GE-I-1: Hitzebelastung + Bewusstsein in der Bevölkerung

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

GE-I-1: Hitzebelastung

Neben den steigenden Jahresmitteltemperaturen zeichnet sich in den zurückliegenden vierzig Jahren auch ein Trend zunehmender Hitzeextrema ab. Insbesondere die Zahl der Heißen Tage hat signifikant zugenommen. Für die Tropennächte lässt sich derzeit noch kein Trend erkennen. Gleiches gilt für die Zahl der Hitzewarnungen.

Die Grafik zeigt ab 2005 die Anzahl der Hitzewarnungen. Es gibt keinen Trend. Ab 1951 werden die Gebietsmittel der Heißen Tage mit steigendem Trend (zwischen einem und 19 Tagen pro Jahr) und der Tropenächte ohne Trend (zwischen einem und zwei Tagen) abgebildet.
GE-I-1: Hitzebelastung

Die Grafik zeigt ab 2005 die Anzahl der Hitzewarnungen. Es gibt keinen Trend.
Ab 1951 werden die Gebietsmittel der Heißen Tage mit steigendem Trend (zwischen einem und 19 Tagen pro Jahr) und der Tropenächte ohne Trend (zwischen einem und zwei Tagen) abgebildet.

Quelle: DWD (Hitzewarnungen - Deutscher Klimaatlas)
 

GE-I-1 (Zusatz): Bewusstsein der Bevölkerung für gesundheitliche Folgen von Hitzewellen

2016 sahen sich schon die Hälfte der Befragten in ihrem körperlichen Wohlbefinden in der Zukunft stark oder sehr stark von Hitzewellen in ihrer Gesundheit beeinträchtigt. 2012 war es erst ein knappes Drittel der Befragten.

Die Stapelsäulen-Grafik zeigt für 2012, 2014 und 2016 die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage. Der Prozentanteil der Personen, die sich sehr stark und stark betroffen fühlen ist gestiegen, der Anteil derjenigen, die sich weniger oder überhaupt nicht betroffen fühlen, ist gesunken. Beide Gruppen halten sich in etwa die Waage.
GE-I-1 (Zusatz): Bewusstsein der Bevölkerung für gesundheitliche Folgen von Hitzewellen

Die Stapelsäulen-Grafik zeigt für 2012, 2014 und 2016 die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage. Der Prozentanteil der Personen, die sich sehr stark und stark betroffen fühlen ist gestiegen, der Anteil derjenigen, die sich weniger oder überhaupt nicht betroffen fühlen, ist gesunken. Beide Gruppen halten sich in etwa die Waage.

Quelle: BMU & UBA (Umweltbewusstsein und -verhalten in Deutschland
 

Hitzebelastung bringt steigende Gesundheitsrisiken

Neben steigenden Durchschnittstemperaturen wird der Klimawandel voraussichtlich auch vermehrt gesundheitlich belastende Hitzeereignisse mit sich bringen. Im Rückblick zeichnet sich seit den 1970er Jahren bereits ein Trend zur Zunahme „Heißer Tage“ ab, an denen der Tageshöchstwert der Temperatur 30 °C oder mehr beträgt. In „Tropennächten“ sinken die Temperaturen nicht unter 20 °C, eine nächtliche Erholung ist dann insbesondere nach sehr heißen Tagen eingeschränkt.

Tropennächte treten bislang in unseren Breiten im Gegensatz zu den Heißen Tagen noch selten auf. Allerdings kommt es in Jahren mit ausgeprägten Hitzewellen auch regelmäßig zur Ausbildung von Tropennächten.

Starke Korrelationen mit der Entwicklung der Heißen Tage zeigt die Anzahl der Hitzewarnungen, die der DWD seit 2005 im Rahmen seines Hitzewarnsystems ausspricht. Gewarnt wird, wenn an zwei aufeinander folgenden Tagen eine mindestens „starke Wärmebelastung“ von 32 bis 38 °C „Gefühlter Temperatur“ vorhergesagt wird und es nachts nur zu einer unzureichenden Abkühlung kommt. Sind extreme Belastungen von 38 °C und mehr zur erwarten, erfolgt in jedem Falle, d. h. auch bei kürzerer Dauer, eine Warnung (s. GE-R-1). Seit Bestehen des Hitzewarnsystems schwankte in Abhängigkeit der Witterung die mittlere Anzahl der Hitzewarnungen in den sogenannten Warnkreisen, die in ihrem Zuschnitt den Landkreisen ähnlich sind, von Jahr zu Jahr. Nach 2003 traten in den Jahren 2006, 2010, 2013, 2015 und auch 2018 an mehr als zehn Tagen im Gebietsmittel Heiße Tage mit Temperaturen von mehr als 30 °C auf. Vor dem Jahr 2000 wurde die Marke von zehn Tagen allein in den Jahren 1976 und 1995 erreicht und 1994 überschritten. Im Süden Deutschlands wurde im Jahresmittel an rund drei Tagen mehr, im Norden an vier Tagen weniger gewarnt als im deutschlandweiten Mittel.

Die Heißen Tage und Tropennächte sowie die Hitzewarnungen weisen auf gesundheitlich belastende Witterungssituationen hin, lassen aber keine Rückschlüsse zu, wie viele Menschen tatsächlich von Hitze gesundheitlich betroffen sind. Von Hitze beeinträchtigt werden vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke, kleine Kinder und isoliert lebende Personen. Gesunde Personen können sich besser anpassen und den Hitzefolgen aktiv entgegensteuern. Ursachen für gesundheitliche Beeinträchtigungen sind häufig hohe Flüssigkeits-und Elektrolytverluste durch Schwitzen und eine übermäßige Belastung des Herz-Kreislaufsystems durch die Anforderung eines hohen Wärmetransports.

Das Bewusstsein der Bevölkerung für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Hitzeperioden ist in den letzten Jahren angestiegen. Dies zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Bevölkerungsumfrage „Umweltbewusstsein in Deutschland“I im Jahr 20161 im Vergleich zu den Erhebungen aus den früheren Jahren. 2016 gaben 50 % der Befragten an, dass sie subjektiv für sich in Zukunft erwarten, dass Hitzewellen ihr körperliches Wohlbefinden oder ihre Gesundheit sehr stark oder stark betreffen werden. Im Vergleich dazu erwarteten dies 2012 nur knapp 30 % der Befragten2. Nur noch 12 % sahen sich 2016 überhaupt nicht betroffen, bei der Befragung im Jahr 2012 waren es noch 33 % der Befragten.

I - Die repräsentative Bevölkerungsumfrage (deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahre) „Umweltbewusstsein und -verhalten in Deutschland“ wird seit dem Jahr 2000 zweijährlich im Auftrag des BMU und des UBA durchgeführt. Seit 2012 wurden Fragen aufgenommen, die Daten für die DAS Monitoring Indikatoren liefern, ab 2016 werden diese Fragen alle 4 Jahre in der Umweltbewusstseinsstudie erhoben.

1 - BMUB – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit & UBA – Umweltbundesamt (Hrsg.) 2017: Umweltbewusstsein in Deutschland 2016 – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Berlin, 88 S.
2 - BMU – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit & UBA – Umweltbundesamt (Hrsg.) 2012: Umweltbewusstsein in Deutschland 2012 – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Berlin, 84 S.

 

Schnittstellen

GE-R-1 + 2: Hitzewarndienst und Fallstudie zu Erfolgen

 

Ziele

Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Grundgesetz, Art. 2)