Erneuerbare Energien in Zahlen

Das Diagramm zeigt, wie sich die Anteile erneuerbarer Energien für Strom, Wärme und Verkehr entwickeln. Während sich Strom kontinuierlich positiv entwickelt, stagniert die Entwicklung bei der Wärme und im Verkehr seit einigen Jahren. Der Anteil der EE am Strom erreichte im Jahr 2019 42,0 Prozent, bei der Wärme 15,0 Prozent und im Verkehr 5,6 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung der Anteile erneuerbarer Energien
Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick

Die Energiewende verändert Deutschland. Um den Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu dokumentieren finden Sie in den folgenden Abschnitten aktuelle Daten zur Nutzung nachhaltiger Energieträger in allen Verbrauchssektoren – dies sind neben dem Stromsektor auch der Bedarf an Wärme, beispielsweise in der Industrie oder in Haushalten, sowie der Energieverbrauch im Verkehr.

Darüber hinaus bietet der letzte Abschnitt einen Einblick in die positiven Effekte erneuerbarer Energien auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Zusätzlich zu den hier dargestellten Jahreswerten informieren die Monats- und Quartalsberichte über die Entwicklung der erneuerbaren Energien im aktuellen Jahr.

 

Beitrag der erneuerbaren Energien zum Endenergieverbrauch in Deutschland

Im Jahr 2019 wurden 17,4 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Insgesamt entspricht dies einer Energiemenge von 455 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh). Von dieser Energiemenge entfielen etwa 53 Prozent auf die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen, 40 Prozent auf den erneuerbaren Wärmesektor und 7 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich.

Insgesamt ist die Biomasse aufgrund ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten in allen Sektoren (in Form von festen Brennstoffen, Biokraftstoffen oder Biogas) mit einem Anteil von 53 Prozent an der Bereitstellung von erneuerbarer Endenergie noch immer der wichtigste erneuerbaren Energieträger. Die Windenergie folgte mit einem Anteil von 28 Prozent an zweiter Stelle.

Insgesamt entwickelte sich der Anteil der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren kontinuierlich positiv. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren: während sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in den letzten 10 Jahren fast verdreifachte und im Jahr 2019 bereits bei 42,0 Prozent lag; verbleiben die Anteile in den Bereichen Wärme (15,0 Prozent) und Verkehr (5,6 Prozent) seit einigen Jahren auf annähernd konstantem Niveau.

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Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor stieg von 37,8 Prozent (2018) auf 42,0 Prozent (2019) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2019 etwa 242,4 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Dies waren 17,9 Mrd. kWh mehr als im Vorjahr (+8 Prozent).

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern übertraf im Jahr 2019 die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohlekraftwerken deutlich, nachdem sie im Jahr 2018 noch auf etwa gleichem Niveau gelegen hatten. Der aktuelle Anstieg basiert vor allem auf einem steigenden Zubau von Photovoltaikanlagen im Zusammenspiel mit günstigen klimatischen Bedingungen. Überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung und bessere Windverhältnissen als im Jahr 2018 sorgten für vergleichsweise hohe Erträge von Wind- und Solarenergie-Anlagen.

Wind 

Die Windenergie leistete mit einem Ertrag von 125,9 Mrd. kWh den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (2018: 110,0 Mrd. kWh). Fünf Jahre zuvor lag die Einspeisung noch bei 58,5 Mrd. kWh (2014). Seitdem hat sich die Stromerzeugung aus Wind damit mehr als verdoppelt.

Die installierte Leistung stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr so langsam wie seit 2011 nicht mehr (+2.000 Megawatt (MW) auf 60.721 MW). Der größere Anteil des Zubaus kann dabei erstmals der Windenergie auf See (+1.135 MW) zugeschreiben werden.

Biomasse

Aus Biomasse und biogenem Abfall wurden im Jahr 2019 etwa 50,2 Mrd. kWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2018 (50,9 Mrd. kWh) ging der Wert damit um etwa 1 Prozent zurück. Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (28,4 Mrd. kWh), feste Biomasse (11,1 Mrd. kWh), und der biogene Anteil des Abfalls (5,8 Mrd. kWh). Insgesamt liegt die Stromerzeugung aus Biomasse seit etwa 5 Jahren auf etwa gleichbleibendem Niveau.

