Deutschlandweite Karten zur aktuellen Luftschadstoffbelastung
Für die flächenhafte Darstellung der aktuellen Luftschadstoffsituation stehen Messdaten eines deutschlandweiten Messnetzes (ca. 300 Stationen) der Bundesländer und des Umweltbundesamtes zur Verfügung. Die so gewonnenen Daten repräsentieren die Luftqualität in der Umgebung des Messstandortes. Um eine flächenhafte Verteilung der Luftschadstoffe über dem gesamten deutschen Raum zu erhalten, werden diese Punktmessungen durch eine Interpolation in die Fläche übertragen. Durch eine radiale Basisfunktions-Methode (Hardy´s Multiquadriken-Verfahren) werden die unregelmäßig verteilten Messwerte in ein gleichmäßiges Gitter überführt. Dieses Gitter wird dann als Karte dargestellt. Die einzelnen Gitterzellen haben eine Auflösung von 1,6 x 1,6 km2. Diese Interpolation wird mit dem Programmsystem FLADIS (Flächenhafte Darstellung der Immissionssituation) durchgeführt.
Für die Interpolation werden ausschließlich Messungen von „Hintergrundstationen“, sprich Stationen abseits signifikanter Luftverschmutzungsquellen, verwendet. Wegen der vergleichsweise geringen flächenhaften Repräsentativität der Stationen vom Typ „Verkehr“ und „Industrie“ werden diese bei der Interpolation nicht berücksichtigt. Die Messungen dieser Stationen werden jedoch als Kreis in der Karte dargestellt.
Es werden Karten für die Luftschadstoffe Feinstaub (PM10), Feinstaub (PM2,5), Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Ozon und Stickstoffdioxid erstellt und können ab dem Jahr 2016 (für Feinstaub PM2,5 ab 2022) angezeigt werden. Je nach ausgewähltem Schadstoff können Karten der Tagesmittelwerte, Ein-Stunden-Mittelwerte, Ein-Stunden-Tagesmaxima, Acht-Stunden-Mittelwerte und Acht-Stunden-Tagesmaxima ausgewählt werden.