Schulung von Personal in Bezug auf das Verhalten in Krisensituationen
Der Klimawandel bedingt eine Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Extrem(wetter)ereignissen wie Starkregen, Hochwasser oder Stürme, welche große Sach- und Personenschäden verursachen können. Bei der Bewältigung oder der Abwehr von Krisensituationen gewinnt die Mithilfe von Freiwilligen daher zunehmend an Bedeutung. In touristischen Destinationen erschweren Sprachbarrieren und eine schlechtere Erreichbarkeit bzw. Lokalisierung reisender Gäste das Krisenmanagement. Zudem fehlen den Touristinnen und Touristen Lokalkenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit den regional vorkommenden Risiken, weshalb diese in Krisensituationen möglicherweise andere Reaktionen zeigen als die lokale Bevölkerung. Das Personal touristischer Betriebe kann hier einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krisensituation leisten, da dieses über ein Vertrauensverhältnis zu seinen Gästen verfügt und darüber hinaus auch ein besseres Verständnis für die Verhaltensweisen von Touristinnen und Touristen vorweisen kann. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass im Tourismus beschäftigte Akteure über das richtige Verhalten in Krisensituationen informiert werden und dieses beispielsweise im Rahmen einer Schulung praktisch einüben können.
Für die Schulung sollen Gefahrenszenarien ausgewählt werden, bei denen die Einbindung touristischer Akteure sinnvoll und zielführend ist, und der genaue Inhalt, Art und Umfang der Schulung festgelegt werden. Wenn es sich anbietet, können die Inhalte beispielsweise in bestehende Schulungs- oder Fortbildungsformate integriert werden. Bei der Zielgruppe bieten kleinere Gruppen (z. B. einzelne touristische Betriebe) den Vorteil, dass die Schulungsinhalte genauer an den Interessen, den Fähigkeiten und dem Vorwissen der Teilnehmenden ausgerichtet werden können. Wird der Fokus auf die Destination insgesamt gelegt, kann eine breitere Zielgruppe erreicht werden und mögliche Kooperationen zwischen einzelnen Betrieben angestoßen werden.
Konkret können in der Schulung z. B. folgende Themen behandelt werden:
- Effektive Krisenkommunikation an die Gäste
- Zusammenarbeit und Kommunikation mit Einsatzkräften
- Versorgung von Verletzten (Erste-Hilfe-Kurs)
- Verhalten in bestimmten Krisensituationen.
Wichtig ist dabei die Mischung aus theoretischen und praktischen Übungen. Darüber hinaus ist eine enge Einbindung der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben anzustreben, um die fachliche Richtigkeit der Inhalte sicherzustellen, aber auch um die Zusammenarbeit mit den professionellen Einsatzkräften im Katastrophenfall zu verbessern.