Aussehen und Vorkommen
Wespen sind, ebenso wie Bienen, Hautflügler.
Die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) sind für Laien schwer voneinander zu unterscheiden. Sie können am ehesten anhand der Zeichnung auf der Stirnplatte unterschieden werden. Während die Deutsche Wespe dort meist drei im Dreieck angeordnete schwarze Punkte (seltener nur einen) oder zwei Punkte und einen kleinen geraden, oft etwas unterbrochenen schwarzen Strich aufweist, befindet sich dort bei der Gemeinen Wespe ein breiter schwarzer Strich, der sich nach unten hin verdickt. Beide sind gelbschwarz gestreift. Die Arbeiterinnen beider Arten werden 11 bis 16 mm groß, Drohnen 13 bis 17 mm und Königinnen erreichen eine Körperlänge von bis zu 20 mm.
Die heimische Hornisse (Vespa crabro) ist die größte bei uns vorkommende Wespe und bildet einjährige Staaten. Hornissen sind häufig in lichten Wäldern und auch in Gärten anzutreffen. Sie sind deutlich größer als die Gemeine und die Deutsche Wespe und rötlichbraun / gelb gestreift. Arbeiterinnen erreichen eine Länge von 18 bis 25 Millimeter, die Königin bis zu 35 Millimeter. Hornissen ernähren ihre Brut mit allen Arten von Insekten wie Fliegen, Wespen, Bienen, Heuschrecken, Käfern, Raupen und Libellen. Ein gut entwickeltes Hornissenvolk vertilgt bis zu einem halben Kilogramm Insekten am Tag. Erwachsene Tiere ernähren sich vor allem von Pflanzensäften oder auch Fallobst. Die in Deutschland heimische Hornisse (Vespa crabro) muss von der Asiatische Hornisse (Vespa velutina), einer invasiven Art, abgegrenzt werden.
Informationen zur Asiatischen Hornisse sind auf der folgenden Seite zu finden: Asiatische Hornisse
Im Frühjahr beginnt ein befruchtetes Weibchen als neue Königin mit dem Anlegen eines Nests, dem sogenannten Initial- oder Primärnest. Wenn der Hohlraum, in dem sich das Nest befindet, zu klein für das wachsende Volk wird, bauen die Tiere oft gleichzeitig ein weiteres Nest in einer anderen Höhlung (Filialbildung). Die Larven im Ursprungsnest werden dabei aber weiter gepflegt. Nach Schlupf der letzten Brut im Ursprungsnest wird dieses völlig verlassen und das Volk besiedelt fortan wieder nur ein Nest. Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, sucht die Königin im Frühjahr oft eine Ersatzhöhle im menschlichen Siedlungsbereich. Solche gern aufgesuchten Nistplätze sind Vogelnistkästen, alte Schuppen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, Winterverkleidungen am Dach, aber auch Rollladenkästen und Nischen in Dachböden.
Nestunterscheidung
Einfacher sind die Nester unterscheidbar: die Nester der Gemeinen Wespe sind bräunlich, die der Deutschen Wespe eher grau. Deutsche Wespe und Gemeine Wespe bauen meist in Erdhöhlen (zum Beispiel Mäuse- oder Maulwurfsbauten). In Siedlungsnähe werden aber auch Dachböden, Rollladenkästen und vergleichbare dunkle, geschützte Hohlräume ausgewählt.
Freihängende Nester werden von Arten gebaut, die keine menschlichen Nahrungsmittel anfliegen (zum Beispiel Hornisse und Sächsische Wespe). Auch Feldwespen (Polistes spp.) zeigen eine soziale Lebensweise, sind aber nicht an Süßspeisen interessiert. Feldwespen sind sehr gut an ihren im Flug herabhängenden gelben Beinen zu erkennen. Nester der bei uns häufig anzutreffenden Haus-Feldwespe (Polistes dominula) sind hüllenlos und erlauben somit einen Blick auf die Waben.