Aussehen und Vorkommen
Teppichkäfer gehören zur Familie der Speckkäfer (Dermestidae), von denen in Mitteleuropa 48 Arten beschrieben sind. Typischerweise wird mit der Bezeichnung Teppichkäfer der Braunwurzelblütenkäfer (Anthrenus scrophulariae) gemeint. Aber auch der Australische Teppichkäfer (Anthrenocerus australis) als eingeschleppte Art, der Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci) und der Museumskäfer (Anthrenus museorum) verursachen ein ähnliches Schadbild.
Verallgemeinernd kann man sagen, dass die erwachsenen Käfer mit einer Größe von 1,7 bis 4,5 mm sehr klein und rundlich bis oval geformt sind. Die Färbung ist sehr variabel. Die Larven sind länglich geformt und haben am Hinterleibsende Haare, die wie ein Schweif aussehen, die sogenannten Pfeilhaare. Wie alle Speckkäfer haben Teppichkäfer kurze Fühler mit keulenartig verdickten Endgliedern (der sogenannte Fühlerkeule). Im Folgenden werden vier relevante Arten kurz vorgestellt.
Braunwurzelblütenkäfer (auch Teppichkäfer genannt): Der Käfer ist maximal 4,5 mm groß und hat schwarze Schuppen, die den ovalen Körper bedecken. Auf den Flügeldecken befinden sich drei helle, wellenförmige Querbinden. Entlang der Flügelnaht trägt der Braunwurzelblütenkäfer einen markanten, rötlich gefärbten Bereich. Die Larven sind 5 bis 6 mm lang und braun-schwarz behaart.
Australischer Teppichkäfer: Wie der Name vermuten lässt, wurde diese Käferart aus Australien nach Europa eingeschleppt und ist in Deutschland weit verbreitet. Der Käfer ist länglich-oval und circa 3 mm lang. Sie sind dunkel beschuppt mit hellen Querbinden. Die Larven sind bis 6 mm lang und stark behaart. Die Oberseite ist braun gestreift, die Unterseite gelblich gefärbt.
Wollkrautblütenkäfer (auch Kabinettkäfer genannt): Der Kabinettkäfer ist circa 1,7 bis 3,2 mm groß, oval und braun-gelb beschuppt. Auf den Flügeldecken befinden sich drei helle, wellenförmige Querbinden. Im Gegensatz zum Braunwurzelblütenkäfer ist an der Flügelnaht keine rote Färbung. Die Larven des Kabinettkäfers sind 4 bis 5 mm lang und hellbraun behaart.
Museumskäfer: Die Käfer sind bis 3 mm groß, länglich-oval und dunkel gefärbt mit vereinzelten, gelblichen Schuppen. Wie bei den anderen Arten sind auf den Flügeldecken ebenfalls drei wellenförmige Querbinden zu sehen, diese sind beim Museumskäfer allerdings ockergelb.
Die erwachsenen Käfer leben von Blütenpollen und Nektar und sind oft auf Blüten zu finden. Begattete Weibchen fliegen zur Eiablage häufig in Wohnungen ein. Die Eiablage erfolgt an Chitin- und Keratin-haltigen Substraten, zum Beispiel an Kadavern und Federn im Freien. Sie übernehmen hierbei wichtige Aufgaben in der Natur durch den Abbau toter tierischer Substanz (Insekten, Tierkadaver). Auch in Vogelnestern sind Teppichkäfer häufig zu finden. In Wohnräumen werden tierische Substrate, zum Beispiel Felle, Pelze, Wollteppiche und Seide bevorzugt. Die Larven sind lichtscheu und verstecken sich unter anderem unter Teppichen und hinter Teppichleisten, in Bettkästen und Kleiderschränken.