Erneuerbare Energien in Zahlen

Das Diagramm zeigt, wie sich die Anteile erneuerbarer Energien für Strom, Wärme und Verkehr entwickeln. Während sich Strom kontinuierlich positiv entwickelt, stagniert die Entwicklung bei der Wärme und im Verkehr seit einigen Jahren. Der Anteil der EE am Strom erreichte im Jahr 2020 45,4 Prozent, bei der Wärme 15,2 Prozent und im Verkehr 7,3 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung der Anteile erneuerbarer Energien (Februar 2021)
Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick

Die Energiewende verändert Deutschland. Um den Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu dokumentieren finden Sie in den folgenden Abschnitten aktuelle Daten zur Nutzung nachhaltiger Energieträger in allen Verbrauchssektoren – dies sind neben dem Stromsektor auch der Bedarf an Wärme, beispielsweise in der Industrie oder in Haushalten, sowie der Energieverbrauch im Verkehr.

Darüber hinaus bietet der letzte Abschnitt einen Einblick in die positiven Effekte erneuerbarer Energien auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Zusätzlich zu den hier dargestellten Jahreswerten informieren die Monats- und Quartalsberichte über die Entwicklung der erneuerbaren Energien im aktuellen Jahr.

 

Beitrag der erneuerbaren Energien zum Endenergieverbrauch in Deutschland

Im Jahr 2020 wurden 19,3 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Damit hat Deutschland sein unter der EU Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien (2009/28/EC) festgelegtes Ziel von 18 Prozent übertroffen. Insgesamt wurde eine Energiemenge von 455 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen. Von dieser Energiemenge entfielen etwa 53 Prozent auf die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen, 38 Prozent auf den erneuerbaren Wärmesektor und 8 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich.

Insgesamt ist die ⁠Biomasse⁠ aufgrund ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten in allen Sektoren (in Form von festen Brennstoffen, Biokraftstoffen oder Biogas) mit einem Anteil von 52 Prozent an der Bereitstellung von erneuerbarer Endenergie noch immer der wichtigste erneuerbaren Energieträger. Die Windenergie folgte mit einem Anteil von 28 Prozent an zweiter Stelle.

Insgesamt entwickelte sich der Anteil der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren kontinuierlich positiv. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren: während sich der Anteil der erneuerbaren Energien am ⁠Bruttostromverbrauch⁠ in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelte und im Jahr 2020 nach vorläufigen Angaben bereits bei 45,4 Prozent lag; entwickeln sich die Anteile in den Bereichen Wärme (15,2 Prozent) und Verkehr (7,3 Prozent) seit einigen Jahren nur langsam.

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Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor stieg von 42,0 Prozent (2019) auf 45,4 Prozent (2020) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2020 etwa 251,0 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Dies waren etwa 9 Mrd. kWh mehr als im Vorjahr (+4 Prozent).

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern übertraf im Jahr 2020 erstmals die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern (Kohle, Gas und Öl). Der aktuelle Anstieg basiert vor allem auf einem steigenden Zubau von Photovoltaikanlagen im Zusammenspiel mit günstigen klimatischen Bedingungen. Überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung und gute  Windverhältnissen vor allem im ersten Halbjahr 2020 sorgten für Wachstum sowohl bei Wind- also auch Photovoltaik-Anlagen.

Wind 

Die Windenergie leistete mit einem Ertrag von 131 Mrd. kWh den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (2019: 125,9 Mrd. kWh). Fünf Jahre zuvor lag die Einspeisung noch bei 80,6 Mrd. kWh (2015). Seitdem ist die Stromerzeugung aus Wind damit um mehr als 60 Prozent angestiegen.

Die installierte Leistung von Windenergie an Land und auf See stieg im Jahr 2020 lediglich um 1.446 Megawatt (MW). Dies ist ein nochmaliger Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2019: 2.000 MW). Insgesamt gab es seit dem Jahr 2000 nur 2 Jahre (2008 und 2010) mit weniger neu installierter Windenergieleistung.

