Ein gründliches Vorgehen bei der medizinischen Diagnostik und Behandlung ist entscheidend, um Über- und Fehlverschreibungen zu vermeiden, die die Umwelt unnötig belasten. Durch eine detaillierte Anamnese und kontinuierliche Beobachtung des Behandlungsverlaufs können Medikamentenmengen und Dosierungen optimiert werden, zum Beispiel durch die Überwachung von Laborergebnissen und Symptomen. Die gezielte Überprüfung von Medikationen auf verzichtbare Arzneimittel ist ein weiterer Schritt, um die Menge und Anzahl der verschriebenen Medikamente zu reduzieren. Ärztinnen*Ärzte könnten beispielsweise bei älteren Patienten*Patientinnen eine Überprüfung der Medikation durchführen oder eine Medikationsanalyse in der Apotheke beauftragen, um die Anzahl der Medikamente zu minimieren und so auch potenzielle Neben- und Wechselwirkungen zu reduzieren. Dieser Prozess des "Deprescribing" sollte jedoch sorgfältig und unter Berücksichtigung des Wohlergehens des Patienten*der Patientin erfolgen.
Darüber hinaus bietet die Verschreibung alternativer Applikationsformen eine Möglichkeit, die Menge an Wirkstoffen, die in die Umwelt gelangen, zu verringern. Bei der Behandlung zum Beispiel von Muskel- oder Gelenkschmerzen können eventuell transdermale Pflaster anstelle von Schmerzsalben verschrieben werden. Parenterale Applikationsformen wie Spritzen und Infusionen bieten in der Regel das beste Verhältnis von Dosierung, weniger Nebenwirkungen und Umwelteintrag. Diese sind jedoch oft nicht selbst anwendbar und in der Verwendung unbeliebt. Zudem sind viele Wirkstoffe nicht in parenteralen Applikationsformen verfügbar.
Des Weiteren kann die Verschreibung kleiner Packungsgrößen dazu beitragen, die Menge an Arzneimittelresten zu verringern. Es ist wichtig, die Patienten*Patientinnen über die empfohlene Anwendung, Dosierung und Behandlungsdauer aufzuklären und sie über die umweltgerechte Entsorgung etwaiger Arzneimittelreste zu informieren.
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Umweltbewusste Entsorgung von Medikamentenresten