Das Spurenstoffzentrum hat zusammen mit den Auftragnehmern Fraunhofer ISI (Projektleitung, inhaltlich-fachliche Unterstützung des Prozesses) und IKU GmbH (Prozessgestaltung und Moderation) die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Interessengruppen aus dem Stakeholderdialog (2015-2022) und Weiterentwicklung des Instruments der Runden Tische gestartet. Neuigkeiten werden hier veröffentlicht.
Hintergrund
Nach einem zweijährigen Nationalen Wasserdialog des Bundesumweltministeriums (BMUV) und des Umweltbundesamtes hat das BMUV 2021 den Entwurf einer Nationalen Wasserstrategie vorgelegt. Darin wird festgestellt, dass die Belastung der Gewässer durch eine Vielzahl von Stoffen steigt, ihren ökologischen Zustand gefährdet und dass dies die Gewinnung und Bereitstellung von Trinkwasser immer aufwändiger und teurer macht.
Vor diesem Hintergrund und aktueller Entwicklungen auf EU-Ebene (Null-Schadstoff-Ziel) und auf der Ebene der Bundesländer gilt es, die Risiken durch Schadstoffeinträge zu begrenzen. Die Spurenstoffstrategie des Bundes unterstützt und ergänzt mit dem dialogzentrierten Ansatz die Erreichung der Ziele der nationalen Wasserstrategie. Neben dem grundlegenden Ziel dieser Strategie, den Eintrag von relevanten Spurenstoffen in die aquatische Umwelt zu vermeiden oder zu reduzieren, wird das Spurenstoffzentrum die Quellen und das Ausmaß der Gewässerbelastung durch Spurenstoffe erforschen und Möglichkeiten der Verringerung von Belastungen aufzeigen. Es wird Maßnahmen empfehlen und über Risiken informieren.
Ziele des Projekts
Ziel des aktuellen Projektes ist es, Arbeitsweisen für die Verstetigung des Stakeholderdialogs unter Einbindung aller Betroffenen (Stakeholder) weiter- und neu zu entwickeln. Stakeholder können zum Beispiel Umweltverbände, Hersteller, Formulierer, Berufsgruppen, Abwasser- und Wasserverbände oder das Umweltbundesamt sein. Mit relevanten Stakeholdergruppen soll zu den Kernelementen der bisherigen Strategie ein offener Dialogprozess organisiert und fortgesetzt werden.
Das Projekt setzt folgende Schwerpunkte:
- Diskussion und Ableitung von Zielsetzungen aus Sicht des Gewässerschutzes in Hinblick auf neue Zielsetzungen nach den Erfahrungen aus dem vorangegangenen Stakeholderdialog (2015-2022)
- Ableitung von quantifizierbaren Indikatoren
- Ableitung von geeigneten, zielorientierten Risikominderungsmaßnahmen
- Umsetzungsoptionen der Maßnahmen im bestehenden Rechtsrahmen (Anforderungen, Hemmnisse)
- Etablierung eines „Baukastens“ zur umweltbezogenen Dialogkommunikation (Diskurse, Konfliktvermeidung, -lösung, Mediation)
Hier bildet das Instrument des Runden Tisches eine zentrale Säule von freiwilligen und herstellerverantwortlichen Minderungsmaßnahmen. Ziel ist es somit, Lösungen und Maßnahmen zur Spurenstoffreduktion effizienter umzusetzen.