Nein, das Umweltbundesamt empfiehlt ja gleichzeitig die Mehrwertsteuer für andere Produkte zu senken. Für die Steuerzahler/ -innen insgesamt entstünde also keine zusätzliche Steuerbelastung (siehe Frage 1). Je nach den Ernährungsgewohnheiten kann es natürlich zu Mehrbelastungen oder Entlastungen kommen. Es ist wahrscheinlich, dass Bezieher niedriger Einkommen im Durchschnitt netto leicht entlastet werden, denn sie geben z.B. absolut und gemessen an ihrem Einkommen weniger für Fleisch und Fleischwaren aus als Haushalte mit hohen Einkommen und profitieren gleichzeitig von den Mehrwertsteuersenkungen bei anderen Lebensmitteln und insbesondere dem öffentlichen Nahverkehr*.
Außerdem ist ein „Weiter so“ beim Fleischkonsum auch unter sozialen Aspekten keine Lösung. Denn die Tierhaltung führt zu hohen Folgekosten durch Umweltschäden. Die Gewässerqualität wird z.B. durch zu hohe Gülleausbringung beeinträchtigt und führt zu steigenden Wasserpreisen – diese belasten auch Geringverdiener. Und mit dem Klimawandel bürden wir nachfolgenden Generationen eine große Hypothek auf. Zudem landen derzeit rund 50 % der weltweiten Soja- und Weizenernte in den Mägen von Nutztieren – Tendenz steigend. Dies verknappt global das Angebot von Nahrungsmitteln und treibt die Preise von Grundnahrungsmitteln wie Brot und Reis in die Höhe.