Wie hoch sollte also die Jahresarbeitszahl ungefähr sein, damit eine Elektro-Wärmepumpe im Betrieb vorteilhaft ist? Das hängt von verschiedenen Einflussgrößen ab:
- Um den Einsatz fossiler Energieträger und die Verluste bei der Stromerzeugung auszugleichen, genügt, dank des gestiegenen Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung, eine recht geringe Jahresarbeitszahl von mindestens 1,6; berechnet aus dem Verhältnis der Primärenergiefaktoren des Gebäudeenergiegesetzes von Strom (1,8) und Erdgas/Heizöl (1,1) und mit dem Nutzungsgrad eines Gaskessels (95 Prozent).
- Um die CO₂-Emissionen der Stromerzeugung auszugleichen, ist mindestens eine Jahresarbeitszahl von 1,8 nötig; berechnet aus dem Verhältnis der CO₂-Emissionsfaktoren für Strom (380 g/kWh für 2023) und für Erdgas (200 g/kWh) und mit dem Nutzungsgrad eines Gaskessels (95 Prozent).
- Damit eine Elektro-Wärmepumpe die gegenüber einem Gaskessel höheren Investitionskosten durch geringere Betriebskosten wieder einspielen kann, muss die Jahresarbeitszahl über 2,5 liegen; berechnet aus dem Verhältnis der Energiepreise für Wärmepumpen-Strom (etwa 25-27 Cent pro kWh) und für Erdgas (etwa 10 Cent pro kWh) und mit dem Nutzungsgrad eines Gaskessels (95 Prozent). Gegenüber einem Heizölkessel müsste die Jahresarbeitszahl 2,1 übertreffen; berechnet mit Heizölpreis (etwa 12 Cent pro kWh) und 90 Prozent Nutzungsgrad.
Oberhalb dieser Mindestwerte trägt eine Wärmepumpe zum sparsamen Einsatz fossiler Energieträger, Klimaschutz und Einsparen von Heizkosten bei. Der Vergleich mit den Feldtests zeigt, dass Wärmepumpen die ersten beiden Schwellen deutlich übertreffen und daher die Umwelt stark entlasten. Lediglich die Mindest-Jahresarbeitszahlen für einen wirtschaftlichen Betrieb liegen noch etwas höher; zudem unterliegen sie den starken Schwankungen der Energiepreise. Mittelfristig wird die CO₂-Bepreisung im nationalen Emissionshandel Wärmepumpen wirtschaftlich attraktiver machen, indem Heizöl und Erdgas teurer und Strom günstiger werden. In allen Fällen ist eine unabhängige und professionelle Wirtschaftlichkeitsrechnung über die Lebensdauer der Heizungsanlage und über die Nutzung von Fördermitteln zu empfehlen.
Kombiniert man eine Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage, um den erzeugten Strom teilweise selbst zu nutzen, kann das die CO₂-Emissionen gegenüber dem Strommix weiter absenken. Allerdings erzeugt eine Photovoltaikanlage den meisten Strom im Sommer, während eine Wärmepumpe den meisten Strom im Winter braucht. Die Photovoltaikanlage kann daher nur einen Teil des Strombedarfs einer Wärmepumpe abdecken.
Im Jahr 2020 stellten etwa 1,3 Millionen Wärmepumpen in Deutschland insgesamt rund 23,4 Terawattstunden Heizwärme bereit. Nach Abzug der benötigten Hilfsenergie entspricht dies einer erneuerbaren Wärmemenge von rund 16 TWh, womit diese im Jahr 2020 1,4 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs Wärme in Deutschland decken konnte. Nach Abzug der Emissionen, die der Betrieb von Wärmepumpen verursachte, wurden rund 2 Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden. In diesem Umfang trägt der Einsatz von Wärmepumpen derzeit zum Klimaschutz bei. Zur Minderung der Emissionen von Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid leisten Wärmepumpen derzeit netto keinen Beitrag.
Weitere Treibhausgasemissionen entstehen, wenn das Kältemittel, das Wärmepumpen enthalten, bei der Herstellung, beim Betrieb oder bei der Entsorgung der Wärmepumpe entweicht. Bei den treibhausgaswirksamen Kältemitteln in Wärmepumpen handelt es sich um teilfluorierte Kohlenwasserstoffe, deren Treibhausgaspotenzial das von Kohlendioxid um das bis zu 4.000-fache übersteigt. Daher ist es geboten, durch sorgsamen Umgang mit diesen Kältemitteln die Freisetzung in die Atmosphäre möglichst gering zu halten. Besser ist es, klimafreundliche Alternativen zu verwenden, z.B. Propan (R290), das heute beispielweise Standard in Tiefkühlschränken ist. Wärmepumpen mit dem Kältemittel R290 werden inzwischen von verschiedenen Herstellern angeboten. R290 verfügt über günstige thermodynamische Eigenschaften und ermöglicht so hohe Wirkungsgrade.
Nicht nur die Treibhausgasemissionen von Wärmepumpen wirken auf die Umwelt: Gerade wenn die Außenluft im Winter wenig Energie enthält und gleichzeitig der Wärmebedarf der Häuser steigt, erhöhen Luft-Wärmepumpen den Luftdurchsatz. Ebenso verursacht der Verdichter einer außen aufgestellten Luft-Wärmepumpe Schallemissionen, deren tieffrequenter Anteil als besonders störend empfunden werden kann. Damit verursachen sie Lärm, der auch Nachbarn belästigt. Betreiber von Wärmepumpen sollten solchen Lärm vermeiden, um streitträchtigen Konflikten vorzubeugen. Als Hilfsmittel für die Planung gibt es zum Beispiel Leitfaden (Kurzfassung; Langfassung) und App der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz und den Schallrechner des Bundesverbandes Wärmepumpe.
Die Umweltwirkung oberflächennaher Geothermie auf das Grundwasser ruft keine dauerhafte Beeinträchtigung der Grundwasserqualität hervor, wenn die einschlägigen technischen Regeln eingehalten werden. Passives Kühlen eines Gebäudes kann zudem dazu beitragen, über das Jahr gesehen das Temperaturniveau im Erdreich auszugleichen. Im Hinblick auf etwaige negative Auswirkungen durch Temperaturänderungen auf den Zustand des Grundwassers wurden im Rahmen eines Forschungsvorhabens für das Umweltbundesamt erste Empfehlungen für eine umweltverträgliche Nutzung entwickelt.
Verbraucherhinweise für Planung, Kauf und Wartung einer Wärmepumpe finden Sie im UBA-Verbraucherportal.