Der Gebrauch von Repellentien und Lockmitteln selbst gilt als Alternative zum Einsatz von Insektiziden und Akariziden, da letztere in der Regel über ein erheblich größeres Risikopotential verfügen. Insbesondere Lockstoffe können eingesetzt werden, weil sie oft spezifisch auf Zielorganismen wirken, und das schon bei geringen Dosierungen. In der Umwelt werden sie verhältnismäßig schnell abgebaut und weisen häufig eine verhältnismäßig geringe Wirbeltiertoxizität auf. In vielen Fällen dienen Fallen mit Lockstoffen jedoch nur dem Monitoring und nicht zur Bekämpfung der Zielorganismen. Allerdings können weitere alternative Maßnahmen ergriffen werden, durch die auch der Einsatz von Repellentien und Lockstoffen minimiert werden kann.
Fliegende Insekten meiden Luftbewegung. In geschlossenen Räumen kann daher beispielsweise in der Nacht ein Ventilator angeschaltet werden, so dass z. B. Mücken nicht fliegen und damit auch nicht stechen (Windgeschwindigkeit mindestens 1 m/s).
Bei Einsatz von UV-Lampen wird die anlockende Wirkung des ultravioletten Lichtes genutzt. Insekten halten dieses Licht für Tageslicht und damit für freien Flugraum. In unmittelbarer Umgebung der Lichtquelle ist ein Hochspannungsgitter oder eine beleimte Fläche angebracht, ein Kontakt mit diesen Oberflächen ist für die Insekten tödlich. Die Anwendung von UV-Lampen im Freien ist verboten, da wahllos alle Insekten, insbesondere auch harmlose Nachtfalter, angelockt und getötet werden.
Bei Aufenthalt im Freien sollte bei Bedarf grundsätzlich darauf geachtet werden, dass helle, nicht eng anliegende Kleidung getragen wird. Diese sollte außerdem so viel Körperoberfläche wie möglich abdecken und vor allem keine Einflugmöglichkeiten bieten. Reicht diese Maßnahme nicht aus, können Repellentien sowohl auf Kleidung als auch auf die Haut aufgetragen werden. Bei Aufenthalt in Zeckengebieten sollte zusätzlich jeden Abend eine gründliche Körperkontrolle auf Zecken erfolgen.
Auch regelmäßiges Duschen, bei dem Schweiß und körperliche Gerüche abgewaschen werden, kann dazu beitragen, Insektenstiche zu dezimieren.
Innerhalb von Gebäuden können Fluginsekten erfolgreich durch das Anbringen von Gazefenstern am Eindringen gehindert werden. Auch sog. Moskitonetze mit entsprechender Maschengröße, die über dem Bett angebracht werden, halten fliegende Insekten fern.
Einige Farben, wie z. B. gelb und grün locken Gliedertiere an. Diese Farben sollten nicht für z. B. Kinderwagen verwendet werden.
Schutz vor Kleidermotten bietet das Reinigen der Kleidung, bevor sie in den Schrank gehängt wird. Pelze und Wollsachen sollten in regelmäßigen Abständen draußen ausgeschüttelt und Teppiche ausgeklopft werden. Grundsätzlich sollte ein Kleiderschrank immer so verschlossen sein, dass Motten gar nicht erst einfliegen können.
Zur Abwehr oder Vergrämung von Wirbeltieren können in vielen Fällen mechanische oder physikalische Verfahren eingesetzt werden, z. B. Behebung baulicher Mängel, Anbringen von Netzen, Dornleisten und ähnliches.