Die installierte Leistung stieg 2019 um fast vier Prozent auf fast 10.000 MW. Gegenüber dem Jahr 2014 beträgt der Zuwachs der installierten Leistung sogar 22 Prozent. Die Ausweitung der Kapazität von Biomasseanlagen diente jedoch in den letzten Jahren vornehmlich der Flexibilisierung der Stromerzeugung. Diese sogenannte „Überbauung“ führte in den Jahren seit 2014 zwar kaum zu einem Anstieg der jährlich erzeugten Strommenge, sorgt aber dafür, dass erneuerbarer Strom bedarfsgerechter (also beispielsweise in Zeiten mit geringer Wind und PV-Stromerzeugung) bereitgestellt werden kann.

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) profitierte insbesondere vom hohen Zubau der Jahre 2018 und 2019. Insgesamt wurden im Jahr 2019 46,4 Mrd. kWh Strom aus PV-Anlagen erzeugt. Dies entspricht zwar nur einem leichten Wachstum von etwa +1 Prozent gegenüber 2018, dieser Zuwachs wurde aber trotz deutlich schlechterer Witterungsbedingungen (weniger Sonnenschein) als im Vorjahr erreicht. Gegenüber dem Jahr 2014 – also innerhalb der letzten fünf Jahre - beträgt der Zuwachs 29 Prozent. Damals lag die Stromerzeugung aus PV Anlagen noch bei 36,1 Mrd. kWh.

Der Zubau neuer PV-Kapazitäten steigt seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an, nachdem er zwischen 2012 und 2013 stark eingebrochen war. Die Leistung neu installierter PV-Anlagen lag bei 3.889 MW im Jahr 2019, beträgt damit allerdings noch immer nur weniger als die Hälfte des Wertes aus dem Rekordjahr 2012 (8.161 MW). Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg die insgesamt installierte PV-Leistung von 37.900 MW (2014) um 29 Prozent auf 49.047 MW (2019).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 19,7 Mrd. kWh wieder deutlich über dem Wert des sehr trockenen und damit ertragsarmen Vorjahres (17,7 Mrd. kWh). Die jährliche Einspeisung schwankt seit vielen Jahren um den Wert von 20 Mrd. kWh. Die installierte Leistung der Wasserkraft ändert sich seit einigen Jahren ebenfalls nur noch wenig und lag am Ende des Jahres 2019 bei 5.595 MW.

Die Stromerzeugung aus Geothermie überstieg den Wert des Vorjahres zwar um 11 Prozent (2019: 0,2 Mrd. kWh), trägt jedoch weiterhin mit weniger als 0,1 Prozent zu erneuerbaren Stromerzeugung bei.

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Wärme aus erneuerbaren Energien

In den vergangenen Jahren war die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Wärmesektor wenig dynamisch. Zwar stieg insbesondere die Nutzung fester Biomasse bis zum Jahr 2013 kontinuierlich an, seither jedoch wächst der Beitrag erneuerbarer Energieträger am Wärmeverbrauch nur noch wenig.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbauch für Wärme und Kälte blieb gegenüber dem Vorjahr konstant bei 15,0 Prozent. Der absolute Verbrauch erneuerbarer Wärme stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 2 Prozent auf 182 Mrd. kWh, gleichzeitig wurden aber auch mehr fossile Energieträger im Wärmesektor verbraucht.

Insgesamt dominieren die verschiedenen Formen der Biomasse die erneuerbare Wärmeversorgung. Die feste Biomasse – also Holz in seinen unterschiedlichen Nutzungsformen – liefert den weitaus größten Anteil an erneuerbarer Wärme. Allerdings hat der Anteil fester Biomasse an der gesamten erneuerbaren Wärme im Laufe der Zeit kontinuierlich abgenommen: von 86 Prozent im Jahr 2000 auf 66 Prozent im Jahr 2019. Insgesamt lieferte die feste Biomasse im Jahr 2019 einen Beitrag von 120,4 Mrd. kWh am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte. Flüssige Biobrennstoffe trugen 2,4 Mrd. kWh bei, gasförmige Biomasse 19,1 Mrd. kWh und biogener Abfall weitere 15,3 Mrd. kWh.

