"Grüne" Produkte: Marktzahlen

„Grüne“ Produkte haben sich in vielen Konsumbereichen etabliert. Ihr Absatz entwickelt sich fast durchweg positiv und teilweise sehr dynamisch. Dennoch sind „grüne“ Produkte noch immer weitgehend Nischenprodukte. Die grundsätzliche Bereitschaft der Bevölkerung für eine stärkere Nachfrage ist vorhanden. Es braucht aber bessere politische Rahmenbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

 

Umsatz mit „grünen“ Produkten

Insgesamt gaben Konsumenten in Deutschland im Jahr 2014 gut 50 Milliarden (Mrd.) Euro für die im Bericht „Grüne Produkte in Deutschland“ untersuchten „grünen“ Produkte aus.

  • Im Bereich mit der größten Umweltwirkung, dem Wohnen, floss auch der größte Teil – 23,9 Mrd. Euro – der Konsumausgaben für „grüne Produkte“ (energetische Sanierung, energieeffizientes Wohnen).
  • Die Ausgaben für nachhaltige Mobilität (ÖV, Car-Sharing und Hybridautos) lagen bei 15 Mrd. Euro.
  • 9,6 Mrd. Euro wurden für Biolebensmittel und Produkte aus nachhaltiger Fischerei ausgegeben.
  • Eine untergeordnete Rolle spielten nachhaltige Produktalternativen bei Textilien, Papier- und Holzprodukten sowie Reinigungsprodukten mit 1,6 Mrd. Euro.

Darüber hinaus legten Konsumenten 52,7 Mrd. Euro in Finanzanlagen mit ökologischem und sozialem Zusatznutzen an (FNG 2012/2013/2014/2015).

Im Vergleich dazu stehen private Konsumausgaben in Höhe von rund 1.500 Mrd. Euro (Statistisches Bundesamt 2016) und rund 1.750 Mrd. Euro Nettogeldvermögen der privaten Haushalte (Statistisches Bundesamt 2014).

In der Abb. „Umsätze ausgewählter „grüner“ Produkte“ ist ein Index dargestellt, der nicht nur den Umsatz der einzelnen Konsumbereiche abbildet, sondern auch deren Umweltwirkung. Bereiche mit einer höheren Umweltwirkung werden stärker gewichtet. So sinkt der Index im Jahr 2014 leicht gegenüber 2013, obwohl der Umsatz über alle Produktgruppe gestiegen ist. Dies liegt daran, dass im Bereich Wohnen, der die höchste Umweltwirkung und damit die höchste Gewichtung hat, die Umsätze rückläufig waren.

In 2013 gaben Konsumenten 49 Mrd. Euro, in 2014 50 Mrd. für „grüne“ Produkte aus. Davon entfallen in 2014 23,9 Mrd. auf den Bereich Wohnen, 15 Mrd. auf den Bereich Mobilität, 9,6 Mrd. auf den Bereich Ernährung und 1,6 Mrd. auf sonstige Konsumgüter.
Umsätze ausgewählter „grüner“ Produkte
Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Diagramm als PDF
 

Marktanteile „grüner“ Produkte

Angaben zum Anteil ökologischer Produkte am gesamten Konsum sind nur als grobe Schätzwerte möglich, da die Vergleichsgrößen sehr unterschiedlich sind. Bei den energieverbrauchenden Haushaltsgeräten (Weiße Ware) ist der Anteil der energieeffizienten Alternativen hoch (zwischen 55,2 Prozent (%) und 85,9 %). Im Bereich Mobilität kommt der öffentliche Verkehr auf fast zehn Prozent. Car-Sharing liegt hingegen im Promillebereich, während Hybrid- und Elektroautos einen Anteil von 1,2 % haben. Bei der Ernährung liegen die Bio-Produkte mit 5 % Marktanteil ebenfalls im einstelligen Bereich, wobei die Anteile je nach Produkt sehr unterschiedlich sind. Nichtsdestotrotz stellen Biolebensmittel alleine gut 15,8 % der hier betrachteten 50 Mrd. Euro „Öko-Ausgaben“ (siehe Abb. „Marktdurchdringung- und -dynamik ausgewählter „grüner“ Produkte“).

Hohe Marktanteile und hohes Umsatzwachstum gibt es insbesondere bei den Haushaltsgroßgeräten und Beleuchtung, sowie in abgeschwächter Form bei MSC-Produkten und Farben und Lacke.
Marktdurchdringung- und -dynamik ausgewählter „grüner“ Produkte
Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Diagramm als PDF
 

Entwicklung der konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen

Die direkten und indirekten Kohlendioxid-Emissionen des privaten Konsums pro Kopf stagnieren auf hohem Niveau. Im Jahr 2013 liegen sie sogar geringfügig über den Emissionen von 2000. Es gibt kein Konsumfeld, in dem eine klare Minderungstendenz bei den Kohlendioxid-Emissionen ersichtlich wäre (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionen des privaten Konsums“).

Das bedeutet, dass einerseits die positiven Marktentwicklungen im Bereich grüner Produkte zu verringerten Emissionen führen, andererseits aber steigende Nachfrage diesen Effekt mehr oder weniger konterkariert (zum Beispiel mehr Einpersonenhaushalte, höhere Wohnfläche, erhöhte Ausstattung mit elektronischen Geräten).

Die konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen liegen in Deutschland weiterhin bei rund acht Tonnen pro Person und Jahr. Nur im Bereich Sonstiges Konsumgüter sind die Emissionen geringfügig gesunken.
Kohlendioxid-Emissionen des privaten Konsums
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF