Stauraumkanal im Mauerpark

  • Bau des Stauraumkanals im Mauerpark, Copyright: Berliner Wasserbetriebe/ Stephan Natz
    Bau des Stauraumkanals im Mauerpark, Copyright: Berliner Wasserbetriebe/ Stephan Natz
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Mit der Klimaerwärmung kann die Luft mehr Wasser aufnehmen, was die Starkregen-Wahrscheinlichkeit erhöht. Zudem führt die zunehmende Verdichtung der Stadt zu mehr Versiegelung und damit zu verstärktem Regenabfluss. Die Folgen von Starkregen sind im innerstädtischen Bereich – dort ist die Kanalisation als Mischsystem ausgelegt – besonders gravierend. Regnet es so heftig, dass das der Kanalisation folgende System aus Pump- und Klärwerken das Wasser nicht mehr komplett „in Echtzeit“ bewältigen kann, dann läuft mit Niederschlagswasser stark verdünntes Schmutzwasser in die Gewässer über. Die Berliner Spree ist flach und fließt sehr langsam. Nährstoffeinträge aus der Kanalisation führen zu schneller Sauerstoffzehrung und damit zu Fischsterben und Geruch.

Daher bauen wir in der Nähe von Pumpwerken Stauräume wie z. B. Regenüberlaufbecken oder Stauraumkanäle. Dort kann Abwasser zwischengespeichert, mechanisch gereinigt und nach Regenende zeitverzögert zum Klärwerk geleitet werden. Auch die Schaffung von zusätzlichen Speicherkapazitäten in Klärwerken und eine intelligente Bewirtschaftung des in der Kanalisation vorhandenen Stauraums durch Drosseln, Wehre und höhere Schwellen reduzieren die Überläufe in die Gewässer.

Der Bau solcher Speicherkapazitäten ist ein Teil der neuen Strategie zum Umgang mit Regenwasser. Dazu gehören etwa auch aktuelle Veränderungen im Baurecht. So ist in Berlin bei jedem Neubau die Verdunstung, Versickerung oder Nutzung von Regenwasser auf dem jeweiligen Grundstück planerisch zu berücksichtigen.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

MaßnahmenträgerBerliner Wasserbetriebe
http://www.bwb.de
Kooperationspartner

Berliner Wasserbetriebe, Bauherr
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz finanziert mit
ARGE aus den Baufirmen Stehmeyer + Bischoff sowie Wayss & Freyta

Dauer und Finanzierung

Dauer

Beginn der Umsetzung
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?

20.000.000€

Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?

60 % Mittel des Landes Berlin
40 % Investitionsmittel der Berliner Wasserbetriebe

Beteiligung

Welche weiteren Personengruppen wurden an der Planung oder Umsetzung der Maßnahme beteiligt?

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

ErläuterungWir haben von 2013 bis 2017 insgesamt 9 Informations- und Diskussionsveranstaltungen für Stakeholder im Umfeld mit Hunderten Teilnehmern durchgeführt. Dabei haben wir Vertreter aus Politik und Verwaltung, Technik-Spezialisten und Verkehrsplaner einbezogen.

Erfolge

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Noch ist das Projekt nicht abgeschlossen.

ErläuterungDie technische Erfolgskontrolle ist die Messung gespeicherter Mischwassermengen und damit vermiedener Überläufe in die Gewässer. Den Kommunikationserfolg messen wir mit einer Medienresonanzanalyse und die Akzeptanz des Baugeschehens durch ein Beschwerdemanagement-Tool, das alle Kanäle von Telefon und Mail bis zum persönlichen Kontakt integriert.

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?

Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?

Der einzige Konflikt war die im Vorfeld des Baus von Anliegern und Kommunalpolitikern befürchtete Störung des Mauerparks als touristischem Hotspot und Erholungsgebiet. Durch die Wahl der "minimalinvasiven" Bautechnik, durch mehr als fünfjährige Vorkommunikation im Umfeld des Mauerpark sowie durch die künstlerische Gestaltung der Bauzäune konnte der Konflikt aufgelöst werden.

Ansprechperson

Stephan Natz
Berliner Wasserbetriebe
Neue Jüdenstraße 1
10179 Berlin
Deutschland
Telefonnummer030.8644-6864

Ort der Umsetzung

Gleimstr. 55
10437 berlin
Deutschland

Berlin

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