Aussehen und Vorkommen
Splintholzkäfer gehören zur Familie der Bohrkäfer. In Deutschland gibt es zwei heimische und einige durch Warentransporte eingeschleppte Arten. Zu den heimischen Arten gehört der Parkettkäfer (Lyctus linearis) und der Behaarte Splintholzkäfer (Lyctus pubescens). Beide Arten sind mittlerweile in der Natur sehr selten geworden und leben synanthrop (also in Gemeinschaft mit Menschen), spielen neben den eingeschleppten Arten aber nur noch eine untergeordnete Rolle. Eingeschleppt und in Deutschland etabliert sind der Braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus), der Grubenhalsige Splintholzkäfer (Lyctus cavicollis) und der Amerikanische Splintholzkäfer (Lyctus planicollis).
Splintholzkäfer sind in der Natur Altholzbesiedler. Die Larven benötigen für ihre Entwicklung nährstoffreiches Holz, weshalb Splintholzkäfer das nährstoffreiche Splintholz von Laubbäumen befallen, während Nadelholz aufgrund des zu geringen Nährstoffgehaltes meist verschmäht wird.
Der Braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus) stammt ursprünglich aus Südostasien, wurde aber durch den Holz- und Warenhandel weltweit verbreitet und ist seit etwa 70 Jahren in Europa ein gefährlicher Bau- und Holzschädling. Der Braune Splintholzkäfer verträgt zwar kurzzeitig auch tiefere Temperaturen, ist in unseren Breiten aber auf die Entwicklung in Gebäuden angewiesen. Die Käfer sind stäbchenförmig und je nach Nährstoffgehalt der Bruthölzer zwischen 3 und 8 mm lang. Wie der Name schon vermuten lässt, sind die Käfer braun, kleinere Käfer auch braungelb, gefärbt und haben typische Punktlinien auf den Flügeldecken. Sie leben nur wenige Wochen und nehmen keine Nahrung zu sich. Sie sind dämmerungsaktiv und werden von künstlichen Lichtquellen angezogen. Die Käfer sind daher oft in Lampenschirmen oder auf Fensterbrettern zu finden. Die Eiablage erfolgt in Rissen, Poren oder Spalten oder selbstgenagten Röhren unter die Holzoberfläche. Das erste Larvenstadium, das noch langgestreckt ist, entwickelt sich in der Gefäßröhre. Ab dem zweiten Larvenstadium sind die Larven Engerlings-artig und beginnen typische Fraßgänge entlang der Faserrichtung im Holz anzulegen, die mit Bohrmehl gefüllt sind. Optimal ist eine Holzfeuchte von 16 %, erst unterhalb von 8% findet keine Larvenentwicklung mehr statt. Damit kann der Braune Splintholzkäfer auch Holz mit sehr niedriger Holzfeuchte befallen. Die Dauer der Larvenentwicklung ist abhängig vom Nährstoffgehalt des befallenen Holzes und kann bis zu 2 Jahre dauern (bei optimalen Bedingungen circa 3 Monate). Die Verpuppung findet unter der Holzoberfläche in sogenannten Puppenwiegen statt. Die Käfer nagen sich aus dem Holz und hinterlassen dabei charakteristische runde Schlupflöcher, die beim Braunen Splintholzkäfer einen Durchmesser von etwa 1 bis 1,5 mm haben.
Auch die aus Nordamerika eingeschleppten Amerikanischen Splintholzkäfer (Lyctus planicollis) und Grubenhalsigen Splintholzkäfer (Lyctus cavicollis) verursachen mittlerweile Schäden an verbautem Holz. Auch die Grubenhalsigen Splintholzkäfer sind stäbchenförmig und braun gefärbt mit Punktreihen auf den Flügeldecken. Die Käfer werden zwischen 2,5 und 5,5 mm groß. Diese Art kommt in Deutschland mittlerweile auch im Freiland vor, vor allem in Südwestdeutschland. Die Entwicklung verläuft ähnlich dem Braunen Splintholzkäfer.