Arnis, Schlei
Holzschutzmittel sind Biozide und sollten nur verwendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist. Die Gefahrstoffverordnung schreibt für alle Biozid-Produkte eine Substitutionsprüfung vor, bei der auch nicht-biozide Alternativen berücksichtig werden. Auf dieser Webseite finden Sie eine Zusammenstellung wirksamer und umweltschonender Alternativen zur Anwendung von bekämpfenden Holzschutzmitteln.
Ein nachhaltiger Umgang mit Schadorganismen erfordert eine große Vielfalt an möglichen Instrumenten: Von vorbeugenden Maßnahmen gegen Schadorganismen über nicht-biozide Alternativen bis hin zu einem optimierten Einsatz von Bioziden. Mit der Initiative “Sustainable Control of Harmful Organisms in the Twenty-First Century” (SCOTTY) bringt das UBA verschiedene Kompetenzen und Konzepte zusammen.
Biozidfreie Alternativen zum Schutz von Gesundheit oder Materialien vor Schadorganismen sind wichtige Instrumente zur Reduktion des Eintrags von bioziden Wirkstoffen in die Umwelt. Diese Studie hat untersucht, mit welchen Maßnahmen die Verwendung der Alternativen gefördert werden kann. Betrachtet wurden unter anderem mögliche Umweltzeichen, Förderprogramme oder webbasierte Informationsangebote.
Ein Forschungsvorhaben hat die Anwendungspraxis von Bioziden zur Desinfektion und Insektenbekämpfung untersucht. Um Einträge in die Umwelt zu minimieren, wird beispielsweise empfohlen, Temperatur- und Mengenvorgaben bei Desinfektionsmitteln genau einzuhalten und deren Anwendung in ein ganzheitliches Hygienemanagementkonzept zu integrieren.
Ratten und Mäuse werden seit langem mit den gleichen blutgerinnungshemmenden Giften bekämpft. Trotz Umwelt- und Resistenzproblemen wurden die Produkte bisher zugelassen, da sie als alternativlos galten. Eine neue Studie zeigt vielversprechende Strategien um Alternativen zu finden, die bisherige Stoffe zu ersetzen und dadurch Umweltbelastungen zu verringern.
Einige Kommunen testen schon heute Ideen für Schädlingsmanagement oder Materialschutz, mit denen sich die Nutzung von bioziden Chemikalien und damit ihr Einfluss auf die Biodiversität reduzieren lässt. In einem Projekt wurde in Kommunen untersucht, welche Ideen erfolgreich in der Praxis angewendet werden. Die begleitend erarbeitete Broschüre gibt praktische Tipps, die ausprobiert werden können.
Im Jahr 2017 hatte das UBA Empfehlungen zur Erhebung der Umweltbelastung mit Bioziden herausgegeben. Dabei wurden für verschiedene Eintragspfade in die Umwelt und Umweltkompartimente, wie Oberflächengewässer oder landwirtschaftliche Böden, Listen mit vermutlich relevanten und deshalb zu untersuchenden Bioziden erstellt. Diese Stofflisten wurden nun aktualisiert und um zwei neue Listen erweitert.