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) profitierte vom hohen Zubau der Jahre 2019 und 2020 sowie sehr sonniger ⁠Witterung⁠. Insgesamt wurden im Jahr 2020 50,6 Mrd. kWh Strom aus PV-Anlagen erzeugt. Dies entspricht einem deutlichen Wachstum von etwa +9 Prozent gegenüber 2019. Gegenüber dem Jahr 2015 – also innerhalb der letzten fünf Jahre - beträgt der Zuwachs der erzeugten Strommenge 31 Prozent. Damals lag die Stromerzeugung aus PV Anlagen noch bei 38,7 Mrd. kWh.

Der Zubau neuer PV-Kapazitäten steigt seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an, nachdem er zwischen 2012 und 2013 stark eingebrochen war. Die Leistung neu installierter PV-Anlagen lag im Jahr 2020 bei 4.801 MW und damit fast ein Viertel höher als 2019 (3.889 MW). Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg die insgesamt installierte PV-Leistung von 39.224 MW (2015) um 37 Prozent auf 53.848 MW (2020).

Biomasse

Aus Biomasse und biogenem Abfall biogenem Abfall wurden im Jahr 2020 etwa 50,6 Mrd. kWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2019 (50,2 Mrd. kWh) steig der Wert damit um etwa 1 Prozent. Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (28,7 Mrd. kWh), feste Biomasse (11,3 Mrd. kWh), und der biogene Anteil des Abfalls (5,7 Mrd. kWh). Insgesamt liegt die Stromerzeugung aus Biomasse seit etwa 5 Jahren auf etwa gleichbleibendem Niveau.

Die installierte Leistung stieg 2020 um etwa vier Prozent auf fast 10.385 MW. Gegenüber dem Jahr 2015 beträgt der Zuwachs der installierten Leistung sogar 23 Prozent. Die Ausweitung der Kapazität von Biomasseanlagen diente jedoch in den letzten Jahren vornehmlich der Flexibilisierung der Stromerzeugung. Diese sogenannte „Überbauung“ führte in den Jahren seit 2015 zwar kaum zu einem Anstieg der jährlich erzeugten Strommenge, sorgt aber dafür, dass erneuerbarer Strom bedarfsgerechter (also beispielsweise in Zeiten mit geringer Wind- und PV-Stromerzeugung) flexibel bereitgestellt werden kann.

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 18,6 Mrd. kWh auf Grund der Trockenheit wieder deutlich über dem Wert des Vorjahres (19,7 Mrd. kWh). Die jährliche Einspeisung erreicht je nach Witterung seit vielen Jahren relativ konstante Werte von maximal etwa 20 Mrd. kWh. Die installierte Leistung der Wasserkraft ändert sich seit einigen Jahren nur noch wenig und lag am Ende des Jahres 2020 bei 5.606 MW.

Die Stromerzeugung aus Geothermie überstieg den Wert des Vorjahres zwar um etwa 10 % (2020: 0,2 Mrd. kWh), trägt jedoch weiterhin mit weniger als 0,1 Prozent zu erneuerbaren Stromerzeugung bei.

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Wärme aus erneuerbaren Energien

In den vergangenen Jahren war die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Wärmesektor wenig dynamisch. Zwar stieg insbesondere die Nutzung fester ⁠Biomasse⁠ bis zum Jahr 2013 kontinuierlich an, seither jedoch wächst der Beitrag erneuerbarer Energieträger am Wärmeverbrauch nur noch wenig.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger am ⁠Endenergieverbrauch⁠ für Wärme und Kälte stieg gegenüber dem Vorjahr minimal um 0,2 Prozentpunkte auf 15,2 Prozent an. Der absolute Verbrauch erneuerbarer Wärme sank im Vergleich zum Vorjahr um etwa 1 Prozent auf 179,9 Mrd. kWh, gleichzeitig wurden aber auch weniger fossile Energieträger im Wärmesektor verbraucht.

Insgesamt dominieren die verschiedenen Formen der Biomasse die erneuerbare Wärmeversorgung. Die feste Biomasse – also Holz in seinen unterschiedlichen Nutzungsformen – liefert den weitaus größten Anteil an erneuerbarer Wärme. Allerdings hat der Anteil fester Biomasse an der gesamten erneuerbaren Wärme im Laufe der Zeit kontinuierlich abgenommen: von 86 Prozent im Jahr 2000 auf 65 Prozent im Jahr 2020. Insgesamt lieferte die feste Biomasse im Jahr 2020 einen Beitrag von 116,7 Mrd. kWh am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte. Flüssige Biobrennstoffe trugen 3,1 Mrd. kWh bei, gasförmige Biomasse 19,2 Mrd. kWh und biogener Abfall weitere 14,7 Mrd. kWh.

