Indikator: Gesamtrohstoffproduktivität

Ein Diagramm zeigt die Gesamtrohstoffproduktivität sowie den „Primärrohstoffeinsatz“ und die Summe aus Bruttoinlandsprodukt und Wert der Importe zwischen 2010 und 2018 (2010 = 100).zum Vergrößern anklicken
Gesamtrohstoffproduktivität
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die ⁠Gesamtrohstoffproduktivität⁠ stieg von 2010 bis 2018 um knapp 8 %.
  • Die Gesamtrohstoffproduktivität soll nach dem Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie von 2010 bis 2030 pro Jahr um durchschnittlich 1,6 % wachsen.
  • Mit einem jährlichen Wachstum von im Schnitt rund 1,0 % liegt die aktuelle Entwicklung unter diesem Ziel.
  • Die Gesamtrohstoffproduktivität ist ein Maß für die Effizienz der Rohstoffnutzung und bezieht auch Rohstoffe ein, die für die Herstellung der importierten Güter benötigt wurden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Primärrohstoffe werden vor allem im Bergbau, aber auch in der Forst- und Landwirtschaft gewonnen. Diese wirtschaftlichen Aktivitäten haben teilweise massive Umweltwirkungen. Ein Ziel der Umweltpolitik ist deshalb, dass die Volkswirtschaft Rohstoffe möglichst effizient einsetzt. Um diese Entwicklung zu messen, setzt der ⁠Indikator⁠ „Gesamtrohstoffproduktivität“ die Leistung der Volkswirtschaft mit der Rohstoffinanspruchnahme in Bezug.

Deutschland im- und exportiert jedoch zu einem großen Teil verarbeitete Güter und fertige Produkte. Der „Primärrohstoffeinsatz“ gibt das Ausmaß der tatsächlich eingesetzten Primärrohstoffe wieder. Er basiert auf den Rohstoff-Äquivalenten. Damit umfasst er das Gesamtgewicht der Primärrohstoffe, die benötigt werden, um die Güter herzustellen, die in der deutschen Volkswirtschaft produziert oder in diese importiert werden.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die ⁠Gesamtrohstoffproduktivität⁠ erhöhte sich in Deutschland zwischen 2010 und 2018 um 7,9 %. Grund war vor allem das deutliche Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und der Importwerte, während der Einsatz von Primärrohstoffen einen deutlich geringeren und weniger stetigen Anstieg aufwies.

In der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 hat sich die Bundesregierung für das weitere Wachstum der Gesamtrohstoffproduktivität ein neues Ziel gesetzt: Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Jahre 2000 bis 2010 von rund 1,6 % soll bis ins Jahr 2030 fortgesetzt werden (BReg 2016). Das Wachstum von 2010 bis 2018 lag jedoch nur bei etwa 1,0 % pro Jahr und damit derzeit unter dem Zielpfad der Nachhaltigkeitsstrategie.

Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm III (ProgRess III) zeichnet für die Jahre ab 2020 eine Vielzahl von Maßnahmen auf, mit denen die Rohstoffproduktivität weiter gesteigert werden soll (⁠BMU⁠ 2020). Im aktuellen Programm werden nun unter anderem auch die Themen ressourceneffiziente Mobilität und Potenziale und Risiken der Digitalisierung für die Ressourceneffizienz betrachtet.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die ⁠Gesamtrohstoffproduktivität⁠ ergibt sich aus dem Verhältnis zweier Größen: Den Zähler bildet die Summe aus Bruttoinlandsprodukt und dem monetären Wert der deutschen Importe. Diese Größe wird durch die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung des Statistischen Bundesamtes bereitgestellt. Der Nenner enthält die Angaben zum „Primärrohstoffeinsatz“ in Deutschland durch Produktion und Importe in Tonnen. Beide Größen werden jeweils als Index (2010=100) dargestellt. Das Verfahren zur Bestimmung der indirekten Importe (⁠Rohstoffäquivalente⁠) ist in einem Forschungsbericht beschrieben (UBA 2016).

Aufgrund methodischer Anpassungen durch das Statistische Bundesamt weichen die Zeitreihen ab 2010 von bisher veröffentlichten Zahlen ab. Merkliche Veränderungen treten insbesondere bei der Rohstoffgruppe Erze auf. Nähere Erläuterungen sind der Umweltökonomischen Gesamtrechnung (UGR) zu entnehmen (Destatis 2021, S.3). Für die Berechnung der diesem ⁠Indikator⁠ zu Grunde liegenden Indexwerte nutzt das Statistische Bundesamt exaktere als die dort veröffentlichten Daten. Die Ergebnisse daraus sind in der Tabelle „Gesamtrohstoffproduktivität und ihre Komponenten, Index 2010 = 100“ veröffentlicht (Destatis 2022).

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 Rohstoffproduktivität  Rohstoffäquivalente  Direkter Materialeinsatz  Rohstoffverbrauch  Gesamtrohstoffproduktivität  Indikator