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Ich spritze jedes Jahr gegen den Birnengitterrost, weshalb tritt die Krankheit trotzdem immer wieder auf?

Vorausgesetzt, die Diagnose Birnengitterrost stimmt, Sie haben ein passendes Pflanzenschutzmittel verwendet und die Angaben in der Gebrauchsanweisung befolgt, liegt die Ursache für den wiederkehrenden Befall vermutlich in der Natur des Schaderregers. Der Erreger des Birnengitterrosts (Gymnosporangium sabinae) gehört nämlich zu den wirtswechselnden Pilzen. Sein Hauptwirt sind bestimmte Wacholderarten, auf denen der Pilz den Winter verbringt. Im Frühjahr setzt er seine Sporen frei und gelangt mit dem Wind erneut zu seinem Nebenwirt, dem Birnbaum. Am Wacholder ist der Rostpilz am besten im Frühjahr bei feuchter Witterung zu erkennen, wenn die braunen bis orangefarbenen Sporenlager an seinen Trieben polsterartig aufquellen.

Solange auf dem eigenen oder benachbarten Grundstücken Wacholder wachsen – insbesondere der Chinesische Wacholder (Juniperus chinensis), der Sadebaum (J. sabinae) und der Virginische Wacholder (J. virginiana) – wird der Birnbaum jedes Jahr aufs Neue befallen. Prinzipiell kann man das Problem wortwörtlich an der Wurzel packen, indem Wacholder in möglichst weitem Umfeld entfernt werden. Auf diese Weise wird der Vermehrungskreislauf des Pilzes unterbrochen und er stirbt. Ein Umkreis von 500 Metern sollte mindestens wacholderfrei sein, eine Gewähr gibt allerdings selbst eine Zone von einem Kilometer nicht. Wer dennoch den Nachbarn oder das städtische Grünflächenamt ansprechen möchte, kann sich dabei auf eine gute Nachricht für beide Seiten stützen: Es gibt mehrere Wacholdersorten, auf denen sich der Pilz nicht niederlässt, und die daher als gesunde Ersatzpflanzen dienen können. In Frage kommen beispielsweise die Sorten 'Bar Harbour', 'Blue Rag' und 'Wilton Carpet' des Kriech-Wacholders (J. horizontalis) und die Sorten 'Hornibrook' und 'Repanda' des Gewöhnlichen Wacholders (J. communis). Bei den hochanfälligen Wacholderarten haben sich beispielsweise 'Pfitzeriana Glauca', 'Hetzii' (beide Juniperus chinensis) und 'Glauca' (J. virginiana) als widerstandsfähige Sorten bewährt.

Zusätzlich ist es sinnvoll, hochanfällige Birnensorten durch widerstandsfähigere Sorten zu ersetzen. Sehr anfällig sind beispielsweise 'Alexander Lucas', 'Cascade', 'Conference', 'Verdi' und 'Williams Christ'. Robuster sind 'Bunte Juli', 'Clapps Liebling', 'Concorde', 'Condo' und 'Trevoux'. Die beiden Sorten 'Harrow Sweet' und 'Harrow Delight' werden ebenfalls selten befallen und sind zudem resistent gegen Feuerbrand.

Nützliche Praxisinformationen zum Thema Rostpilze finden Sie auch hier: Rostpilze im Garten.

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Schlagworte:
 Birnengitterrost

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