Alpha Hexachlorcyclohexan (α-HCH)
Austräge von Bioziden und Zink aus heutigen Neubau- oder Sanierungsgebieten in die urbane Umwelt sind besorgniserregend hoch. Diese Austräge sind durch schadstoffbewusste Planung fast vollständig vermeidbar. Dies ist die Botschaft eines neuen Leitfadens und Steckbriefen, die Tipps für die Planung von Fassaden und Dächern enthalten.
Über die Kanalisationen wird eine Vielzahl von Stoffen unterschiedlicher Herkunftsbereiche (Haushalte, Gewerbe, Straßenabfluss) in die Gewässer eingetragen. Über Regenwassereinleitungen und Überläufe von Mischsystemen kann Abwasser auch unbehandelt in Gewässer gelangen. Welche Relevanz haben diese urbanen Pfade für den Schadstoffeintrag in die Gewässer?
Im Gewässermonitoring fällt auf, dass in städtischen Gebieten Stoffe wie Mecoprop, Diuron und Terbutryn Umweltqualitätsnormen überschreiten. Eine wichtige Quelle für diese Umweltgifte sind Schutzmittel für Baumaterialien. Bis zu 90 % der Schadstoffeinträge aus Gebäuden in die urbane Umwelt sind durch konsequente Planung vermeidbar. Dies schlussfolgert eine vom Umweltbundesamt beauftragte Studie.
Wenn die Gartensaison startet, werden in Supermärkten und Gartencentern Algen- und Grünbelagsentferner angeboten. Sie sollen Terrassen, Fliesen und Gartenmöbel von grünem Algenbelag befreien. Dieser Grünbelag verursacht keine direkten Gesundheitsgefahren oder Materialschäden, wird aber im Allgemeinen als ästhetisches Problem empfunden.
Eichenprozessionsspinner im Park, Ratten in der Kanalisation, Algen an Fassaden: In der kommunalen Praxis spielen immer wieder Fragen zum Umgang mit Schadorganismen eine Rolle, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit oder für Materialien darstellen können. Am 18.11.2020 haben Vertreter*innen von Kommunen darüber diskutiert, wie man mit ihnen umgehen kann, eventuell ganz ohne Biozid-Produkte.
Die Verwendung von Produkten (wie Putzmittel, Wandfarben) sowie von Gegenständen (wie Fahrrad, Auto, Kleidung, Pfannen) in urbanen Gebieten ist mit dem Eintrag einer Vielzahl von Stoffen in das Abwasser und schließlich in Gewässer verbunden. Eine Bestandsaufnahme zeigt: viele Stoffe werden in Kläranlagen zurückgehalten, andere passieren sie oder gelangen direkt über die Kanalisation ins Gewässer.
Um das Gefahrenpotenzial von Legionellen aus Verdunstungskühlanlagen besser prüfen zu können, wurde eine Substanzenmischung entwickelt, die bei der Probenahme von Kühlwasser Verfälschungen durch Biozide verhindert. Zudem wurden Verfahren zur Messung legionellenhaltiger Aerosole in der abgegebenen Luft und zur Prüfung der Effizienz von Tropfenabscheidern im Auftrag des Umweltbundesamtes erarbeitet.