerngeschäft von hanseWasser – der Abwasserbehandlung – hat das Unternehmen bereits viele Verbesserungen erreicht. Seit 2009 hat es mehr als 11.000 Tonnen Bruttoemissionen eingespart. Seit 2015 wirtschaftet hanseWasser klimaneutral. 

Kategorie: kleine Organisationen aus der öffentlichen Verwaltung

Die Augustana Hochschule hat in einem umfassenden Beteiligungsprozess eine Vielzahl von Stakeholdern– angefangen von der Hochschulleitung und seinen Mitarbeitenden, über die Studierenden bis hin zu Lieferanten und Nachbarn – in die Umsetzung von EMAS einbezogen und so zu einer Umweltbewusstseinsbildung beigetragen, die bis in den Lehrauftrag hineinreicht. 

Kategorie: mittlere und große Organisationen aus der öffentlichen Verwaltung

Die Universität Bremen integriert Nachhaltigkeitsfragen in Standort, Forschung und Lehre. Im Forschungszentrum Nachhaltigkeit und in Ringvorlesungen widmet sich die Universität Fragen der gesellschaftlichen und ökologischen Transformation und der Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Mit einem Nachhaltigkeitsforum und der Bestellung eines Nachhaltigkeitsmanagementbeauftragten wird der Radius des Umweltmanagements erweitert und in der Leitungsebene etabliert. 

Wie es für die Nominierten weitergeht

Für die fünf Gewinner findet Ende 2019 im Bundesumweltministerium in Berlin eine Ehrung statt. Dazu werden alle Unternehmen und Organisationen eingeladen, die sich an der deutschen Vorauswahl beteiligt haben.

Die nationalen Gewinner nehmen nun am europäischen Wettbewerb teil. Die EMAS-Awards 2019 werden am 25. November im Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao verliehen.