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Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Eine nachhaltige Politik der Schonung natürlicher Ressourcen misst der Schaffung geschlossener Stoffkreisläufe eine hohe Bedeutung zu. Die moderne Abfallpolitik ist ein sehr wichtiger Teil davon. Sie sorgt dafür, dass anfallende Abfälle erneut verwendet oder möglichst hochwertig verwertet werden.

Ziel des Stoffstrommanagements ist es, die der Natur entnommenen Materialien möglichst intensiv zu nutzen, um Ressourcen einzusparen und Abfälle zu vermeiden. Angestrebt wird dabei, das Wirtschaftswachstum und die mit der Abfallerzeugung verbundenen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu entkoppeln.

Um die Anforderungen an Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen in allen EU-Mitgliedsstaaten zu harmonisieren, hat die EU seit dem Jahr 1974 zahlreiche Regelungen erlassen. Die zentrale europäische Vorgabe in diesem Politikbereich ist die 2008 aktualisierte EU-Abfallrahmenrichtlinie.

Grundlage für das Abfallrecht in Deutschland ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), das am 1. Juni 2012 in Kraft trat und die Vorgaben des europäischen Abfallrechts umsetzt. Ziel dieses Gesetzes ist es, die Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen zu fördern und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen sicherzustellen.

Ein zentraler Grundsatz des Gesetzes ist die fünfstufige Abfallhierarchie: 1. Vermeidung von Abfällen 2. Vorbereitung zur Wiederverwendung von Abfällen 3. Recycling von Abfällen 4. Sonstige Verwertung von Abfällen (energetische Verwertung, Verfüllung von Abgrabungs- oder Abbaustätten, etc.) 5. Beseitigung von Abfällen.

Am 31. Juli 2013 hat das Bundeskabinett das unter der Beteiligung der Länder erarbeitete Abfallvermeidungsprogramm des Bundes verabschiedet. Es erfasst systematisch und umfassend zielführende Ansätze der öffentlichen Hand zur Abfallvermeidung in Form von konkreten Empfehlungen, Instrumenten und Maßnahmen. Es analysiert unterschiedliche abfallvermeidende Maßnahmen in der Produktion, Produktgestaltung, Handel, Gewerbe und dem Gebrauch von Produkten auch unter Beachtung von ökonomischen, sozialen und rechtlichen Kriterien.

Wichtiges in Kürze

  • Ein Diagramm zeigt das Aufkommen an Siedlungsabfällen in den Jahren 2002 bis 2014. Das Aufkommen sank in diesem Zeitraum von 52,8 Millionen Tonnen auf 51,1 Millionen Tonnen.
    Indikator: Abfallmenge – Siedlungsabfälle

    Das Aufkommen von Siedlungsabfällen hat sich seit 2011 auf einem Wert von etwa 50 Millionen Tonnen stabilisiert.Ziel der Umweltpolitik ist die Entkopplung des Abfallaufkommens vom Wirtschaftswachstum.Dieses Ziel wurde erreicht. Um den Ressourcenverbrauch zu verringern, müssen die Siedlungsabfälle jedoch weiter zurückgehen. weiterlesen

  • Ein Diagramm zeigt die Anteile der behandelten und stofflich verwerteten Siedlungsabfälle am gesamten Siedlungsabfallaufkommen von 2002 bis 2014. In dieser Zeit stieg der Anteil der verwerteten Siedlungsabfälle von 56,1 auf 65,6 Prozent.
    Indikator: Recycling von Siedlungsabfällen

    Die Recyclingquote der Siedlungsabfälle stieg von 56 % im Jahr 2002 auf fast 66 % im Jahr 2014.Damit wurde das von der Bundesregierung gesetzte Ziel erreicht, die Recyclingquote bei den Siedlungsabfällen bis 2020 auf 65 % zu steigern.Bei einzelnen Untergruppen der Siedlungsabfälle besteht hingegen noch Handlungsbedarf. weiterlesen

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Wie beansprucht die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die Umwelt?