Neben der Biomasse wird erneuerbare Wärme auch in Solarthermie- und Geothermieanlagen gewonnen. Der Anteil der Solarthermie wuchs zwischen 2000 und 2019 von 2 auf 5 Prozent der gesamten erneuerbaren Wärme, allerdings sank der Beitrag der Solarthermie im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr auf Grund geringerer Sonneneinstrahlung um etwa 4 Prozent auf 8,5 Mrd. kWh. Die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann nochmals an Bedeutung und lag mit 16 Mrd. kWh deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+8 Prozent). Insgesamt werden etwa 9 Prozent der erneuerbaren Wärme aus Geothermie und Umweltwärme gewonnen.

Weitere Ausführungen zum Wärmeverbrauch insgesamt finden Sie im Artikel „Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme“.

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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2019 auf 5,6 Prozent. Damit blieb der Wert gegenüber dem Jahr 2018 konstant. Der Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehr wird maßgeblich von der gesetzlich festgelegten Treibhausgas-Minderungsquote bestimmt.

Insgesamt wurden 2019 im Verkehr 36,0 Mrd. kWh Energie aus erneuerbaren Quellen eingesetzt, dies entspricht genau dem Wert des Vorjahres. Davon entfielen 4,9 Mrd. kWh auf Strom aus erneuerbaren Quellen (+7 Prozent) sowie knapp 31,2 Mrd. kWh auf Biokraftstoffe (-1 Prozent). Mit Abstand wichtigster Biokraftstoff war mit 22,1 Mrd. kWh Biodiesel (-1 Prozent), gefolgt von Bioethanol mit 8,4 Mrd. kWh (-4 Prozent). Biomethan (0,7 Mrd. kWh) und Pflanzenöl (0,01 Mrd. kWh) tragen vergleichsweise wenig zu den Biokraftstoffen bei.

Der Stromverbrauch im Verkehrssektor betrug im Jahr 2019 insgesamt etwa 12 Mrd. kWh – davon wurden etwa 4,9 Mrd. kWh aus erneuerbaren Energieträgern bereitgestellt. Trotz des wachsenden Anteils erneuerbaren Stroms trägt dieser noch immer weniger als 1 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor bei und wird bisher zu mehr als 95 Prozent im Schienenverkehr eingesetzt.

Weitere Daten zum Kraftstoffverbrauch finden Sie im Artikel „Erneuerbare Energie im Verkehr“.

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Vermeidung von Treibhausgasen durch erneuerbare Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energien führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit unter anderem zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Im Jahr 2019 haben erneuerbare Energien Treibhausgas-Emissionen von rund 202 Millionen (Mio.) Tonnen CO2-Äquivalenten vermieden.

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Quellen hat dabei den größten Anteil an den vermiedenen Emissionen (158 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, 78 Prozent der Gesamtmenge). Im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von 37 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden (18 Prozent), durch Biokraftstoffe knapp 8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (4 Prozent).

Die Menge der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen hat sich innerhalt der letzten 10 Jahre fast verdoppelt. Treiber der Entwicklung ist vor allem die Stromerzeugung: Ihr Beitrag zur Vermeidung ist seit 2009 um mehr als 130 Prozent angestiegen. Die Emissionsvermeidung durch Wärme und Verkehr hat sich in diesem Zeitraum hingegen kaum verändert.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung führt der Einsatz erneuerbarer Energien vor allem zu Einsparungen von Heizöl. Im Verkehrsbereich werden vor allem Diesel- und Ottokraftstoff ersetzt.

Eine ausführlichere Darstellung der Thematik findet sich im Artikel „Emissionsvermeidung durch erneuerbare Energieträger“.

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