REACH: Screening nach rohwasserrelevanten Chemikalien

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Wortwolke zu REACH und PMT-Stoffen
Quelle: Michael Neumann / UBA

Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat das Institut für Wasserforschung (IfW) im Jahr 2010 und 2011 zwei Sachverständigengutachten erstellt. Zuerst wurde ein Konzept für ein Screeningmodell zur Bewertung der Rohwassergängigkeit von Industriechemikalien entwickelt. Danach erfolgte die Validierung des Konzeptes durch ein Screening nach rohwasserrelevanten Chemikalien.

Das erste im Sommer 2010 abgeschlossene Sachverständigengutachten mit dem Titel „Definition und Bewertung von trinkwasserrelevanten Chemikalien im Rahmen der REACH-Verordnung und Empfehlungen zum Screening nach potentiell kritischen Substanzen“ (FKZ 363 012 41) gibt einen Überblick über bereits bestehende Priorisierungsmodelle zur Bewertung der Rohwasserrelevanz. Dabei werden die Persistenz in der Umwelt und die Mobilität im Wasserkreislauf als die beiden wichtigsten Stoffeigenschaften herausgestellt, die das Umweltverhalten eines Stoffes und damit sein Potential zur Kontamination der Ressourcen unserer Trinkwässer bestimmen. Anhand einer Literaturrecherche konnten 151 Stoffe identifiziert werden, die bereits im Roh- oder Trinkwasser nachgewiesen wurden. Auf Basis derer Stoffeigenschaften wurde ein erstes Konzept für ein Screening nach rohwasserrelevanten Chemikalien erarbeitet.

Das zweite im Winter 2011 abgeschlossene Sachverständigengutachten mit dem Titel „Verfeinerung und Validierung des Screenings nach trinkwasserrelevanten Chemikalien im Geltungsbereich der REACH-Verordnung“ (FKZ 360 010 59) stellt für eine Reihe von Chemikalien im Geltungsbereich der REACH-Verordnung Daten zur Wasserlöslichkeit, Oktanol-Wasser-Verteilungskoeffizient und Halbwertszeit (DT50) zusammen. Zusätzlich wurden weitere Kriterien, die die Rohwasserrelevanz beeinflussen – etwa die Verbrauchs- bzw. Produktionsmengen sowie die Art der Verwendung – recherchiert. Die Ableitung eines Indexsystems ermöglichte die Einteilung der Stoffe in solche mit geringer, mittlerer und hoher bis sehr hoher Rohwasserrelevanz. Eine abschließende Bewertung des Konzeptes für ein Screening nach rohwasserrelevanten Chemikalien war nicht möglich.

Literatur:
Kuhlmann, B., Skark, C., Zullei-Seibert, N., Klein, A., Fritzsche, E., Neumann, M. (2011): Bewertung der Trinkwasserrelevanz von Chemikalien im Rahmen der REACH-Verordnung in Vom Wasser 109, 2, 31-70 S. 39-41