AU sollte bei Diesel-Pkw künftig auch Stickstoffoxid (NOx) messen

an einem Pkw, der in einem Raum steht, ist ein Messgerät am Auspuff angeschlossenzum Vergrößern anklicken
Stickstoffoxidmessverfahren für die Abgasuntersuchung (AU) bei Pkw mit Dieselmotor
Quelle: Helge Jahn / UBA

Das UBA empfiehlt, die regelmäßige Abgasuntersuchung (AU) bei Diesel-Pkw um eine Messung des Stickstoffoxid-Ausstoßes (NOx) zu erweitern. So könnte sichergestellt werden, dass Bauteile und Systeme zur Abgasminderung, wie SCR-Katalysatoren, auch dauerhaft im Betrieb funktionieren. Welche Messverfahren geeignet sind und wie sie konkret in der AU umgesetzt werden könnten, zeigt eine neue Studie.

Bevor neue Fahrzeugtypen auf den Markt gebracht werden, müssen diese vom Hersteller im Rahmen der Typgenehmigung genau definierte Emissionsgrenzwerte gemäß der EU-Abgasgesetzgebung (Euronorm) erfüllen. Um Defekte an emissionsmindernden Bauteilen auszuschließen, müssen die Kfz zudem seit 1985 in Deutschland regelmäßig zur Abgasuntersuchung (AU). Wenn nötig, können durch die AU Reparaturen oder gar Stilllegungen angeordnet werden.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden die Stickoxid-Grenzwerte (NOx) zum Erreichen der Emissionsnormen Euro 4 bis Euro 6 für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge schrittweise verschärft. Zur Minderung der Stickstoffoxide kommen hierbei in den Fahrzeugen verschiedene Techniken zum Einsatz, wie zum Beispiel die SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction) und die Abgasrückführung (AGR). Ob die NOx-Abgasminderungstechnik in der Praxis funktioniert, wird bislang bei der AU Endrohrmessung nicht überprüft. Niedrige NOx-Emissionen im dauerhaften Betrieb der Kraftfahrzeuge sind damit nicht sicher gewährleistet. Die AU sollte aus diesem Grund so weiterentwickelt werden, dass sie in der Lage ist, mit neuen Messmethoden das Funktionieren der modernen Entstickungstechniken in Kraftfahrzeugen zu überprüfen.

Die aktuelle UBA-Studie zeigt, dass die Ergänzung der AU um den Schadstoff NOx für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor mit den betrachteten Prüf- und Testmethoden messtechnisch leistbar und gesamtwirtschaftlich sinnvoll ist. Auf Basis dieser Empfehlungen könnte künftig das Funktionieren der NOx-Abgasminderungstechniken im Rahmen der AU überprüft werden. Hierzu müsste im nächsten Schritt ein konkreter Zeitplan vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für die Umsetzung der Vorschläge erarbeitet werden.

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