Abfallaufkommen

Das Netto-Abfallaufkommen sank zwischen den Jahren 2000 und 2015 um rund 14 Prozent. Das liegt neben statistischen Effekten hauptsächlich an der konjunkturell bedingten Abnahme der Bau- und Abbruchabfälle. Die Abfälle aus Haushalten nahmen zu. Der Großteil des anfallenden Abfalls wird verwertet. weiterlesen

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Ablagerungsquoten der Hauptabfallströme

Die Abfallpolitik der Bundesregierung, die sich eine weitgehende Vermeidung und Verwertung von Abfällen zum Ziel gesetzt hat, war erfolgreich. Die Abfallmenge, die abgelagert (deponiert) werden muss, ging zwischen den Jahren 2000 und 2015 von 28,7 auf 17,8 Prozent zurück. Am erfolgreichsten war diese Politik bei Siedlungsabfällen. Von ihnen mussten im Jahr 2015 nur 0,2 Prozent deponiert werden. weiterlesen

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Wie reagieren Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

Glas und Altglas

Altglas kann mehrfach eingeschmolzen und zur Herstellung neuer Glasprodukte genutzt werden. Solch eine erneute stoffliche Nutzung ist umweltverträglich und kann viel Energie und viele Rohstoffe einsparen, wenn die verschiedenen Glasprodukte wie Flaschen und Fenstergläser an ihrem Lebensende dem richtigen Entsorgungsweg zugeführt werden. weiterlesen

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Elektro- und Elektronikaltgeräte

Bürgerinnen und Bürger können Elektroaltgeräte kostenfrei an kommunalen Sammelstellen und in großen Handelsgeschäften sowie bei großen Onlinehändlern abgeben. Hersteller übernehmen die Entsorgung. Deutschland hielt die bis Ende 2015 geltenden Sammel- und Verwertungsziele der EU ein. Die ab 2016 geltende Rücknahmequote von 45 Prozent wird jedoch noch nicht sicher erreicht. weiterlesen

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Bauabfälle

Der Bausektor gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren. Er setzte 2013 laut Statistischem Bundesamt 534 Millionen Tonnen an mineralischen Baurohstoffen ein. Der Bestand an Gebäuden und Infrastrukturen ist mit rund 28 Milliarden Tonnen (Stand 2010, UBA) inzwischen ein bedeutendes, menschengemachtes Rohstofflager, das nach Nutzungsende wieder dem Recycling zugeführt werden kann. weiterlesen

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Bildschirme und Lampen

Bei der Verwertung von Computer- und Fernsehbildschirmen sowie Gasentladungslampen ist besondere Sorgfalt geboten: Klassische Bildschirmröhren enthalten Blei, Gasentladungslampen enthalten Quecksilber und sind häufig in Flachbildschirmen enthalten. Neben diesen Schadstoffen enthalten die genannten Elektrogeräte Sonder- und Edelmetalle, die noch nicht vollständig zurückgewonnen werden können. weiterlesen

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Kunststoffabfälle

Die Abfallwirtschaft verwertet die gesammelten Kunststoffabfälle nahezu vollständig. Im Jahr 2015 hat sie 45 Prozent aller gesammelten Kunststoffabfälle werkstofflich und 1 Prozent rohstofflich verwertet. 53 Prozent der Abfälle wurden energetisch verwertet. Aus Klima- und Umweltschutzsicht ist es wichtig, mehr Kunststoffabfälle werkstofflich zu verwerten. weiterlesen

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Altpapier

Die Papierindustrie setzte im Jahr 1990 knapp 49 Prozent Altpapier ein, im Jahr 2015 rund 74 Prozent. Diese Steigerung senkte den Holz-, Wasser- und Primärenergieverbrauch pro Tonne Papier. Das Mehr an Papierkonsum relativierte jedoch den Effizienzgewinn. Zudem gefährden Verunreinigungen aus Druckfarben, Kleb- und Papierhilfsstoffen inzwischen das Altpapierrecycling. weiterlesen

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Das Umweltbundesamt

Für Mensch und Umwelt