Energieverbrauch und Beeinträchtigung bei der Energieversorgung: Die Energieversorgung deutscher Unternehmen kann auch in Zukunft als weitgehend stabil angesehen werden. Unsicherheiten ergeben sich durch den geplanten Netzausbau im Rahmen der Energiewende, welcher zu einer erhöhten Störanfälligkeit des Netzes führen kann. Besonders für energieintensive Branchen können in Zukunft zunehmende Schwankungen des Strompreises, ausgelöst durch extreme Wetterereignisse wie Hitzeperioden und Starkniederschläge, zu höheren Energiekosten führen. Diese Preissteigerungen können ein Auslöser für Energieeinsparungen sein. Ein durch die Temperaturzunahme bedingter Anstieg an Kühlenergiebedarf kann den Energieverbrauch von Unternehmen erhöhen.
Wasserbedarf: Zunehmende Hitze kann zu größeren saisonalen Schwankungen und einer steigenden Variabilität des Wasserbedarfs führen. Der Wasserbedarf in Industrie und Gewerbe könnte in Zukunft durch flächendeckendes Abwasserrecycling und effizientere Kühlsysteme sinken. Es ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Kühlwasser für thermische Kraftwerke, der derzeit einen bedeutenden Anteil des Wasserbedarfs ausmacht, infolge der Energiewende in Zukunft weiter abnimmt.
Freisetzung gefährlicher Stoffe: Chemie- und Kläranlagen sind von erhöhten Risiken der Freisetzung gefährlicher Stoffe in Folge von Überflutungen betroffen. In bebauten Gebieten kann bei durch Starkniederschlägen überlasteten Kanalisationen unbehandeltes Abwasser austreten beziehungsweise oberflächlich abfließen und in Gewässer gelangen. Längere Hitzeperioden können zu höherer Aufheizung von Anlagenteilen führen. Sind darin thermisch sensible Stoffe so können diese zu reagieren beginnen und Stofffreisetzungen, Brände oder Explosionen auslösen. Durch eine zunehmende Sonneneinstrahlung, insbesondere an vermehrt auftretenden Heißen Tagen, kann bodennahes Ozon größere gesundheitsschädliche Wirkungen entfalten.
Leistungseinbußen von Beschäftigten: Infolge der steigenden durchschnittlichen Lufttemperaturen und häufiger auftretenden Hitzewellen ist mit einer höheren Anzahl an Tagen pro Jahr zu rechnen, an denen die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit von Beschäftigten, die in Innenräumen arbeiten, gemindert sein kann. Durch die Zunahme von Extremereignissen können Leistungseinbußen durch Unfälle oder gesundheitliche Belastungen von im Freien Beschäftigten zunehmen. Im Freien Beschäftigte sind zudem potenziell steigenden UV-Belastungen und Pollenlasten ausgesetzt. Auch Luftverunreinigungen, die UV-Strahlungsbedingt auftreten, wie bodennahes Ozon, können zur Zunahme von Leistungseinbußen bei Arbeitstätigkeiten im Freien beitragen.
Indikator aus dem Monitoring zur DAS: Hitzebedingte Minderung der Leistungsfähigkeit
Beeinträchtigung von Produktionsprozessen: Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen, Beeinträchtigungen der Energie- und Wasserversorgung, Leistungseinbußen von Beschäftigten und Maschinen sowie Einschränkungen nationaler und internationaler Lieferketten können zukünftig durch den Klimawandel zunehmen und so Produktionsprozesse beeinträchtigen. Die erwartete digitale Transformation der Industrie und die zunehmende Automatisierung werden voraussichtlich zu weiteren grundlegenden Veränderungen von Produktionsprozessen führen.
Aufwand für die betriebliche Planung: Der Aufwand für die betriebliche Planung wird infolge des Klimawandels, insbesondere durch schwer abzuschätzende Extremwetterereignisse, zunehmen.