Im Mittelpunkt der Tagung standen das Privateigentum an Grund und Boden, die damit in Zusammenhang stehenden Profitinteressen und die „Sozialpflichtigkeit des Eigentums“.
Karl Falkenberg, ehemaliger Generaldirektor der Europäischen Kommission (Generaldirektion Umwelt), betonte als Hauptredner, dass Böden als nicht erneuerbare Ressource und als Allgemeingut erhalten und geschützt werden müssen. Er kritisierte, die Landwirtschaftspolitik sei noch aus der Anfangszeit der Europäischen Union zu stark auf die Produktionssteigerung ausgerichtet und habe zu wenig die negativen Umweltauswirkungen und das Allgemeinwohl im Blick.
Ausgehend vom Artikel 14 Grundgesetz, Absatz 2: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“, setzten sich die nachfolgenden Redner mit dem Boden als Naturkapital auseinander. Das gemeinwohlorientierte Leitziel verlöre sich gegenwärtig in der Agrarpolitik und im Planungsrecht. Fehlende bodenrechtliche Vorgaben, Intransparenz und Regulierungslücken nutzen vor allem Investoren. Der großflächige Aufkauf landwirtschaftlicher Flächen oder ganzer Betriebe durch überregionale Kapitalanleger habe negative Folgen für den ländlichen Raum, die Kulturlandschaft und die nachhaltige Bodenbewirtschaftung.
Das von Christian Felber vorgestellte Konzept einer am Gemeinwohl orientierten Bodenpolitik stelle einen möglichen Ansatz zum Umgang mit den Problemen dar. Im „World-Cafe“ formulierten die 120 Teilnehmenden der Tagungen Forderungen an eine bodenschonende Landwirtschaft und an eine gemeinwohlorientierte und gerechte Bodenpolitik. Besonders wichtig sei die Transparenz über den Handel mit Grund und Boden, um notwendige Voraussetzungen für einen gerechten Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource Boden zu schaffen.