Rettet die Bienen! – Vom Volksbegehren zum Gesetz

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Auf Vielfalt programmiert: Als emsige Bestäuber sorgen Bienen für reiche Ernten und Artenvielfalt.
Quelle: Marian Engel

Vortrag Dr. Norbert Schäffer im UBA Dessau-Roßlau am 20.05.2019 zum Weltbienentag

Knapp 1,8 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Bayern und damit über 18 Prozent der Stimmberechtigten sind im Februar 2019 in ihre Ratshäuser gegangen und haben mit ihrer Unterschrift das Volksbegehren zu mehr Artenschutz „Rettet die Bienen!“ unterstützt. Damit ist dieses Volksbegehren das erfolgreichste in der Geschichte Bayerns und hat deutschlandweit wie auch international für Aufsehen gesorgt. Die bayerische Staatsregierung, die ursprünglich einen eigenen Gesetzesentwurf plante, lenkte angesichts der breiten Zustimmung ein. Nach Konsultationsgesprächen am Runden Tisch mit Umweltverbänden und Landwirten wollen Staatsregierung und Landtag das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ohne jede Änderung übernehmen. Mit dem neuen Gesetz soll nicht nur den Bienen und anderen Insekten geholfen werden, auch die Landwirtschaft soll umweltverträglicher und nachhaltiger gestaltet werden – indem der Einsatz von Pestiziden künftig deutlich verringert wird, mehr Blühwiesen entstehen und der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft gesetzlich verordnet wird. 

Dr. Norbert Schäffer: „Rettet die Bienen! – Vom Volksbegehren zum Gesetz“ 

Vortrag mit anschließender Diskussion am Montag, 20.05.2019, 15 Uhr

Umweltbundesamt/Hörsaal, Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau Roßlau

Norbert Schäffer, Biologe, war fast zwanzig Jahre beim britischen Naturverband „The Royal Society for the Protection of the Birds“ tätig, wo er zuletzt die Abteilung „Internationale Naturschutzpolitik und Artenschutz“ leitete. Er ist seit 2014 Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern (LBV). Norbert Schäffer ist einer der Sprecher des „Volksbegehrens Artenvielfalt Rettet die Bienen!“ und Autor zahlreicher wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Bücher zum Vogel- und Naturschutz. 

Lebensgrundlage biologische Vielfalt

Immer schneller werden Ökosysteme zerstört und immer mehr biologische Vielfalt geht unwiederbringlich verloren. Anfang Mai 2019 stellte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) einen globalen Bericht über den Zustand der Artenvielfalt vor. Demnach sind rund eine Million Arten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht, allein der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr. Drei Viertel der Naturräume an Land wurden vom Menschen bereits erheblich verändert, in den Meeren sind es zwei Drittel. Über 85 Prozent der Feuchtgebiete sind verloren gegangen. Zu den Hauptgründen für das drohende Artensterben gehören dem Bericht zufolge Landwirtschaft, Abholzung, Bergbau, Fischerei und Jagd sowie Klimawandel und Umweltverschmutzung. Der Bericht zeigt aber auch Auswege aus der Krise: Der wichtigste Hebel hierfür ist eine grundlegende Reform der Agrarpolitik, vor allem der EU-Agrarförderung.

Ein Haus für die Bienen 

Insektenschutz ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Mit dem Projekt „Ein Haus für die Bienen“ will das Umweltbundesamt (UBA) ein Zeichen setzen für das Teamwork mit den Bienen. Seit Sommer 2018 haben zwei Bienenvölker Einzug gehalten auf dem Gelände des UBA. Das partizipatorische Kulturprojekt bietet praktische Erkenntnisse für die Facharbeit und vielfältige Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches – etwa mit Imkervereinen vor Ort und anderen Institutionen und Initiativen, die bereits imkern oder sich dem Erhalt der biologischen Vielfalt widmen. 

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