Neben der Biomasse wird erneuerbare Wärme auch in Solarthermie- und Geothermieanlagen gewonnen. Der Anteil der Solarthermie wuchs zwischen 2000 und 2020 von 2 auf 5 Prozent der gesamten erneuerbaren Wärme, allerdings liegt der Beitrag der Solarthermie im Jahr 2020 mit 8,7 Mrd. kWh aufgrund geringerer Sonneneinstrahlung niedriger als im Spitzenjahr 2018 (8,9 Mrd. kWh). Die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann im Jahr 2020 nochmals an Bedeutung und lag mit 17,5 Mrd. kWh deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 9 Prozent). Insgesamt werden etwa 10 Prozent der erneuerbaren Wärme aus Geothermie und Umweltwärme gewonnen.

Weitere Ausführungen zum Wärmeverbrauch insgesamt finden Sie im Artikel „Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme“.

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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2020 auf 7,3 Prozent. Damit stieg der Wert gegenüber dem Jahr 2019 allerdings deutlich an. Der Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehr wird maßgeblich von der gesetzlich festgelegten ⁠Treibhausgas⁠-Minderungsquote bestimmt, diese wurde im Jahr 2020 von vier auf sechs Prozent angehoben uns sorgte dadurch für einen deutliches Plus beim Absatz von Biokraftstoffen.

Insgesamt wurden 2020 im Verkehr 44,1 Mrd. kWh Energie aus erneuerbaren Quellen eingesetzt, dies entspricht einen Anstieg von über 22 Prozent gegenüber dem Vorjahres. Davon entfielen 5,4 Mrd. kWh auf Strom aus erneuerbaren Quellen (+ 10 Prozent) sowie knapp 38,8 Mrd. kWh auf Biokraftstoffe (+ 24 Prozent). Mit Abstand wichtigster Biokraftstoff war mit 29,8 Mrd. kWh Biodiesel (+ 35 Prozent), gefolgt von Bioethanol mit 8,1 Mrd. kWh (- 3 Prozent). Biomethan (0,9 Mrd. kWh) und Pflanzenöl (0,01 Mrd. kWh) tragen vergleichsweise wenig zu den Biokraftstoffen bei.

Der gesamte Stromverbrauch im Verkehrssektor betrug im Jahr 2019 insgesamt etwa 12 Mrd. kWh – davon wurden etwa 5,4 Mrd. kWh aus erneuerbaren Energieträgern bereitgestellt. Trotz des wachsenden Anteils erneuerbaren Stroms trägt dieser noch immer weniger als 1 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor bei und wird bisher zu mehr als 95 Prozent im Schienenverkehr eingesetzt.

Weitere Daten zum Kraftstoffverbrauch finden Sie im Artikel „Erneuerbare Energie im Verkehr“.

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Vermeidung von Treibhausgasen durch erneuerbare Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energien führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit unter anderem zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Im Jahr 2020 haben erneuerbare Energien ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen von rund 227 Millionen (Mio.) Tonnen ⁠CO2⁠-Äquivalenten vermieden.

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Quellen hat dabei den größten Anteil an den vermiedenen Emissionen (181 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, 80 Prozent der Gesamtmenge). Im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von 36 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden (16 Prozent), durch Biokraftstoffe etwa 9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (4 Prozent).

Die Menge der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen hat sich innerhalt der letzten 10 Jahre fast verdoppelt. Treiber der Entwicklung ist vor allem die Stromerzeugung: Ihr Beitrag zur Vermeidung ist seit 2010 um etwa 150 Prozent angestiegen. Die Emissionsvermeidung durch Wärme und Verkehr hat sich in diesem Zeitraum hingegen kaum verändert.

Die Berechnungen des ⁠UBA⁠ zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung führt der Einsatz erneuerbarer Energien vor allem zu Einsparungen von Heizöl. Im Verkehrsbereich werden vor allem Diesel- und Ottokraftstoff ersetzt.

Eine ausführlichere Darstellung der Thematik findet sich im Artikel „Emissionsvermeidung durch erneuerbare Energieträger“.

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