Klimaschutz zahlt sich aus: Jede eingesparte Tonne Treibhausgase reduziert reale Schäden – an Gesundheit, Wohlstand, Infrastruktur und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit
Treibhausgas- und Schadstoffemissionen schaden nicht nur der Umwelt und dem Klima, sie verursachen auch hohe ökonomische und gesundheitliche Schäden. Durch entsprechende Maßnahmen können diese Schäden vermieden werden. Um diese Effekte sicht- und vergleichbar zu machen, veröffentlicht das Umweltbundesamt seit 2007 wissenschaftlich fundierte Umweltkostensätze, die sie in Geldwerte umrechnen. Das neue „Handbuch Umweltkosten – Methodenkonvention 4.0“ aktualisiert und erweitert die bisherigen Kostensätze und bietet damit eine Entscheidungshilfe für Politik und Wirtschaft.
Ob Ernteausfälle infolge von Dürren, zerstörte Gebäude nach Überschwemmungen oder Atemwegserkrankungen durch Feinstaub: Umweltbelastungen wie Treibhausgas- oder Luftschadstoffemissionen erzeugen eine Vielzahl von Schäden für die Gesellschaft – mit immensen Kosten.
Um das Ausmaß von Schäden und den Nutzen vorbeugender Maßnahmen besser bewerten und in politische sowie wirtschaftliche Entscheidungen einbeziehen zu können, hilft ihre Umrechnung in Euro. Die Berücksichtigung von Umweltkosten kann Management- und Investitionsentscheidungen und die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Unternehmen unterstützen. Im öffentlichen Bereich lassen sich mithilfe von Umweltkosten die Folgen neuer Gesetze oder von Infrastrukturinvestitionen besser abschätzen.
Die 2024 in Deutschland freigesetzten Treibhausgasemissionen führen nach aktuellen Modellierungen während ihrer Verweildauer in der Atmosphäre zu globalen Wohlfahrtsverlusten in Höhe von 647 Milliarden Euro, wenn man die Schäden für heutige und künftige Generationen gleichermaßen berücksichtigt.
Diese Werte basieren auf den Klimaschadenskostensätzen aus dem neu vorliegenden „Handbuch Umweltkosten – Methodenkonvention 4.0“ des Umweltbundesamtes (UBA) sowie vorläufigen Daten zu den deutschen Treibhausgasemissionen im Jahr 2024.
UBA-Präsident Dirk Messner: „Die Berechnungen nach dem neuen Handbuch zeigen, welche enormen Schäden unsere Emissionen bei uns und weltweit verursachen. Wenn wir die Schäden für heutige und künftige Generationen ernst nehmen, müssen wir Klimaschutz als zentrale wirtschaftliche und soziale Vorsorge begreifen. Jede eingesparte Tonne Treibhausgase reduziert reale Schäden: an Gesundheit, Wohlstand, Infrastruktur und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Das Handbuch Umweltkosten zeigt klar, dass uns der Klimawandel teuer zu stehen kommt und unterstreicht die Notwendigkeit von ambitioniertem Klimaschutz.“
Neben Treibhausgasen gibt das Handbuch Kostensätze für folgende Bereiche an:
• Emission von Luftschadstoffen
• Umwelteffekte von Strom- und Wärmeerzeugung
• Umwelteffekte des Verkehrs, einschließlich Lärm
• Emission von Stickstoff und Phosphor
• Umwelteffekte in der Landwirtschaft
Weitere Informationen:
Die Kostensätze beruhen auf Modellierungen und sind als Näherungswerte anzusehen. Sie geben die Größenordnung der Schäden als deutschlandweiten Durchschnitt wieder. Für die Bewertung von lokalen Schäden, beispielsweise infolge der Emission von Stickstoff, sollten lokale Daten verwendet werden, sofern diese zur Verfügung stehen.